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Seriendialoge (44): Wie komponiert man passende Musik?

 

Musik ist machtvoll: Sie kann uns zu Tränen rühren, gute Laune machen und noch einiges mehr. Und in Serien ist sie fast unerlässlich, wenn es um Gefühle geht. Worauf es bei Musik in Serien ankommt, erklärt Komponist Stefan Will in dieser Podcast-Folge. Er hat unter anderem den Score zu "4 Blocks" gemacht.

von Ulrike Klode
30.11.2018 - 16:46 Uhr

Gefühle im Fernsehen? Da gibt's doch Musik für! Tatsächlich spielt Musik in Serien eine größere Rolle, als wir das beim Gucken bemerken. Traurige, romantische oder auch dramatische Szenen wirken oftmals nur halb so stark, wenn sie nicht musikalisch begleitet werden. Andersherum kann Musik in Serien aber auch viel kaputtmachen: Wenn sie zu aufdringlich ist oder wenn sie nicht zur Szene passt. Um die vielen Facetten von Musik in Serien zu besprechen, habe ich einen Experten in diese Folge der "Seriendialoge" eingeladen: Stefan Will, Film- und Serienkomponist, der unter anderem die Musik zu "4 Blocks" geschrieben hat.

Ein Gespräch darüber, welche Funktionen Musik in Serien haben kann, wie Musik manchmal die Rettung für ein Projekt ist, über die Hintergründe für den Score von "4 Blocks" - und darüber, was der Experte zur Musik in "Lost", "Dark", "Deutschland 83" und "Babylon Berlin" sagt.  

Klicken Sie auf folgenden Audioplayer, um die Folge zu hören. 

Unser Gast diesmal: Stefan Will

Stefan Will komponiert Musik für Filme und Serien - vor allem im Bereich Krimi und Drama. Er hat für mehrere Christian-Petzold-Filme die Musik geschrieben, für viele Fernsehkrimis - darunter "Polizeiruf" und "Tatort" - und für einige Serien. Zu den Serien, für die er komponiert hat, gehören die deutsche Mafia-Serie "4 Blocks" oder auch „Die Protokollantin“ mit Iris Berben, die im Oktober und November im ZDF lief. Eine Liste seiner Werke findet sich in der Internet Movie Database.

Seriendialoge: Stefan Will
© Ulrike Klode
Selfie mit Flügel: Stefan Will hat in seiner Wohnung ein Tonstudio und im Wohnzimmer mehrere Musikinstrumente.   

Weiterführende Informationen zum Gespräch:

- Was das Leistungsschutzrecht in der Musikbranche bedeutet: Wikipedia-Eintrag.
- Die Abkürzung GVL steht für: Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten. Wikipedia-Eintrag
- Welche Labelcodes es gibt, und welche Rolle sie spielen: Wikipedia-Eintrag.
- Ein kurzes Making-of zur Musik von "Babylon Berlin".
- Das angesprochene Lied aus "Babylon Berlin" heißt "Zu Asche, zu Staub". Hier geht's zum Video. Komponiert wurde das Lied von Nikko Weidemann, Mario Kamien und Tom Tykwer.
- Die angesprochene Komödie von Regisseur Stefan Krohmer heißt "Neu in unserer Familie - Ein Baby für alle".
- Mehr Infos zu Marvin Krens Serien-Projekt "Freud" gibt's bei DWDL: "Freud-Serie: Netflix und ORF nennen weitere Details"

Serientipps aus Komponistensicht: 
- "Lost" - der Score wurde von Michael Giacchino komponiert.
- "Deutschland 83" - wird von vielen bekannten 80er-Jahre-Liedern geprägt, der Score wurde von Reinhold Heil komponiert.
- "Babylon Berlin" - der Score stammt von Johnny Klimek und Tom Tykwer.

Über die Autorin

Ulrike Klode ist freie Journalistin in Hamburg - und weil sie serienverrückt ist, schreibt und redet sie am liebsten über nichts anderes. Zum Beispiel in ihrer wöchentlichen Kolumne "Meine Woche in Serie" und im Podcast "Seriendialoge".

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Über die Seriendialoge

Auch in der neuen Staffel der "Seriendialoge" geht's natürlich um Serien. Allerdings nicht um bestimmte, wie in den Staffeln davor, sondern um Serien an sich: Journalistin Ulrike Klode fragt, wie Serien aufs Publikum wirken und wie sie gemacht werden. Sie spricht einerseits mit einer Serienforscherin und andererseits mit ganz unterschiedlichen Menschen, die dazu beitragen, dass eine Serie entsteht. Die sechste Staffel, immer freitags.

Ulrike Klode bei Twitter: @FrauClodette