© Chobe / photocase.com
Sports-Update vom 12. März

Bayern-Boss erwartet mehr TV-Geld, Facebook zeigt MLB

 

Von neuen Playern wie Amazon oder Apple erhofft sich Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge in Zukunft eine weitere Steigerung der TV-Einnahmen. Facebook erwirbt in den USA derweil exklusive Rechte an der MLB. Und: Erfolg für Wintersport.

von Alexander Krei
12.03.2018 - 10:17 Uhr

Geldscheine
© Chobe / photocase.com
Anders als Sky-Chef Carsten Schmidt rechnet Karl-Heinz Rummenigge mit weiter steigenden TV-Erlösen bei Fußballrechten. "Sie werden noch explodieren. Ich sage Ihnen auch, warum. Die wichtigsten Player sind noch gar nicht im Spiel", so der Bayern-Boss in der "GQ". "Die amerikanischen Unternehmen wie Apple, Amazon, Netflix, die kommen alle noch. Eines der letzten Güter, die noch Exklusivität im Medienbereich gewährleisten, ist Live-Sport, und Fußball ist der Sport, der weltweit am meisten verbreitet ist und die meisten Zuseher verspricht. Hollywoodfilme sehe ich ja seit Jahren bei Apple, bei Netflix, bei anderen Pay-TV-Angeboten. Live-Fußball noch nicht. Ich glaube, die ganz große Welle, die wird noch rollen. Denn für diese Unternehmen ist es doch nicht entscheidend, ob das Recht 500 Millionen oder eine Milliarde Euro kostet." Neue Player wie Amazon und DAZN seien bereits unterwegs. "Man kann sagen, die sammeln erste Erfahrungen, um sich dann später stärker und gezielter zu engagieren. Wenn sie voll einsteigen, werden die Preise in die Höhe schießen, weil diese Player andere Budgets zur Verfügung haben als traditionelle Sender."

Foto: Photocase/derfabseNachdem der TV-Vertrag der Serie A unter Dach und Fach ist (DWDL.de berichtete), arbeitet das italienische Sportministerum an einem neuen Verteilungsschlüssel innerhalb der Liga. Aktuell werden 40 Prozent der Medieneinnahmen zu gleichen Teilen unter allen 20 Vereinen der Serie A verteilt, künftig soll es die Hälfte sein, wie die Kollegen des Fachdienstes "Sponsors" berichten. 30 Prozent sollen demnach in Zukunft gemäß der sportlichen Leistungen ausgeschüttet werden. Erklärtes Ziel des Ministerums ist es, die Lücke zwischen den führenden und kleineren Vereinen zu schließen. Wie viel Geld am Ende wirklich verteilt wird, hängt noch davon ab, wie gut sich die TV-Rechte international verkaufen. Aktuell läuft die Ausschreibung, von der sich die Serie A Einnahmen in Höhe von 350 Millionen Euro verspricht.

Facebook
© flickr: dailyinvention/Facebook
Facebook verstärkt in den USA sein Engagement im Sportbereich und hat jetzt die Übertragungsrechte für 25 Spiele der Major League Baseball (MLB) in der kommenden Saison erworben. Schon im vergangenen Jahr hatte das soziale Netzwerk 20 Spiele übertragen - im Unterschied zu bisher werden die Partien künftig jedoch exklusiv bei Facebook beheimatet sein. Den Anfang macht die Begegnung zwischen den New York Mets und den Philadelphia Phillies am 4. April. Weitere Games sollen wöchentlich folgen, sie sind jeweils nachmittags zu sehen.

