Meta Productions © Meta Productions
Wichtigstes Format verloren

Verlust der "Akte": Meta Productions wird dicht gemacht

 

Nachdem Sat.1 der Endemol-Shine-Tochter Meta Productions den Produktionsauftrag für das Magazin "Akte" entzogen hat, wird die Produktionsfirma komplett geschlossen. Es war ihr mit Abstand wichtigstes Format.

von Uwe Mantel
24.10.2018 - 13:00 Uhr

23 Jahre lang gab es das Sat.1-Magazin "Akte" allwöchentlich live aus Berlin, produziert von Meta Productions, die seit 20 Jahren zur Endemol-Gruppe gehört. Doch Ende September überraschte Sat.1 dann mit der Ankündigung, den Produktionsauftrag für Meta Production nicht über 2018 hinaus zu verlängern, sondern stattdessen selbst eine Redaktion aufzubauen und das Magazin künftig dann in Unterföhring zu produzieren.

Die Zukunft von Meta Productions stand seither auf der Kippe - schließlich war das wöchentliche Magazin seit jeher das mit Abstand wichtigste Standbein für die Firma, wenngleich auch nicht die einzige Produktion. So zeichnet Meta etwa auch für die kabel-eins-Reihe "Achtung Abzocke" mit Peter Giesel verantwortlich und produziert diverse Reportagen und Dokus u.a. für die ZDF-Reihen "ZDFzoom" und "Plan B" sowie für die WDR-Reihe "Könnes kämpft". Letztlich reicht das aber offenbar nicht aus, um Meta Productions als eigene Firma weiter zu betreiben: Mit dem Auslaufen des "akte"-Produktionsvertrags wird Endemol Shine seine Berliner Tochter Meta Productions schließen, wie das Unternehmen gegenüber DWDL.de bestätigt.

Magnus Kastner, Geschäftsführer von Endemol Shine Germany: "Meta Productions blickt auf über 25 erfolgreiche Jahre im Produktionsgeschäft zurück und ist seit 1998 Teil von Endemol Shine Germany. Die 'akte' war immer das journalistische Herzstück der Meta Productions. Durch den Wegfall dieses wichtigen Formats haben wir nach intensiven Gesprächen mit dem Geschäftsführer und Mitgesellschafter Matthias Pfeffer leider entscheiden müssen, Meta Productions zu schließen. Wir prüfen derzeit die bestmöglichen Lösungen für die Mitarbeiter."

Sat.1 begründete den Entzug des Produktionsauftrags damit, die eigene "Informationskompetenz" ausbauen und "mehr relevante Inhalte aus eigener Hand produzieren" zu wollen - ein Kursschwenk, nachdem ProSiebenSat.1 sich einst vom eigenen Nachrichtensender getrennt, die Nachrichten ausgelagert und diverse Magazine eingestellt hatte. Nicht zuletzt dürfte aber der Blick auf die Quotenentwicklung ein Grund für das Aus gewesen sein: Die "akte" litt schon seit Jahren unter schwachen Quoten, auch der Wechsel von Ulrich Meyer zu Claus Strunz als Moderator änderte daran nichts. Zudem gab es zuletzt auch inhaltliche Kritik aus Unterföhring an den "akte"-Machern.

Unterdessen laufen in Unterföhring die Vorarbeiten für die neue "Akte". Erst gestern wurde bekannt, dass Heiko Knauthe zum 1. November den Aufbau der neuen Redaktion als Redaktionsleiter gemeinsam mit ProSiebenSat.1-Chefredakteur Sven Pietsch verantworten wird. Allerdings wird man dafür nicht rechtzeitig zum kommenden Jahr fertig sein, für eine Übergangsphase sind daher ab Jahresbeginn monothematische Sendungen von unterschiedlichen Produktionsfirmen unter dem "Akte"-Label geplant.

Über den Autor

Uwe Mantel ist stellvertretender Chefredakteur des Medienmagazins DWDL.de. Schaut seit den 80ern Fernsehen und schreibt seit 2004 auch darüber. Kann sich sowohl in gute Serien als auch trockene Zahlen vertiefen. Und seine fränkische Herkunft nicht verleugnen.

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