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Zusage um einige Wochen verlängert

ZDF trägt auch weiterhin Mehrkosten bei Unterbrechungen

 

Das ZDF wird sich auch weiterhin mit 50 Prozent an Mehrkosten beteiligen, die infolge von Drehunterbrechungen entstehen. Das hat der Sender nun angekündigt und nimmt damit zumindest etwas Druck von einigen Produzenten. Ein anderes Problem aber bleibt.

von Timo Niemeier
30.07.2020 - 11:55 Uhr

Seit Ausbruch der Coronakrise übernimmt das ZDF die Hälfte der Mehrkosten, die bei Produzenten anfallen, wenn diese Dreharbeiten wegen der Pandemie unterbrechen müssen. Das wird vorerst auch so bleiben. Eigentlich lief die entsprechende Zusage Ende Juli aus, entsprechend unruhig waren einige Produzenten in den vergangenen Tagen. Nun hat das ZDF angekündigt, die bisherige Praxis bis Mitte September zu verlängern. Außerdem könnten auch weiterhin Abschlagszahlungen zeitlich vorgezogen werden, um die Liquidität der Produktionsfirmen zu verbessern, so der Sender. 


Das ZDF übernimmt außerdem bei Auftragsproduktionen auch weiter alle Mehrkosten, die etwa für zusätzlichen Arbeitsschutz und Hygienemaßnahmen anfallen und nach einer Prüfung zu 100 Prozent anerkannt werden. Das ZDF verspricht den Produzenten hier eine unbürokratische Herangehensweise. 

ZDF-Intendant Thomas Bellut sagt zur nun getroffenen Entscheidung: "Wir stehen zu unserer Verantwortung und tun, was wir können, um die Fernsehbranche bestmöglich zu unterstützen." Das ZDF könne aber nicht mit Beitragsgeldern alle unternehmerischen Risiken abfedern, so Bellut. Auch Produktionsfirmen und Politik seien gefragt. "Mit unserem Maßnahmenpaket wollen wir helfen, die Zeit zu überbrücken, bis ein staatlicher Ausfallfonds greift. Die Initiative von Bund und Ländern begrüße ich ausdrücklich. Nötig ist jetzt eine enge Koordinierung, damit Deutschland dem Beispiel anderer europäischer Länder folgen kann. Wir werden es nur gemeinsam schaffen, die Vielfalt und Kreativität der deutschen Produktionslandschaft zu erhalten." 


Bellut spricht damit etwas an, was seit Wochen für Unmut in der Branche sorgt. Der Bund hatte bereits einen 50 Millionen Euro schweren Ausfallfonds angekündigt, der soll aber nur für Kinofilme und High-End-Serien gelten - ein Großteil der TV-Produktionen wäre damit nicht abgedeckt. Einige Länder haben nun ihrerseits Töpfe angekündigt, mit denen man diesen Bereich stützen will - sowohl Produzenten als auch Landespolitiker fordern aber einen einheitlichen Topf. "Wenn der Ausfallfonds für Film und Fernsehen nicht im Laufe des August startet, steht die gesamte Branche vor einem großen Problem", sagte zuletzt Alexander Thies, Vorsitzender der Produzentenallianz. 

Die Produzentenallianz appellierte damals an Politiker, und Auftraggeber vor allem auch deshalb, weil die Produzenten ab August nicht mehr grundsätzlich auf die Zusage der Mehrkosten-Übernahme durch die Sender ausgehen können. Zumindest im Fall des ZDF ist das nun erst einmal vom Tisch. 

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