Premiere hält im 1. Quartal Kurs auf Gewinnzone

Der Umsatz stieg in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres auf 237 Mio EUR. Das sind 31 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum (1. Quartal 2002: 182 Mio EUR). Die operativen Kosten wurden von 357 Mio EUR um 31 Prozent auf 246 Mio EUR ge-senkt. Damit konnte Premiere den operativen Verlust (negatives EBITDA) von 176 Mio EUR im Vorjahresquartal auf 9 Mio EUR reduzieren - eine Verbesserung um 95 Prozent. "Premiere hält direkt und konsequent Kurs auf die Gewinnzone. Wir sind mehr denn je überzeugt, dass Abofernsehen auch im deutschsprachigen Markt ein Erfolg werden kann", so Premiere-Geschäftsführer Dr. Georg Kofler. Das Geschäftsjahr 2003 verlaufe besser als bislang prognostiziert. Premiere rechnet damit, den für das Gesamtjahr 2003 geplanten Verlust um mindestens 20 Mio EUR zu unterschreiten. Im 1. Halbjahr 2004 will das Unternehmen operativ ein positives Ergebnis erreichen.

Die Zahl der Premiere-Abonnenten stieg innerhalb des 1. Quartals netto - nach Abzug der Kündigungen - um 41.469 auf 2.637.934
(Stichtag: 31.03.2003). Im 1. Quartal 2002 war der Abobestand dagegen um 15.460 auf 2.396.430 (Stichtag: 31.03.2002) gesunken. Ein Sondereffekt hat die Abonnentenstatistik im 1. Quartal 2003 belastet: Am 28. Februar 2003 wurde die Ausstrahlung von PREMIERE ANALOG eingestellt. Damit gingen Premiere knapp 41.000 Abonnenten verloren. Die aus der Analog-Abschaltung resultierenden Umsatzausfälle sind im Geschäfts-plan von Premiere berück-sichtigt und werden durch Einsparungen bei Programm und Verbreitung kompensiert. Seit dem 1. März 2003 sendet Premiere als erstes deutsches Fernsehunternehmen ausschließlich digital. In den Digital-Haushalten konnte Premiere innerhalb des 1. Quartals 2003 einen Nettozu-wachs von rund 82.000 Kunden verzeichnen. Im Jahresvergleich (Stichtag: 31.03.) erhöhte Premiere seinen gesamten Abonnentenbestand netto um 241.504. Das entspricht einer Steigerung von 10,1 Prozent.

Die Akzeptanz für das neue Premiere wächst auch bei seinen Bestandskunden. Die steigende Programmzufriedenheit wirkt sich positiv auf das Kündigungsverhalten aus. Im 1. Quartal 2003 ging die Kündigungsrate auf 12,8 Prozent (Stichtag: 31.03.2003) zurück - und lag damit so niedrig wie nie zuvor in der Geschichte von Premiere. Die Kündigungsrate zeigt das Verhältnis zwischen dem durchschnittlichen Abonnentenbestand und der Anzahl der Kündigungen der letzten zwölf Monate. Diese Kündigungsrate wird rollierend fortgeschrieben, immer stichtagsbezogen auf die vergangenen zwölf Monate. Im 1. Quartal 2002 betrug die Kündigungsquote noch 18,6 Prozent (Stichtag: 31.03.2002).

Die Steigerung des Gesamtumsatzes auf 237 Mio EUR resultiert aus dem anhaltenden Abonnenten-wachstum, steigenden Erlösen durch
Receiver- Verkäufe und höheren Umsätzen pro Abo-Haushalt. Der Umsatz im Kerngeschäft mit Programm-Abos stieg im 1. Quartal 2003 um 17 Prozent auf 165 Mio EUR (1. Quartal 2002: 141 Mio EUR). Hauptgrund dafür war der Zuwachs des Abonnentenstamms. Außerdem haben sich innerhalb des 1. Quartals rund 150.000 Bestandsabonnenten für ein umfangreicheres Programmpaket entschieden. Auch PREMIERE DIREKT, das Pay-per-View-Angebot von Pre- miere, hat sich erfolgreich entwickelt: Der Umsatz nahm um 72 Prozent auf 4,7 Mio EUR (2,7 Mio EUR) zu. Rund 1,5 Millionen Tickets für aktuelle Kino-Hits, Erotikfilme, Konzert- und Sport-Events verkaufte PREMIERE DIREKT in den ersten drei Monaten 2003, 400.000 Tickets mehr als im 1. Quartal 2002.

