Nico Hofmann © Willi Weber/SFD
UFA-Chef zur Corona-Situation

Nico Hofmann: "Spüre große Solidarität in der Branche"

 

Aktuell kommen die meisten fiktionalen Produktionen zum Erliegen - doch einen monatelangen Produktionsstopp könne wirtschaftlich niemand duchhalten, mahnt UFA-Chef Nico Hofmann. Immerhin nimmt er aktuell aber große Solidarität in der Branche wahr

von Uwe Mantel
23.03.2020 - 11:25 Uhr

Die meisten fiktionalen Produktionen sind aufgrund der Corona-Krise vorerst unterbrochen, um die Mitarbeiter zu schützen und die Auflagen der Behörden einhalten zu können. UFA-Chef Nico Hofmann bezeichnet dieses Vorgehen als richtig - mahnt aber auch, dass nun nach Lösungen gesucht werden müsse, den Betrieb perspektivisch wieder aufnehmen zu können. "Kein Mensch in unserer Branche wird durchhalten, wenn die deutschen Produktionen monatelang stillstehen", sagt Hofmann in einem Interview mit "Bild". Wenn ein Set geschlossen werde, hingen daran stets mindestens 60 Personen und ihre Familien. "Es stehen Existenzen auf dem Spiel."

Bei den täglichen Serien "GZSZ", "Alles was zählt" und "Unter Uns" prüfe man derzeit daher beispielsweise gemeinsam mit dem Sender, wie man Storylines umschreiben und Sets umbauen könne, um die Sicherheit der Beteiligten zu gewährleisten und trotzdem wieder produzieren könne. "Es wird, wenn wir weiterdrehen, an jedem Set, in jedem einzelnen Fall darauf geachtet, dass wir die Abstände vergrößern und die hygienischen Standards noch weiter verbessern. Wir versuchen perspektivisch, den Betrieb, wo immer es geht, am Laufen zu halten. Aber es bleibt jeden Tag eine Herausforderung, und der Ausgang ist im Moment offen", so Hofmann. Vor allem fordert er einheitliche Regelungen unter den Bundesländern.

Immerhin spüre er aber aktuell eine große Solidarität innerhalb der Branche. "Dieses 'Jeder gegen Jeden' ist weg", berichtet Nico Hofmann. Und weiter: "Ich habe mit anderen Produzenten vereinbart, dass wir uns nach der Krise untereinander besser abstimmen, was wann gedreht wird, damit möglichst viele Menschen gleichzeitig wieder arbeiten können." Aufgearbeitet werden könnte die aktuelle Situation übrigens auch fiktional. Hofmann: "Wir haben tatsächlich überlegt, ob wir mit 'Charité' in die Jetztzeit springen. Ich bin erschrocken, als ich gerade noch einmal die erste Staffel gesehen habe, in der wir Robert Koch porträtiert haben. Die Bilder unserer Serie erinnerten mich stark an die aktuellen aus Italien."

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