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Sports-Update vom 24. September

DAZN sichert sich die UFC, Klopp sagt Amazon ab

 

Bis Mitte des Jahres hielt ProSiebenSat.1 noch die Rechte an der UFC, künftig werden die Kämpfe bei DAZN zu sehen sein. Außerdem: Jürgen Klopp will keine Amazon-Doku drehen und Sky-Chef Carsten Schmidt ist gegen noch mehr Anstoßzeiten in der Bundesliga.

von Timo Niemeier
24.09.2018 - 11:50 Uhr

DAZN
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DAZN hat sich die Rechte an der Ultimate Fighting Championship (UFC) gesichert, seit 2015 war ProSiebenSat.1 Partner der UFC, nun also der Wechsel. Künftig sind die Kämpfe der UFC bei DAZN zu sehen, der Vertrag zwischen den beiden Unternehmen läuft drei Jahre lang und gilt für Deutschland und Österreich. Startschuss ist in der Nacht vom 6. auf den 7. Oktober bei der UFC 229, wenn Conor McGregor und Khabib Nurmagomedov gegeneinander antreten. Die UFC hat eine bewegte Geschichte in Deutschland hinter sich. Vor ein paar Jahren musste Sport1 die Kampfreihe aus dem Programm nehmen, nachdem die Medienhüter sie verboten hatten. Erst fünf Jahre später wurde das Verbot aufgehoben, das war 2015. Seitdem hielt ProSiebenSat.1 die Rechte, die Kämpfe waren unter anderem bei Maxdome und ProSieben Maxx zu sehen.

Amazon Prime Video
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Mitte August hat Amazon Prime Video seine Doku-Reihe "All of Nothing: Manchester City" veröffentlicht. Darin begleitete man den britischen Fußballklub über mehrere Wochen. Und der Streamingdienst ist gewillt, die Reihe fortzusetzen. Offenbar hat man nun versucht, Jürgen Klopp und den FC Liverpool zu einer Zusammenarbeit zu bewegen - dazu wird es allerdings nicht kommen. Wie die "Daily Mail" berichtet, habe Liverpools Eigentümer John Henry bereits grünes Licht für das Projekt gegeben - Klopp sei aber dagegen gewesen. So befürchte der Trainer, dass die Anwesenheit von Kameras das Verhalten seiner Spieler ändere. Liverpool gilt in dieser Saison als heißer Titel-Anwärter. Das will Klopp offenbar nicht durch eine Doku gefährden. Medienberichten zufolge soll Manchester City von Amazon rund 11,2 Millionen Euro erhalten haben.

Carsten Schmidt
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Sky-Chef Carsten Schmidt hat dem Online-Portal "Sportbuzzer" ein Interview gegeben und darin erklärt, dass man keine weiteren Anstoßzeiten in der Fußball Bundesliga wolle. "In Spanien gibt es zehn Anstoßzeiten für zehn Spiele, in England und Italien gibt es ebenfalls mehr als bei uns", so Schmidt. In Deutschland gebe es fünf Anstoßzeiten für neun Spiele, die meisten laufen davon am Samstagnachmittag. "Das halte ich für eine sehr maßvolle und gute Lösung. Um das deutlich zu sagen: Sky fordert nicht mehr Anstoßzeiten." Gleichzeitig übte der Sky-Chef in dem Interview auch Kritik an der Langeweile der Bundesliga, zumindest wenn es um die Meisterschaft geht. "Wir sind enttäuscht vom Wettbewerb um die deutsche Meisterschaft in den letzten fünf Jahren. Wer deutscher Meister wird, war sehr früh klar. Ich mache mir durchaus Gedanken darüber, welche Auswirkungen diese fehlende Spannung hat. Eine Lösung hierfür muss aber der deutsche Fußball finden. So, wie es jetzt ist, ist es für die Fans bestimmt nicht optimal." Von den UHD-Spielen der Fußball-WM im Sommer zeigte sich Schmidt ebenfalls enttäuscht. Man hätte die bestmögliche Bildqualität gehabt und mit Wolff-Christoph Fuss den "besten Kommentator". Schmidt: "Trotzdem müssen wir konstatieren, dass, wenn ARD und ZDF von einem Großereignis wie WM, EM oder Olympia berichten, die Sehgewohnheiten doch stark auf diese beiden fixiert sind."

Foto: Photocase/derfabseWie weit die Kommerzialisierung des Fußball führt, kann man, wie von Carsten Schmidt angesprochen, schön in Spanien sehen. Dort gibt es neben den vielen Anstoßzeiten schon seit einiger Zeit Überlegungen, ein Liga-Spiel in die USA zu verlagern. Dem will der Fußball-Verband RFEF nun aber offenbar einen Riegel vorschieben. Spanische Medien berichten übereinstimmend, dass der Verband einen entsprechenden Antrag von FC Girona und FC Barcelona sowie von Ligaverband LFP ablehnen wird. Die beiden Mannschaften wollten im Januar in Miami gegeneinander spielen. Der Streit zwischen Liga und Fußball-Verband eskaliert damit: Liga-Chef Javier Tebas hatte Mitte August noch einen Vertrag mit US-Promoter Relevent abgeschlossen. Dieser sieht vor, dass in den kommenden 15 Jahren ein Spiel pro Saison in den USA oder Kanada ausgetragen wird. RFEF-Präsident Luis Rubiales bezeichnete diese Vereinbarung zuletzt als "wertlos".

Sport in Zahlen

ranNFL
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ProSieben Maxx kann sich erneut über richtig gute NFL-Quoten freuen. Das Match zwischen den San Francisco 49ers und den Kansas City Chiefs verfolgten am Sonntagabend bis zu 480.000 Zuschauer, der Marktanteil in der werberelevanten Zielgruppe lag im ersten Viertel bei 4,1 Prozent. Auch die restlichen drei Viertel erzielten Marktanteile weit oberhalb des Senderschnitts. Das zweite Spiel zwischen Dallas und Seattle verfolgten noch bis zu 300.000 Menschen, auch hier wurden Marktanteile von mehr als 3,0 Prozent gemessen. Nach Mitternacht waren sogar 5,0 Prozent drin.

DTM
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Sat.1 wird dagegen mit der DTM weiter nicht glücklich: Das Rennen am Sonntag aus Spielberg interessierte nur 740.000 Menschen, der Marktanteil lag bei enttäuschenden 4,6 Prozent. Die Vor- und Nachberichte gingen mit 4,0 und 3,3 Prozent sang- und klanglos unter. Auch am Samstag hatte Sat.1 kein Glück mit Live-Sport - weder die DTM noch die Box-Übertragung holten gute Quoten (DWDL.de berichtete).

Was noch zu sagen wäre…

"Grundsätzlich sind wir natürlich hungrig auf gute Sportrechte."
ServusTV-Chef Ferdinand Wegscheider im "Kurier"-Interview

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