Quipp mit Peter Rapp © Puls 4
Österreich-Update vom 12. Februar

Rapp feiert Comeback, "Walking on Sunshine" geht weiter

 

ProSiebenSat.1Puls4 verhilft Moderatorenlegende Peter Rapp zu einem Bildschirm-Comeback. Außerdem: Der ORF setzt "Walking on Sunshine" wohl fort, ATV macht ein eigenes "First Dates", ServusTV zeigt ein neues Magazin und die FPÖ fühlt sich mal wieder ungerecht behandelt.

von Timo Niemeier
12.02.2019 - 15:59 Uhr

Quipp mit Peter Rapp© Puls 4
Peter Rapp ist einer der bekanntesten Persönlichkeiten in Österreich - und künftig steht er für ProSiebenSat.1Puls4 vor der Kamera. Die Sendergruppe hat den Moderator für die Live-Quiz-App "Quipp" an Bord geholt, die man schon seit einigen Woche versucht zu pushen (DWDL.de berichtete). Mit Rapp ist dem Unternehmen nun ein echter Personal-Coup gelungen, er soll zwei Mal pro Woche im Einsatz sein und sich künftig mit Anna Illenberger und Roman Kreid abwechseln. Die Gewinnspiel-Shows finden montags bis freitags um 20 Uhr in der App statt. 500 Euro werden so pro Tag ausgeschüttet. Rapp wurde als ORF-Moderator bekannt, am vergangenen Wochenende wurde er mit der Show "Rapp n Roll" verabschiedet, zuletzt stellte der ORF die "Brieflos-Show" von Rapp ein.

Walking on Sunshine© ORF/Hubert Mican
Die neue ORF-Serie "Walking on Sunshine" erhält sehr wahrscheinlich eine zweite Staffel. Einen entsprechenden Bericht von Ö1 (gehört zum ORF) bestätigte der Sender auf Nachfrage von DWDL.de, demnach sind neue Folgen bereits in der Planung. Überraschend kommt das nicht: "Walking on Sunshine" sorgte nicht nur für sehr gute Kritiken, auch die Quoten stimmten. Zum Auftakt sahen mehr als 700.000 Menschen zu, die Marktanteile lagen jenseits der 20-Prozent-Marke. Am gestrigen Montag kam die Serie auf 543.000 Zuschauer und noch immer sehr starke 16 Prozent. Produziert wird die Serie von Dor Film.

First Dates ATV© ATV
ATV wird das internationale Kuppelformat "First Dates" nach Österreich holen und plant eine eigene Adaption. Anders als bei Vox in Deutschland wird man die Sendung nicht täglich ausstrahlen, sondern wöchentlich. Wie eine Sendersprecherin gegenüber DWDL.de bestätigt hat, wird es zehn Folgen mit einer Laufzeit von jeweils 48 Minuten geben. Produziert werden diese von On-Media TV- und Filmproduktion in Kooperation mit Warner Bros. ITVP Deutschland, Warner Bros. International ist gleichzeitig auch Lizenzgeber. Anders als beim deutschen "First Dates" gibt es auch keinen Moderator, darüber hinaus dreht man in einem echten Lokal. "Wir setzen in unserer Österreich-Version auf Authentizität und Natürlichkeit und haben daher herzliches und versiertes Personal aus der Gastro-Szene gecastet, die die Gäste in Empfang nehmen, betreuen und ggf. auch versuchen den Singles die Nervosität zu nehmen und Situationen aufzulockern", heißt es vom Sender. Los geht’s mit "First Dates" bei ATV am 17. April, das Format läuft dann immer mittwochs ab 20:15 Uhr.