Foto: Photocase
© Photocase
Der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hält nicht sonderlich viel von eSport. "Fußball gehört auf den grünen Rasen und hat mit anderen Dingen, die computermäßig sind, nichts zu tun. eSports ist für mich kein Sport", sagte Reinhard Grindel dem "Weser-Kurier". Dass sich immer mehr Kinder und Jugendliche mit eSports befassen, sei "eine absolute Verarmung". Die Aussicht, eSport könne in Zukunft olympisch werden, sei "absurd". Hans Jagnow, Präsident des Dachverbandes eSport-Bund Deutschland (ESBD), kritisierte Grindels Äußerungen. Dass der Sport insgesamt vor einem "Umbruchsprozess im digitalen Zeitalter" stünde , stelle "mitnichten eine Verarmung, sondern eine tiefgreifende Veränderung" dar. Und weiter: "Der Einstieg von großen Bundesligavereinen, aber auch von Breitensportvereinen in den eSport in den letzten Monaten zeigt, dass auch im Fußball dieses Bewusstsein wächst. Eine künstliche Konkurrenzsituation aufzubauen, ist da nur hinderlich."

Puls 4
© Puls 4
Nach dem Wechsel des bisherigen Sportchefs Christian Nehiba zu Servus TV (Sports-Update vom 5. März) setzt der österreichische Privatsender Puls 4 auf eine neue Struktur im Sportbereich. Ab sofort gehört die Sportredaktion zur Unit 4Sports und ist dort beim Head of Sports Content Mario Lenz angesiedelt. Gemeinsam mit Bastian Gangnus, der für die Sportvermarktung zuständig ist, ist er für die zukünftige Ausrichtung des Sports in der ProSiebenSat.1 Puls 4 Gruppe verantwortlich. Die Leitung der Puls-4-Sportredaktion übernimmt ab sofort Bernd Birnbaum, Michael Gigerl ist als Chefredakteur Sport für die tagesaktuellen Aufgaben innerhalb der Redaktion verantwortlich.

Sport in Zahlen

Sky Sport Bundesliga 1
© Sky
Das Torfestival in München hat am Wochenende für tolle Quoten bei Sky gesorgt: 1,66 Millionen Zuschauer entschieden sich am Samstagnachmittag für Einzelspiele und Konferenz der Fußball-Bundesliga, in der Zielgruppe kletterte der Marktanteil auf starke 16,8 Prozent und damit auf den besten Wert seit Anfang Dezember. Aber auch am Sonntag konnte Sky mit der Bundesliga wieder die Millionen-Marke überwinden: Den späten Sieg von Borussia Dortmund über Eintracht Frankfurt verfolgten 1,21 Millionen Zuschauer. Hier belief sich der Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen noch auf 6,5 Prozent. Das waren leicht bessere Zahlen als eine Woche zuvor beim Spiel zwischen dem FC Bayern und dem SC Freiburg.

ZDF
© ZDF
Die Wintersport-Saison befindet sich in ihren letzten Zügen, doch am Sonntag konnte sich das ZDF noch einmal über starke Quoten freuen - vor allem dank der beiden Biathlon-Läufe. Als die Männer um 13:30 Uhr zum Massenstart antraten, waren im Schnitt 3,92 Millionen Zuschauer dabei, die den Marktanteil auf sehr gute 25,0 Prozent trieben. Bei den Frauen schalteten später sogar 4,53 Millionen Zuschauer ein, die einem Marktanteil von 23,9 Prozent entsprachen. Das Skispringen kam noch auf 3,06 Millionen Fans. Gute Quoten gab's zudem für die Paralympics, die zur Mittagszeit von 2,14 Millionen Zuschauern gesehen wurden und 14,9 Prozent Marktanteil erzielten. Die Eröffnungsfeier hatte zwei Tage zuvor ab 12:00 Uhr bereits 1,12 Millionen Zuschauer vor den Fernseher gelockt.

Was noch zu sagen wäre...

"Das al­les darf nicht wei­ner­lich klin­gen, denn na­tür­lich sind mir die Pri­vi­le­gi­en mei­nes Le­bens be­wusst."
Per Mertesacker zu "Spiegel"-Journalistin Antje Windmann, die ein beeindruckendes Porträt über den Fußball-Profi fertigte

Teilen

Kommentarbereich anzeigen