Hört man sich in der TV-Branche um, so ist die Stimmung bezüglich des kriselnden Werbemarktes längst gedämpft. Ob es in diesem Jahr tatsächlich noch zu einer Erholung kommen wird, ist weiter unklar. Die Hoffnungen der Vermarkter liegen auf dem vierten Quartal und hier insbesondere auf dem wichtigen Weihnachtsgeschäft. Die nun von Nielsen vorgelegten Bruttowerbezahlen für den Juli zeigen: Noch gibt es keinen Aufschwung.
Das Fernsehen kam im Juli auf Bruttowerbeeinnahmen in Höhe von rund einer Milliarde Euro - das war geringfügig weniger als vor einem Jahr. 2021 lagen die Einnahmen der Sender im siebten Monat des Jahres noch bei etwa 1,15 Milliarden. Auf Jahressicht liegt das Fernsehen aktuell bei einem Minus in Höhe von 8,1 Prozent, keine andere Mediengattung verzeichnet laut Nielsen einen so hohen, prozentualen Rückgang der Bruttowerbeeinnahmen.
Insgesamt weist Nielsen für den Juli Bruttowerbespendings in Höhe von 2,28 Milliarden Euro aus, das waren auf vergleichbarer Basis etwas mehr als im Vorjahresmonat. Bei einem Rückgang im Fernsehen heißt das: Die anderen Mediengattungen haben zugelegt. Vor allem bei den Zeitungen und im Bereich Out of Home stiegen die Einnahmen spürbar. Dennoch liegt der Gesamtmarkt auf das Jahr gerechnet noch mit 3,3 Prozent im Minus.
Einen richtig guten Monat verzeichnete das Kino, was wohl nicht zuletzt auch auf die beiden Kassenschlager "Barbie" und "Oppenheimer" zurückzuführen ist. Wer in den zurückliegenden Wochen ins Kino ging, kam an diesen beiden Filmen nicht vorbei. Die Bruttowerbespendings lagen hier bei 13,69 Millionen Euro. Im Vergleich zum Gesamtmarkt ist das ein verschwindend geringer Betrag - für die Kinos ist er aber Überlebenswichtig. Im Vergleich zum Juni konnten die Kinos ihre Bruttowerbeeinnahmen damit fast verdoppeln, es war zudem der mit Abstand höchste Wert in diesem Jahr. Auf Jahressicht liegt das Kino aktuell bei einem Bruttowerbe-Plus von 48,6 Prozent - nach wie vor holen viele Kinobetreiber Corona-Effekte auf, die ihre Einnahmen einst drastisch einbrechen haben lassen.
Wie immer gilt es bei den Nielsen-Zahlen zu berücksichtigen, dass hier die Listenpreise zugrunde gelegt werden und Rabatte, Eigenanzeigen und Tauschgeschäfte nicht berücksichtigt sind. Die tatsächlichen Einnahmen etwa der TV-Sender sind teils deutlich geringer.
von