ServusTV© ServusTV
Neuigkeiten gibt es auch von ServusTV: Ab dem 20. März wird man jeden Mittwoch zwischen 22:15 und 23 Uhr das neue Magazin "Factum" ausstrahlen. Darin sollen Themen aus Politik, Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft beleuchtet werden. Jede Sendung wird ein Schwerpunkt-Thema enthalten. Zusätzlich wird es jede Woche ein Studio-Gespräch zum Schwerpunkt-Thema oder aber auch zu einem aktuellen Thema geben. Man wolle auf "außergewöhnliche Darstellungsformen, modernen Datenjournalismus und investigative Recherche" setzen. Moderiert wird "Factum" abwechselnd von Gundula Geiginger und Michael Fleischhacker. Produziert wird das Magazin von der Quo Vadis Veritas Redaktion (QVV), der gemeinnützigen Stiftung, finanziert von Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz, die auch die Plattform Addendum.org betreibt. QVV-Herausgeber Michael Fleischhacker sagt: "Wir wollen jedem Thema den Raum geben, den es braucht, wir wollen einerseits schnell und andererseits sehr ausgeruht sein. Wir wollen mit Erzählformen und Bildsprachen experimentieren, und wir wollen das Überraschende der Welt einfangen. Dafür gibt es unserer Ansicht nach kein besseres Format als das TV-Magazin. Wir halten das für ein Factum."

Hubert ohne Staller© ARD/TMG/Emanuel A. Klempa
Darüber hinaus hat ServusTV auch den Start von "Hubert ohne Staller" angekündigt, die neuen Folgen der Serie, dann ohne Helmfried von Lüttichau, sind ab dem 12. März immer dienstags ab 20:15 Uhr beim Sender zu sehen. Bei der Ausstrahlung setzt man auf zwei neue Folgen am Stück, die Staffel besteht aus insgesamt 16 Episoden. Auch die siebte Staffel von "Hubert und Staller", das war die letzte mit von Lüttichau, lief schon bei ServusTV, davor war die Serie mit ihren österreichischen Free-TV-Ausstrahlungen lange bei ATV beheimatet. Nachdem die Tele München Gruppe, die die Serie produziert, ATV an ProSiebenSat.1 verkaufte, wechselten auch die Ausstrahlungsrechte.

FPÖ© FPÖ
Die FPÖ hat mal wieder die Berichterstattung des ORF kritisiert. Konkret geht es um eine Ausgabe des Magazins "Report": Wolfgang Wagner moderierte vertretungsweise und interviewte Bundespräsident Alexander van der Bellen anlässlich dessen Israel-Reise. Wagner fragte van der Bellen auch nach dem Verhältnis Israels zur FPÖ. Der Mediensprecher der Partei, Hans-Jörg Jenewein spricht nun von einem "typischen Gesinnungsjournalismus". Jenewein: "Während der Bundespräsident in stoischer Ruhe jede Frage des Moderators beantwortet hat, versuchte dieser in penetranter und politisch-motivierter Art und Weise, seine persönliche Agenda abzuarbeiten und jene Antworten zu bekommen, die man von linker Seite so gerne gehört hätte." Der FPÖ-Mediensprecher verglich die Sendung mit der früheren DDR-Nachrichtensendung "Aktuelle Kamera". Beim ORF wehrt man sich gegen die Vorwürfe, Generaldirektor Alexander Wrabetz wurde auf Twitter sehr deutlich und schrieb: "In allen europäischen Demokratien (außer Ungarn) entscheiden Journalisten was sie Fragen und nicht Mediensprecher von Regierungsparteien! Das muss so bleiben auch bei neuem Gesetz!" Jenewein ist einer der Verhandler von FPÖ und ÖVP, die über ein neues ORF-Gesetz beratschlagen. Der ORF-Redakteursrat spricht von einer "Verharmlosung des kommunistischen Regimes" in Bezug auf den DDR-Vergleich. "Selbstverständlich ist Kritik an ORF-Sendungen erlaubt, aber ein Verteilen von persönlichen Zensuren für missliebige Journalistinnen und Journalisten durch Parteien oder Politiker ist entbehrlich. Es ist sogar höchst bedenklich in einer entwickelten Demokratie. Vor allem, wenn es um persönliche Angriffe und der Aufforderung nach Kündigung von unliebsamen Journalistinnen und Journalisten geht."

ORF© ORF
Der Ukraine-Korrespondent des ORF, Christian Wehrschütz, taucht auf der ukrainischen Internetseite "Mirotworez" als Staatsfeind des Landes auf. Die Seite wird laut der Nachrichtenagentur APA von einem Vertrauten des Innenministers betrieben. Kurz zuvor hatte der ukrainische Botschafter in Wien, Olexander Scherba, erklärt, weshalb Wehrschütz im vergangenen Sommer die Akkreditierung im Frontgebiet verweigert worden sei. Die Internetseite wirft Wehrschütz nun eine "bewusste Verletzung der ukrainischen Staatsgrenze", "Beteiligung an Rechtfertigungsversuchen der Annexion der Krim" sowie "antiukrainische Propaganda" vor.

