Bild am Sonntag-Chefredakteurin Marion Horn © Springer
Nachfolgerin schon benannt

Der Umbau geht weiter: Marion Horn verlässt die "BamS"

 

Es ist bereits spekuliert worden, nun hat Axel Springer den nächsten prominenten Abgang bestätigt. "BamS"-Chefredakteurin Marion Horn geht im Zuge des Konzernumbaus, weil sie die neue Redaktionsstruktur nicht mittragen will. Eine Nachfolgerin ist schon gefunden.

von Timo Niemeier
12.11.2019 - 13:11 Uhr

Nach Nikolaus Blome und Andreas Wiele verlässt nun auch Marion Horn Axel Springer. Die Chefredakteurin der "Bild am Sonntag"  ("BamS") geht im Zuge des Konzernumbaus auf eigenen Wunsch, das hat Springer in einer Pressemitteilung bekanntgegeben. Das Medienunternehmen bestätigte damit eine Meldung von "kress", das kurz zuvor über den bevorstehenden Abgang Horns berichtete. Schon Ende September berichtete "Horizont", dass sich die Wege von Horn und Springer wohl bald trennen würden. 

Horn hat eine lange Karriere beim Verlag hinter sich: Sie kam 2001 zu "Bild" und war rund sechs Jahre lang Vize-Chefredakteurin, bevor sie in gleicher Position für ein Jahr zur "BamS" wechselte. 2008 kehrte sie zu "Bild" zurück und wurde 2012 zur Stellvertreterin des Chefredakteurs berufen. Seit dem 1. Oktober arbeitete sie als Chefredakteurin der Sonntags-Zeitung. Zuvor war sie unter anderem Chefredakteurin der "Hamburger Morgenpost" und leitete verschiedene Entwicklungsprojekte.

Zu ihrem Abschied sagt Marion Horn: "Ich danke Axel Springer für fast 20 Jahre Freiheit bei meiner journalistischen Arbeit. Und ich danke der großartigen Redaktion von ‘Bild am Sonntag’ für die letzten sechs Jahre. Dieses Team hat jede Ausgabe mit Leidenschaft, Disziplin und großem Können zu einer ganz besonderen Zeitung gemacht. Ich kann mich an keinen Sonntag ohne zumindest eine relevante exklusive Geschichte erinnern. Dieses hervorragende Team wird sicher auch in der neuen Redaktionsstruktur eine wichtige Rolle spielen."

Horn wollte keine Zusammenlegung der Redaktionen

In ihrem Statement sagt Horn aber auch ganz offen, weshalb sie das Unternehmen nun verlässt. "Eine eigenständige Redaktion ist aber eine wichtige Basis für meine Art des Journalismus. Ich gehe deshalb auf eigenen Wunsch." Springer kündigte Ende September an, die Redaktionen von "Bild" und "BamS" weiter zusammenführen zu wollen (DWDL.de berichtete).

Einen Nachfolger für die 53-jährige Horn hat Springer bereits gefunden: Die "BamS" wird künftig von Alexandra Würzbach geleitet. Sie arbeitete bislang als Stellvertreterin des "Bild"-Chefredakteurs für die Zeitung. Zusätzlich zu ihrer neuen Aufgabe als "BamS"-Chefin wird Würzbach zudem Mitglied der Chefredaktion der "Bild"-Gruppe. Ihre journalistische Ausbildung startete sie 1990 an der Axel Springer Journalistenschule, danach arbeitete Würzbach unter anderem bei "Bild" in Dresden, als Unterhaltungschefin bei der "B.Z." und als Textchefin in der "Bild"-Bundesredaktion. Seit 2007 ist sie als Autorin bei "Bild" und seit 2013 Mitglied der Chefredaktion.

"Ich verstehe, wenn Marion Horn für sich feststellt, dass ihr die neue, gemeinsame Redaktionsstruktur mit ‘Bild’ nicht entspricht."
"Bild"-Chefredakteur Julian Reichelt

Springer-CEO Mathias Döpfner sagt zu den Veränderungen: "Marion Horn ist eine großartige, mehrfach ausgezeichnete Journalistin. Sie hat als Chefredakteurin mit Kompetenz und Leidenschaft insbesondere die investigative und politische Relevanz von ‘Bild am Sonntag’ geprägt. Wir bedauern ihr Ausscheiden sehr und wünschen ihr viel Glück und Erfolg. Alexandra Würzbach wird das besondere journalistische Profil und Erscheinungsbild von ‘Bild am Sonntag’ ausbauen und weiter stärken."

"Bild"-Chefredakteur Julian Reichelt ergänzt: "Marion Horn hat die Leser von ‘Bild am Sonntag’ jede Woche mit exklusiven und bewegenden Geschichten begeistert. Ich verstehe aber, wenn sie für sich feststellt, dass ihr die neue, gemeinsame Redaktionsstruktur mit ‘Bild’ nicht entspricht. Alexandra Würzbach ist seit vielen Jahren eine fantastische Blattmacherin bei ‘Bild’. Sie wird zukünftig für ‘Bild am Sonntag’ auch auf die breite Themenkompetenz und die herausragenden Reporter des gesamten redaktionellen Teams von ‘Bild’ für Print und Digital zugreifen können."

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