Brainpool & Stefan Raab © Brainpool/ProSieben/Willi Weber
Grabosch gibt Widerstände auf

Weg frei: Raab kann Brainpool-Anteile an Banijay verkaufen

 

Banijay wird vermutlich in Kürze die Brainpool-Anteile von Stefan Raab übernehmen, das Oberlandesgericht Köln hat dafür nun den Weg frei gemacht. Jörg Grabosch, der die Übernahme bis zuletzt verhindern wollte, hat seinen Widerstand aufgegeben.

von Timo Niemeier
15.05.2019 - 13:27 Uhr

Bereits Anfang 2018 hat Stefan Raab angekündigt, seine 12,5 Prozent an der Produktionsfirma Brainpool an Banijay verkaufen zu wollen. Der französische Medienkonzern hielt zuvor bereits 50 Prozent am Unternehmen und hätte durch die Übernahme von Raabs Anteilen endgültig die Macht bei Brainpool erlangt. Jörg Grabosch, Brainpool-Gründer und bis dahin auch Geschäftsführer, wehrte sich bislang erfolgreich juristisch gegen den Verkauf. Nun hat er seinen Widerstand allerdings aufgegeben.

Grund dafür ist ein Termin, der am Mittwoch vor dem Oberlandesgericht Köln stattgefunden hat. Die "Wirtschaftswoche" berichtet, dass der Vorsitzende Richter deutlich gemacht habe, dass einem Verkauf von Raabs Brainpool-Anteilen nichts im Weg stehen würde. Ein wichtiger Punkt war dabei offenbar ein Ende 2016 ausgelaufenes Verkaufsverbot, dass die Gesellschafter bereits 2009 gegenseitig abgeschlossen hatten. Demnach durften sie ab 2017 mit ihren Anteilen machen, was sie wollen - also auch veräußern.

Grabosch ließ den Widerspruch gegen den Anteilsverkauf am Mittwoch von seinem Anwalt zurücknehmen - Banijay dürfte damit schon bald 62,5 Prozent an Brainpool halten. "Wenn man sich mit einem Elefanten ins Bett legt, darf man sich nachher nicht wundern, dass es eng wird", sagte der Vorsitzende Richter laut der "Bild". Brainpool hat den Vorgang vor Gericht gegenüber DWDL.de bestätigt, will sich darüber hinaus aber nicht äußern. Grabosch bleibt, ebenso wie Andreas Scheuermann und Ralf Günther, aber natürlich auch weiterhin an Brainpool beteiligt. Alle drei halten jeweils 12,5 Prozent am Unternehmen.

Darüber hinaus ging es am Mittwoch vor dem Oberlandesgericht Köln auch darum, ob Grabosch als Gesellschafter auch einen Platz in der Geschäftsführung haben muss - oder ob für ihn nur der Platz als "Frühstücks-Direktor" (Aussage des Richters) frei sei. Die Entscheidung darüber soll am 6. Juni verkündet werden. 

Im vergangenen Jahr installierte Banijay, mit der Unterstützung Raabs, Peter Langenberg als Brainpool-Geschäftsführer. Seit Januar ist Marcus Wolter Brainpool-Chef, seit August 2018 ist er ja auch CEO und Co-Gesellschafter des Deutschland-Geschäfts von Banijay. Jörg Grabosch und Andreas Scheuermann wurden bereits im vergangenen Jahr als Geschäftsführer abberufen - das wurde auch im August 2018 gerichtlich bestätigt.

Brainpool wurde 1994 von Jörg Grabosch, Martin Keß und Ralf Günther gegründet und hat eine bewegte Vergangenheit hinter sich. In der Börseneuphorie zur Jahrtausendwende ging das Unternehmen an die Börse, wurde erst von VIVA Media übernommen und später Teil von Viacom. Zum 1. Januar 2007 wurde Brainpool im Rahmen eines Management-Buyouts wieder selbstständig und Jörg Grabosch, Ralf Günther, Andreas Scheuermann sowie Stefan Raab zu Gesellschaftern mit je 25 Prozent der Anteile bevor dann 2009 Banijay einstieg. Lange verzichtete Banijay auf ein aktives Mitspracherecht - dank Stefan Raab liefen die Geschäfte schließlich rund. Als der sich jedoch von den TV-Schirmen verabschiedete, kam auch Brainpool in schwieriges Fahrwasser. Banijay drängte danach verstärkt darauf, dass Brainpool Banijay-Formate für den deutschen Markt adaptieren soll. Das hatte Grabosch zuvor lange erfolgreich verhindert. 

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