ORF III© ORF III
Ursprünglich hatte ORF III mit dem "Stammtisch" schon für 2018 eine neue Talkshow angekündigt, daraus wurde aber nichts. Jetzt soll es aber doch bald soweit sein: Wie der Sender gegenüber dem "Standard" bestätigte, wird das Format am 14. März um 22:25 Uhr erstmals zu sehen sein. Das Besondere: Es wird bei den Gesprächen keinen Moderator geben, der oder die einschreiten kann, wenn es mal brenzlig wird. Besprochen werden soll alles, was in der Welt so passiert. Die Themenpalette reicht von Marcel Hirscher bis Donald Trump, vom Wetter bis hin zur Politik und der MeToo-Debatte. "Niemand moderiert. Niemand verteilt das Wort. Niemand achtet auf Redezeiten. Man könnte auch sagen: Weg aus den intellektuellen Wolkentürmen, hin zu den Leuten. In die Wirtshäuser und an die Stammtische des Landes, raus ins Leben", heißt es vom ORF. Diskutieren sollen nicht (nur) Politiker oder Promis, sondern Leute, die vom jeweiligen Thema betroffen sind bzw. etwas dazu zu sagen haben. Gezeigt werden soll der "Stammtisch" in unregelmäßigen Abständen und abhängig von der jeweiligen Themenlage.

Österreich in Zahlen

2 Minuten 2 Millionen© Puls 4/Gerry Frank
Die neue Staffel von "2 Minuten 2 Millionen" ist bei Puls 4 erfolgreich gestartet. 155.600 Menschen sahen sich die erste neue Ausgabe an, der Marktanteil in der Zielgruppe lag bei 8,5 Prozent. Das war der zweistärkste Start in der Geschichte der Gründerhsow. Auch die "Comedy Grenzgänger" legten im Anschluss mit 7,5 Prozent bei den 12- bis 49-Jährigen einen überzeugenden Start hin, die neue Mockumentary "Hatschi & Batschi" startete danach sogar mit 8,8 Prozent. "Germany’s Next Topmodel" brachte es bei ProSieben Austria am Donnerstag auf etwas mehr als 200.000 Zuschauer und 12,2 Prozent Marktanteil.

ORF-Team Ski-WM Aare© ORF/Roman Zach-Kiesling
Der ORF punktet in diesen Tagen mit der Ski-WM in Aare. Die Abfahrt der Herren sahen am Samstag etwa 1,11 Millionen Menschen, das entsprach einem Marktanteil in Höhe von 65 Prozent. Das war fast sechsmal so hoch wie der Schnitt von ORF eins. Die Abfahrt der Damen kam einen Tag später ebenfalls auf sehr gute 55 Prozent Marktanteil, 1,02 Millionen Zuschauer schalteten hier ein. Weiter richtig gut läuft es auch für die "Rosenheim-Cops", die am vergangenen Donnerstag von 1,07 Millionen Menschen in der Primetime gesehen wurden. Der Marktanteil lag bei 34 Prozent. Das war der zweitbeste Wert seit dem Start der Serie im ORF. Kurios: Der ORF fährt derzeit mit vergleichsweise alten "Rosenheim-Cops"-Folgen so gut. Es handelt sich zwar um Österreich-Premieren, in Deutschland sind die Folgen aber schon 2015 zu sehen gewesen.

Was noch zu sagen wäre...

"Mein zweiter Vorname ist faule Sau. Aber das Telefon klingelt jeden Tag."
Peter Rapp (krone.at)

Über den Autor

Timo Niemeier schreibt mit kleiner Unterbrechung seit 2014 für DWDL.de, er lebt in Wien und ist damit der Alpen-Beauftragte. Mag seichte Unterhaltung ebenso wie anspruchsvolle High-End-Serien, kann sich aber auch in Geschäftsberichten verlieren.

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