"Tina Mobil" ist 2021 ein schöner Erfolg für Das Erste gewesen. Mit der linearen Ausstrahlung erreichte man bisweilen mehr als vier Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer, die Marktanteile der sechs Folgen lagen durchweg über dem Senderschnitt. Und vielleicht noch wichtiger: Auch die Kritik waren überwiegend gut für die Serie, in der es um eine Frau ging, die sich, nachdem sie fristlos gefeuert wurde, kurzerhand mit einem eigenen Bäckermobil selbstständig gemacht hat. Die Serie heimste sogar einen Grimme-Preis und einen Fernsehpreis der Deutschen Akademie für Fernsehen ein. 

Doch nun steht fest: Eine zweite Staffel wird es nicht geben. Das hat die Drehbuchautorin der Serie, Laila Stieler, nun in einem Interview mit dem Online-Magazin "Palais F*luxx" bestätigt. "Palais F*luxx", gegründet von der Journalistin Silke Burmester, ist auch Initiatorin der Kampagne "Let´s Change The Picture", die für mehr Sichtbarkeit von Frauen ab 47 Jahren in den Medien wirbt. Burmester selbst hatte 2021 in einem DWDL.de-Interview "Tina Mobil" ausdrücklich gelobt: "Dort ist es gelungen, das Leben einer ganz normalen Frau zu zeigen, wie es ist", sagte sie damals

Dass es schwierig werden würde mit einer Fortsetzung, war schon seit einiger Zeit klar, schließlich stand der kriselnde RBB hinter der Serie. Dort will man bekanntlich bis Ende 2024 alle Fiction-Ambitionen massiv herunterschrauben (DWDL.de berichtete). Aber offenbar haben sich auch keine anderen Sender für eine zweite Staffel gefunden. "Es hat Gespräche mit der Degeto und anderen ARD-Anstalten gegeben", sagt Laila Stieler in dem Interview nun. Sie selbst sei aber nicht dabei gewesen. "Ich weiß nur, dass meine RBB-Redakteurinnen gekämpft haben, aber schlussendlich sich niemand gefunden hat, der in ‘Tina’ investieren wollte."

Produziert wurde "Tina Mobil" von X Filme Creative Pool. "Mein Produzent Michael Polle reißt sich ein Bein aus, um doch noch etwas möglich zu machen mit anderen Sendern oder Plattformen. Peinlich für die ARD, finde ich", sagt die Drehbuchautorin. Die Bücher für eine mögliche zweite Staffel hat Stieler bereits fertig in der Schublade liegen. Falls sich doch noch ein Abnehmer dafür findet, könnte es also schnell gehen. 

Im Interview mit "Palais F*luxx" spricht Laila Stieler auch darüber, wie wenig sie als Autorin überhaupt mitbekommt von Entscheidungen, die in den Sendern getroffen werden. "In solchen Momenten wird mir schmerzlich bewusst, wie weit am Ende der Nahrungskette ich als Autorin sitze. Ich habe jedenfalls das Gefühl, dass ich keine Möglichkeit habe, Einfluss zu nehmen. Diese Ohnmacht ist kein schönes Gefühl, aber wohl allgegenwärtig", sagt Stieler.