Mit voller Werbegewalt versuchte ProSieben vor dem Start von "Lotta in Love" Aufmerksamkeit zu generieren und nutzt dafür alle nur möglichen Plattformen im eigenen Programm und der Senderfamilie. Dass dies alles nichts genutzt hat, ist bekannt. Die Serie wird ab sofort am Sonntagmorgen in Doppelfolgen erzählt, aber dennoch vorzeitig nach 130 statt 200 geplanter Folgen beendet.Für Produzentin Nina Maag lag das Problem der Serie in der mangelnden Vorbereitungszeit. "Der Zeitdruck war groß. Wir wollten unbedingt rasch starten und die Serie etablieren, bevor der WM-Wahnsinn losbricht", sagte sie der Tageszeitung "Die Welt". Da blieb keine Zeit für Marktforschung, so dass man erst Wochen nach dem Start der Serie erfuhr, dass die Serie bei den Zuschauern als viel zu beschaulich ankommt. Maag: "Dieser Schritt kam bei uns allerdings relativ spät, als die Serie bereits anlief und schon acht Wochen produziert waren. Wenn man Zeit hat, macht man das drei, vier Monate vorher und justiert noch mal nach."
Geändert wurde viel. Neuer Titelsong, Feinjustierungen an den Charakteren und völlig neue Drehbücher sollten für mehr Spannung sorgen. "Es ist uns sehr gut gelungen", glaubt Maag. Kritik an der grundsätzlichen Story der Serie, die "Doppelte Lottchen"-Idee will sie aber nicht gelten lassen. Maag: "Die Zwillingsgeschichte absolut ein Hook. Darauf waren die Leute gespannt. Allerdings braucht man für so eine Geschichte die relative hohe Aufmerksamkeit der Zuschauer. Um 18 Uhr gibt es die nicht so."
Von einem Scheitern der Serie will die Produzentin dann auch nicht sprechen. Wie bei fast jeder abgesetzten Sendung schwingt Trauer und Trotz mit, wenn auf zuletzt leicht ansteigende Quoten verwiesen wird. 14 Prozent Marktanteil waren es aber immer noch nicht. Aber: "Keiner weiß, ob wir das vielleicht in zwei, drei Wochen noch erreicht hätten", spekuliert Maag. Die Stimmung bei der Produktion ist inzwischen schon "niedergeschlagen". Aber immerhin: Die Serie kann zuende gedreht werden. Und für den Sonntagmorgen gibt sich Maag dann auch optimistisch: "Ich glaube, daß ist ein guter Sendeplatz für "Lotta in Love"."
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