Die Produktionsfirma ITV Studios Germany hat Raili Odenthal zum Director Duty of Care ernannt. Die 39-Jährige, die schon seit 2012 im Unternehmen ist, verantwortet den Bereich seit Anfang des Monats in der neu geschaffenenen Position und berichtet dabei direkt an COO Martin Borowski. Ihre Aufgabe ist es, das Wohlergehen aller Protagonistinnen und Protagonisten sicherzustellen. Dieses stehe "immer an oberster Stelle", sagt sie, und sei auch "nicht verhandelbar".
"Als Fernsehmacher haben wir selbstverständlich eine Verantwortung gegenüber diesen Menschen und diese nehmen wir bei uns ernst. Das gilt nicht nur für unsere großen Reality-Formate, sondern ist vor allem dann besonders wichtig, wenn wir für ein Format mit Kindern oder Jugendlichen arbeiten", so Odenthal. Die Arbeit beginnt bereits gemeinsam mit der Casting-Abteilung. "Sobald die ersten potentiellen Kandidaten für ein Format gesucht werden, sind wir im engen Austausch und schauen uns die Auswahl an. Dabei werden wir auch immer von freien Psychologen unterstützt, die den gesamten weiteren Prozess begleiten."
Bis zur Teilnahme an einer Sendung, würden viele Gespräche geführt, betont Raili Odenthal - "auch um sicherzustellen, dass sie wissen und verstehen, was die Teilnahme mit sich bringen kann". Neben positiven Erfahrungen gebe es auch immer wieder negative Begleiterscheinungen, etwa Hasskommentare in den sozialen Netzwerken. "Vor denen können wir niemanden bewahren, aber natürlich im Umgang damit unterstützen. Daher gibt es auch kein richtiges 'Aufhören', denn wir begleiten unsere Teilnehmer auch über die Ausstrahlung einer Sendung hinaus."
Schon seit 2019 ist das Thema Duty of Care bei ITV auf globaler Ebene verankert und wird seitdem auch bei dem deutschen Produktionsarm mit verschiedenen Maßnahmen umgesetzt. In Großbritannien war die von ITV Studios produzierte Realityshow "Love Island" vor rund fünf Jahren in die Kritik gekommen, nachdem sich innerhalb kurzer Zeit zwei Protagonisten der Show das Leben genommen hatten.
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