Team Chocolate © De Mensen
Mehr europäische Koproduktionen

Austausch mit Belgien: ndF plant "Team Chocolate"-Adaption

 

Die Macher von "Bergdoktor" und "Um Himmels Willen" adaptieren die belgische Serie "Team Chocolate" fürs ZDF und wollen ihr Geschäft mit internationalen Koproduktionen ausbauen. Zum "Schwarm" gesellen sich Serien wie "Crossroads" und "The Man Who Died".

von Torsten Zarges , Berlin
24.02.2020 - 07:05 Uhr

"Die große Stärke der Serie, die Filip Lenaerts und Marc Bryssinck gemeinsam entwickelt, geschrieben und inszeniert haben, ist die Unaufgeregtheit, mit der eine zauberhafte Geschichte über das Leben und die Liebe erzählt wird", urteilte das Medienmagazin DWDL.de im Sommer 2017 über "Team Chocolate". Der belgische Mix aus Romantic Dramedy und Roadmovie – im flämischen Original "Tytgat Chocolat" – erzählt die Geschichte von jungen Menschen mit Down-Syndrom, die in der Verpackungsabteilung einer Schokoladenfabrik arbeiten.

Eric Welbers und Matthias Walther, die beiden Geschäftsführer der neuen deutschen Filmgesellschaft (ndF), haben Gefallen an "Team Chocolate" gefunden. Mit ihrer italienischen Tochterfirma Viola Film hatten sie das belgische Format voriges Jahr für Rai 1 adaptiert: "Ognuno è perfetto" erreichte im Dezember durchschnittlich 4,5 Millionen Zuschauer und 20,5 Prozent Marktanteil. Jetzt ist Deutschland an der Reihe: Die ndF arbeitet zurzeit an einer Adaption der Serie für das ZDF, wie Welbers und Walther am Rande der Berlinale verrieten.

Das passt ins Bild eines verstärkten europäischen Austauschs, mit dem die Münchner Produktionsfirma ihr Brot- und Buttergeschäft mit langlaufenden Serien wie "Der Alte", "Der Bergdoktor", "Die Bergretter" oder "Um Himmels Willen" erweitern will. Gerade erst ist die ndF mit einer Mehrheitsbeteiligung bei der belgischen Bravado Film von Produzent Jan Theys eingestiegen (DWDL.de berichtete). Theys war zuvor Manager für internationale Koproduktionen bei De Mensen, dem ursprünglichen Produzenten von "Team Chocolat". An alter Stelle hatte er auch noch das Projekt "Crossroads" eingefädelt, das De Mensen und ndF International Production für France Télévisions und ARD Degeto koproduzieren.

Welbers spricht von einem "Scandi Blue"-Crime-Format. "Crossroads" erzählt die Geschichte des Ehepaars Sophie und Thomas, dessen Sohn verschwindet. Sophie hängt ihre Karriere als Anwältin daraufhin an den Nagel, um Polizistin zu werden; Thomas ist der Leiter der Kripo. Treibende Kraft jeder Episode ist ein komplexer Fall, den die Kripo lösen muss. Nebenbei versucht Sophie, die Wahrheit über das Verschwinden ihres Sohns herauszufinden. "Professor T"-Autor Paul Piedfort hat die Drehbücher für drei Folgen à 100 Minuten verfasst; gedreht wird ab April in Belgien unter der Regie von Frank van Mechelen ("Salamander").

Insgesamt acht verschiedene Projekte sind laut Welbers bei ndF International Production momentan in Entwicklung. Das strategische Ziel lautet, ein Stückchen unabhängiger von lokalen Auftragsproduktionen zu werden. Eines der Projekte ist die sechsteilige Serie "The Man Who Died" nach dem gleichnamigen finnischen Bestseller von Antti Tuomainen, hierzulande unter dem Titel "Die letzten Meter bis zum Friedhof" erschienen. Darin erfährt ein Mann, dass er vergiftet wurde, und nutzt die ihm verbleibende Lebenszeit, um seinen Mörder zu suchen. Partner der ndF ist die finnische Produktionsfirma Luminoir; die Drehbücher schreibt der nordirische Autor Brendan Foley. Die Dreharbeiten sollen voraussichtlich 2021 in Finnland und Japan stattfinden.

Das größte Projekt der ndF International Production ist die Serienadaption von Frank Schätzings Bestseller "Der Schwarm" zusammen mit Intaglio Film, deren Dreharbeiten im August in Südafrika beginnen sollen. Neben dem ZDF sind dem Vernehmen nach auch France Télévisions, Rai und ORF sowie zwei regionale Streaming-Plattformen aus Skandinavien und Asien mit an Bord. Regie und Hauptdarsteller sollen bis Ende März feststehen.

Über den Autor

Torsten Zarges ist seit 2013 Chefreporter des Medienmagazins DWDL.de. Stellt liebend gern Fragen – an deutsche Intendanten wie an US-Showrunner. Beruflich wie privat dreht sich bei ihm (fast) alles um Serien. Zitiert Selina Meyer: "Suck-up isn´t gonna fix a f***-up."

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