M.O.M. - Milf oder Missy © Joyn / Benedikt Müller
Werbung gestoppt, Name geändert

Joyn reagiert auf Kritik an Datingshow "M.O.M."

 

Mit etwas Verspätung hat die Joyn-Datingshow "M.O.M. - Milf oder Missy" für Kritik gesorgt, vor allem der Titel und sexistische Werbung standen im Fokus. Nun reagiert die Streamingplattform und hat den Namen des Formats entschärft.

von Timo Niemeier
05.06.2020 - 14:39 Uhr

Schon Anfang Mai ist bei Joyn die neue Datingshow "M.O.M. - Milf oder Missy" gestartet, für viele Schlagzeilen war sie bislang eher nicht gut - bis jetzt. Denn in den vergangenen Tagen regte sich, ausgelöst wohl durch eine Werbekampagne, immer stärkere Kritik an dem Format. Sowohl der Titel, insbesondere der Begriff "Milf", als auch die Motive der Kampagne sorgten für negative Reaktionen. Beim Werberat sind 111 Beschwerden eingegangen, aber auch öffentlich äußerten sich Personen. Die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner etwa warf Joyn vor, mit der Kampagne die Menschenwürde zu verletzen. 


Auf Plakaten zur Show waren unter anderem zwei lächelnde Frauen zu sehen, darunter stand der Schriftzug: "Was Altes? Was Junges? Was Neues!". Für sie stehe außer Frage, dass Frauen hier wie Dinge behandelt würden, so Aigner in einem Brief an den Vorstandssprecher von ProSiebenSat.1, aus dem die "SZ" zitiert. Bei Joyn, der Streamingplattform von ProSiebenSat.1 und Discovery, reagiert man nun und hat umfassende Änderungen angekündigt. 

So wird der Titel der Show geändert, sie heißt künftig schlicht: "M.O.M.", das bestätigte Joyn auf Anfrage von DWDL.de. Zuerst hatte die "FAZ" darüber berichtet. Auch in der Kommunikation gibt es Veränderungen, hier will Joyn ab sofort auf den Begriff "Milf" verzichten, einige Plakate werden daher zurückgezogen bzw. verändert. Sofern möglich werde man auch Anpassungen an der Sendung vornehmen. So sollen die Ausgaben teilweise neu vertont werden - auch hier wird man künftig auf den Begriff "Milf" verzichten - zumindest bei den Off-Kommentaren, nicht bei den Teilnehmern, berichtet die "FAZ". 


Vom Werberat heißt es gegenüber der "FAZ", Joyn habe zugesichert, den Ausdruck "Milf" von allen Plakaten zu entfernen und die Sendung neu zu vertonen. "Das Unternehmen hat die Werbung zurückgezogen und damit wird das Verfahren vor dem Werberat eingestellt", sagt Katja Heintschel von Heinegg, Leiterin des Werberats. "Eine Rüge sprechen wir nur aus, wenn ein Unternehmen sagt: Wir halten trotz Beanstandung des Werberats an der Werbung fest. So weit ist es in diesem Verfahren ja gar nicht gekommen, der Werberat hatte wie üblich zunächst um Stellungnahme gebeten."

"Natürlich haben wir uns in den vergangenen Tagen ausführlich mit dem Feedback zu unserer Marketingkampagne zum Format ‘M.O.M.’ beschäftigt. Wir hören die Stimmen der Joyn Community, dass für sie die Plakatkampagne für ‘M.O.M - Milf oder Missy’ etwas zu weit geht. Die Intention hinter dem Format ist, Rollenklischees aufzubrechen und sich mit der Thematik Altersunterschied in der Beziehung auseinanderzusetzen – ein polarisierendes Thema in unserer Gesellschaft. Deshalb haben wir uns gezielt für kontroverse Formulierungen entschieden", heißt es in einer Stellungnahme von Joyn. Man verstehe jedoch, dass der Begriff "Milf" und die Plakatkampagne ohne diesen Kontext irreführend sein könne. 

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