You are wanted © Amazon
Aus nach zwei Staffeln

Amazon beendet Schweighöfer-Serie "You are wanted"

 

Mit "You are wanted" haben Matthias Schweighöfer und Amazon deutsche Seriengeschichte geschrieben - nun endet das Thriller-Format nach zwei Staffeln. Nach DWDL.de-Informationen werden keine neuen Folgen produziert.

von Timo Niemeier
12.11.2018 - 08:00 Uhr

In den vergangenen Jahren hat sich die deutsche Serienlandschaft radikal gewandelt. Immer mehr hochklassig produzierte und inhaltlich anspruchsvolle Serien kamen auf den Markt - egal ob im klassischen Free-TV, im Bezahlfernsehen oder bei SVoD-Anbietern. "You are wanted" spielt hier eine ganz besondere Rolle: Die Amazon-Produktion war die erste deutsche Serie für einen internationalen Streamingdienst. Wenn Christoph Schneider, Geschäftsführer Prime Video Deutschland, im September 2017 also sagt, "You are wanted" habe "Pionierarbeit" für deutsche Serien geleistet, hat er damit nicht ganz unrecht. Entsprechend groß war das Interesse im Vorfeld der ersten Staffel, sowohl von Kritikern als auch von Zuschauern. Vor einem halben Jahr ging die zweite Staffel online. Mehr Folgen wird es aber nicht geben: Nach DWDL.de-Informationen hat sich Amazon nun gegen eine Fortsetzung der Serie entschieden.

Als Amazon die erste Staffel im März 2017 online stellte, gab man innerhalb weniger Tage grünes Licht für eine zweite Staffel. Diese schnelle Reaktion blieb nach der Veröffentlichung von sechs neuen Folgen im Mai dieses Jahres aus. Gegenüber DWDL.de hat Amazon das Aus für die Serie von und mit Matthias Schweighöfer nun bestätigt. Prime-Video-Chef Christoph Schneider sagt, man sei sehr stolz auf die Serie. "Mit der ersten in Deutschland produzierten Prime Original Serie hat Matthias Schweighöfer Neuland betreten, neue Seiten von sich gezeigt und ‘You Are Wanted’ zur meistgesehenen Serie bei Prime Video in Deutschland gemacht - mit vielen begeisterten Prime Video-Zuschauern weltweit."

Tatsächlich war die Serie nach Angaben von Amazon ein großer Erfolg - unabhängig überprüfen lässt sich das kaum. Der Streamingdienst veröffentlicht keine Zuschauerzahlen. Im gesamten Jahr 2017 soll "You are wanted" aber die meistgestreamte Serie des Dienstes in Deutschland gewesen sein (DWDL.de berichtete). Die erste Staffel sorgte darüber hinaus für viel PR für Amazon. Bei der zweiten Staffel sah das schon anders aus: Hier gab es spürbar weniger Schlagzeilen. Vermutlich auch, weil in der Zwischenzeit eine ganze Reihe von hochklassigen deutschen Serien auf den Markt gekommen waren. Die Konkurrenz war also viel größer.

Deshalb beendet Amazon die Serie laut eigenen Angaben nun aber nicht. "Als einer der beliebtesten Schauspieler in Deutschland wird sich Matthias in naher Zukunft auf einige wichtige und große Kinofilme konzentrieren, weshalb eine weitere Staffel von 'You Are Wanted' vorerst nicht möglich ist", sagt Christoph Schneider, der auch in Zukunft mit Schweighöfer über Serienprojekte sprechen will. Vor der Veröffentlichung der ersten Staffel "You are wanted" freute sich Schweighöfer noch, dass er durch die Serie endlich in neue Genres vorstoßen könne. "Ich finde es manchmal schade, dass unsere Kinolandschaft in Deutschland diese Ernsthaftigkeit nicht zulässt", sagte er damals. Vor "You are wanted" war er meist in seichten Kino-Komödien zu sehen. 

"You are wanted" war nicht nur für Amazon wichtig, um in Deutschland mit eigenen Inhalten Duftmarken zu setzen. Für Schweighöfer selbst war es ebenfalls ein Großprojekt, er übernahm in der Serie schließlich nicht nur die Hauptrolle, sondern war zudem Showrunner und Head-Regisseur. Seine Firma Pantaleon Films produzierte zusammen mit Warner Bros. Entertainment und Warner Bros. International Television Production Deutschland. Der Schauspieler und Geschäftsmann dürfte aber auch weiterhin im Austausch mit Amazon stehen - bei Prime Video ging schließlich erst vor wenigen Tagen die neueste deutsche Serie "Beat" online. Mit im Boot auch dort: Pantaleon Films.

Über den Autor

Timo Niemeier schreibt mit kleiner Unterbrechung seit 2014 für DWDL.de, er lebt in Wien und ist damit der Alpen-Beauftragte. Mag seichte Unterhaltung ebenso wie anspruchsvolle High-End-Serien, kann sich aber auch in Geschäftsberichten verlieren.

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