© BBC/ITV
UK-Update vom 24. Juli

BritBox-Pläne werden konkret, Winter-"Love Island" kommt

 

Die BBC und ITV haben Details zu ihrem geplanten Streamingdienst BritBox bekanntgegeben, vor allem die künftige Aufteilung der Gesellschafteranteile des Joint Ventures ist interessant. Außerdem: ITV macht eine zusätzliche Staffel von "Love Island" pro Jahr und Channel 4 hat eine neue Daytime-Chefin.

von Timo Niemeier
24.07.2019 - 10:29 Uhr

BBC / ITVAnfang des Jahres haben BBC und ITV angekündigt, noch in diesem Jahr mit BritBox einen gemeinsamen Streamingdienst an den Start bringen zu wollen (DWDL.de berichtete). Nun hat man einige Details zum geplanten Start veröffentlicht. Los geht’s im vierten Quartal, die Kunden müssen dann 5,99 Pfund pro Monat hinlegen, um einen Zugang zu erhalten. Zu sehen geben wird es etliche Shows und Serien der beiden Sender, von "Love Island" und "Broadchurch" (beide ITV) über "Gentleman Jack" und "Gavin And Stacey" (beide BBC). Darüber hinaus soll es exklusive Inhalte geben, die nur für BritBox produziert werden. Noch sind aber keine Formate in Auftrag gegeben worden. Künftig sollen Shows und Sendungen von ITV und BBC nach der Ausstrahlung im linearen TV auf den sendereigenen Plattformen zu sehen sein und später bei BritBox. Dadurch kann es dazu kommen, dass im iPlayer der BBC Inhalte zwölf Monate lang bereitstehen, ehe sie zu BritBox wechseln. 

ITV – Carolyn McCall© easyJet/ITV
Zuletzt gab es Spekulationen, dass ITV der gemeinsame Dienst mit der BBC viel wichtiger sei und die öffentlich-rechtliche Anstalt lieber ihren iPlayer stärken würde. Für diese These spricht, dass BritBox künftig von ITV kontrolliert wird. Der Seder hält 90 Prozent am Joint Venture, bei der BBC liegen die restlichen 10 Prozent, wobei die Möglichkeit besteht, die Anteile auf bis zu 25 Prozent aufzustocken. ITV übernimmt damit zwangsläufig ein größeres finanzielles Risiko, indem man die Anschubfinanzierung gewährleisten muss. 65 Millionen Euro wird der Sender in den ersten beiden Jahren investieren. Bei der BBC beteuert man laut dem "Guardian", dass BritBox der Streamingdienst sei, den man vorrangig bedienen wolle. ITV-Chefin Carolyn McCall (Foto) spricht trotz allem von einem "Meilenstein". Für andere Sender besteht die Möglichkeit, sich am Joint Venture zu beteiligen. So befinden sich BBC und ITV weiterhin in Gesprächen mit Channel 4


Love Island© ITV
ITV hat angekündigt, ab 2020 zwei Staffeln von "Love Island" pro Jahr zu zeigen. Entsprechende Gerüchte über eine sogenannte Winter-Staffel gab es bereits vor Wochen (DWDL.de berichtete), nun also die Bestätigung. Zurückkehren wird das Format bei ITV2 demnach schon Anfang 2020, gedreht wird dann in Südafrika. Die Sommer-Staffel wird dann wieder in Europa gedreht. Die jüngste Staffel in diesem Sommer war die erfolgreichste überhaupt für ITV2 und ist laut Senderangaben das erfolgreichste Programm in diesem Jahr bei den Zuschauer zwischen 16 und 34 Jahren über alle Sender hinweg gewesen. Paul Mortimer, Head of Digital Channels and Acquisitions bei ITV, sagt: "Nach dem Rekordjahr freuen wir uns, eine zusätzliche Staffel unserer größten und sonnigsten Show zu zeigen. ‘Love Island’ hat sich erneut als das perfekte Format erwiesen, um ein jüngeres Publikum anzusprechen."

Jo Street© Channel 4
Channel 4 macht Jo Street zur neuen Daytime-Chefin, das hat der Sender bestätigt. Darüber hinaus wird sie auch das neue Creative Hub des Senders in Glasgow leiten. Street kommt von der BBC, wo sie zuvor Network Commissioning Editor für die Bereiche Entertainment & Daytime war. Vize-Programmdirektorin Kelly Webb-Lamb sagt: "Jo's Ruf eilt ihr voraus. Sie hat eine herausragende Erfolgsbilanz bei Daytime-, Factual- und Entertainment-Programmen und ist eine leidenschaftliche Verfechterin der Nationen und Regionen. Ihre Energie und Visionen werden eine Schlüsselrolle für den Erfolg unserer Produktionen sein." Street selbst sagt, mit dem neuen Job gehe für sie "ein Traum in Erfüllung". 

itv Studios© itv
ITV Studios hat seinen Anteil an der Produktionsfirma Monumental Television von 26 auf 51 Prozent erhöht und hält damit nun die Mehrheit am Unternehmen. Monumental Television soll künftig ein "integraler Bestandteil" der Unternehmensgruppe werden, heißt es von ITV Studios. Die Firma hat zuletzt drei Staffeln der Hulu-Serie "Harlots" sowie die BBC-Serie "Ghosts" produziert. Gegründet wurde Monumental 2015 von Alison Owen und Debra Hayward. Julian Bellamy, Managing Director ITV Studios, sagt: "Alison und Debra haben sich in den letzten vier Jahren als fantastisch für die ITV-Familie erwiesen. Sie sind herausragende Kreative und ich kann es kaum erwarten, noch enger mit ihnen zusammenzuarbeiten, wenn sie nun die nächste Phase des Wachstums einleiten."

Geldscheine© Chobe / photocase.com
Vor rund einem Monat hat die BBC angekündigt, nur noch Senioren, die einen Rentenzuschuss erhalten, von den Licence Fees zu befreien (DWDL.de berichtete). Bis 2020 übernimmt die Regierung sämtliche Gebühren für Menschen, die älter sind als 75. Das fällt bald weg, deshalb muss sich die BBC selbst um die Angelegenheit kümmern. Ian Lucas, der für Labour seit 2001 im Parlament sitzt, hat die BBC nun aufgefordert, wenigstens Veteranen des D-Days grundsätzlich von den Gebühren zu befreien. Man rede da nur über wenig Geld, so Lucas. BBC-Chef Tony Hall erklärte, er habe "tiefsten Respekt" vor den Veteranen, sprach jedoch auch von generationsübergreifender Fairness. Gleichzeitig wies Hall noch einmal darauf hin, dass man Kanäle schließen müsse, wenn man mehr Menschen in die Gebührenbefreiung mit einschließe. Die Veteranen werden künftig also wohl die rund 155 Pfund im Jahr zahlen müssen. 

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