Weiterhin erfolgreich verläuft der Verkauf von digitalen TV- Receivern an bestehende und neue Abonnenten von Premiere: Mit dem Absatz von 275.000 Receivern hat Premiere im 1. Quartal 2003 einen Umsatz in Höhe von 34 Mio EUR erzielt. Der entsprechende Waren- und Vermarktungseinsatz betrug 33 Mio EUR. Kofler: "Der Besitz eines Premiere-geeigneten Digital-Receivers stärkt die Kundenbindung. Außerdem kann Premiere in der Vermarktung attraktive Kombi-Angebote aus Digital-Receiver und Programm-Abo unterbreiten. Wir fördern damit die Verbreitung Premiere-geeigneter Receiver und geben wichtige Impulse für die Entwicklung des digitalen Fernsehens insgesamt. Schon bald wird der eigene digitale TV-Receiver so selbstverständlich sein wie der CD-Player." Zum 31. März 2003 besaßen 1,1 Millionen Premiere-Abonnenten einen eigenen Digital-Receiver. Dies entspricht 41 Prozent aller Premiere- Kunden. Ein Jahr zuvor waren es noch 340.000, 14 Prozent des damaligen Abonnentenbestandes. Durch den steigenden Anteil der Kauf-Receiver gehen die Umsätze aus der Vermietung von d-boxen plangemäß zurück. Die entsprechenden Mieterlöse sanken von 33 Mio EUR im 1. Quartal 2002 um 16 Prozent auf 28 Mio EUR im 1. Quartal 2003.

Der durchschnittliche Umsatz pro Abonnent (ARPU: average revenue per user; Netto-Umsatz ohne Mehrwertsteuer) stieg im 1. Quartal 2003 auf 25,14 EUR im Monat - ein Plus von 2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (1. Quartal 2002: 24,50 EUR). Der ARPU-Anteil aus dem Programm-Abo steigerte sich dabei um 7,5 Prozent auf 20,96 EUR (19,50 EUR). Noch stärker wuchs der ARPU-Beitrag von PREMIERE DIREKT mit einer Steigerung um 57,7 Prozent auf 0,60 EUR (0,38 EUR). Der durchschnittliche Monatsumsatz pro Abonnent aus der Receiver-Miete ging von 4,63 EUR um 22,6 Prozent auf 3,58 EUR zurück.

Nach dem Sanierungsjahr 2002 kann das neue Premiere mit einer gesunden Kostenstruktur arbeiten. Dies gilt im Besonderen für den Programmbereich. Premiere hat in den vergangenen Monaten die Verhandlungen über eine Neustrukturierung der Programmlieferverträge mit der Filmwirtschaft und der Sportindustrie weitgehend abgeschlossen. Auf der Grundlage der neuen Verträge hat sich der Aufwand für das Gesamtprogramm von Premiere (inklusive
Abschreibungen) um 48 Prozent auf 128 Mio EUR (1. Quartal 2002: 246 Mio EUR) verringert. Auch bei der Gewinnung von Neuabonnenten hat Premiere die Kostenstruktur signifikant verbessert. Die Gewinnungskosten pro Neuabonnent konnten von 269 EUR im 1. Quartal 2002 auf 139 EUR im 1. Quartal 2003 annähernd halbiert werden.

Nach dem tiefgreifenden Stellenabbau im Sanierungsjahr 2002 zeigt sich der Wachstumskurs von Premiere auch in der Mitarbeiterentwicklung. Im 1. Quartal stieg die Zahl der Beschäftigten innerhalb der Premiere-Gruppe von 1.810 (31.12.2002) auf 1.900 (31.03.2003). Seit dem Beschäftigungstiefststand Ende September 2002 hat Premiere rund 160 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen. Nach der Neuorganisation der Premiere-Gruppe berücksichtigt die Mitarbeiterstatistik alle Beschäftigten der Premiere Fernsehen GmbH sowie die Mitarbeiter ihrer Tochtergesellschaften Premiere Österreich, Digital Playout Center (DPC), Call Center Schwerin und Call Center Lübeck. Mittelbar hat das Wachstum bei Premiere in den letzten sechs Monaten, insbesondere durch gestiegenen Kapazitätsbedarf im Kundenservice, für weitere 500 neue Arbeitsplätze bei externen Firmen gesorgt. Premiere ist damit eines der wenigen Medienunternehmen in Deutschland, das derzeit positive Impulse für den Arbeitsmarkt gibt.

Premiere Österreich ist im 1. Quartal 2003 der Sprung in die operativ schwarzen Zahlen gelungen. Das 100-prozentige Tochterunternehmen von Premiere erreichte einen Umsatz von 13,4 Mio EUR - ein Plus von 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (1. Quartal 2002, Premiere Österreich: 10,7 Mio EUR). Das operative Ergebnis verbesserte sich von minus 5,2 Mio EUR auf ein positives EBITDA in Höhe von 275.000 EUR. Premiere Österreich verzeichnete zum 31. März 2003 rund 145.000 Abon-nenten (31.03.2002: 140.000). Premiere Österreich ist in der Gewinn- und Verlustrechnung von Premiere voll konsolidiert.