© imago images / PPE
UK-Update vom 9. Oktober

Prinz Harry verklagt Boulevard-Medien, iPlayer vor Relaunch

 

Prinz Harry verklagt mehrere Boulevard-Medien, es geht erneut um den Verdacht des illegalen Abhörens von Mailboxnachrichten. Außerdem: Die BBC arbeitet an einem umfassenden iPlayer-Relaunch, Aldi verkauft keine Print-Medien mehr und die Ofcom rüffelt die BBC.

von Timo Niemeier
09.10.2019 - 11:50 Uhr

BBC iPlayer© BBC
Die BBC hat einen großen Relaunch des iPlayers angekündigt. Es wird die vierte große Überarbeitung des Dienstes seit dem Start vor zwölf Jahren sein. Ein genaues Datum für den Relaunch gibt es noch nicht, Look und Feel sollen aber geändert werden. Der Name bleibt bestehen. Die Überarbeitung des Dienstes sehen Branchenbeobachter in Großbritannien als direkte Antwort der BBC auf die neuen Streamingdienste der Konkurrenz, etwa von Apple oder Disney. Spannend wird sein, wie sich der Relaunch mit dem Start der neuen Plattform BritBox verträgt. Hier hat ITV ja inzwischen das Ruder übernommen, die BBC ist aber am Service beteiligt. BBC-Inhaltechefin Charlotte Moore sagt jedenfalls: "Der iPlayer wird das Herz von allem, was wir tun, das Tor zu all unseren Programmen."

Prinz Harry© imago images / PPE
Mehr als acht Jahre ist es nun schon her, dass die "News of the World" im Zuge eines Abhörskandals eingestellt wurde. Doch für die britische Presse ist die ganze Sache noch immer nicht ausgestanden. So hat Prinz Harry Klage gegen die Verlage News Group ("Sun") und Reach plc ("Daily Mirror") eingereicht. Konkret geht es um den Vorwurf des illegalen Abhörens von Mailbox-Nachrichten. Hintergrund sind laut "Guardian" die Abhöraktionen in den 00er Jahren. Außerdem klagt Harrys Ehefrau Meghan gegen die "Mail on Sunday", weil diese einen privaten Brief von ihr an ihren Vater in Auszügen veröffentlicht und kommentiert hatte. Bereits vor einigen Tagen hatte sich Harry in einem Brief an die Öffentlichkeit gewandt und darin die aus seiner Sicht "skrupellose Kampagne" gegen seine Frau beklagt. 

Ofcom© Ofcom
In der vergangenen Woche haben wir an dieser Stelle über eine Rassismus-Debatte innerhalb der BBC berichtet. Moderatorin Naga Munchetty wurde von der Executive Complaints Unit der BBC zunächst gerüffelt, weil sie gegen das Gebot der Unparteilichkeit verstoßen haben soll, als die on Air auf einen Tweet von Donald Trump antwortete. Ihr (weißer) Kollege blieb dagegen unbehelligt. Schließlich schaltete sich BBC-Chef Tony Hall ein und sprach Munchetty von jeder Schuld frei. Nun haben die Medienwächter der Ofcom den Fall untersucht und sind zum gleichen Schluss gekommen wie Hall. Kevin Bakhurst, Group Director Content and Media Policy der Ofcom, sagt: "Nach unserer Einschätzung rechtfertigt dies [die Aussagen Munchettys, Anm.] keine Untersuchung." Dennoch habe man "ernsthafte Bedenken hinsichtlich der Transparenz des Beschwerdeverfahrens der BBC", so die Ofcom. Man fordere die BBC daher auf, für mehr Transparenz zu sorgen. 

Premier League© Premier League
David Pemsel, bislang CEO der Guardian Media Group, hat künftig das Sagen bei der Premier League. Die höchste britische Fußball-Liga bestellte den Medienmanager nun zu ihrem neuen CEO. Pemsel folgt damit auf Richard Scudamore, der die Liga bereits 2018 nach rund 20 Jahren an der Spitze verlassen hatte. Bis jetzt war die Position vakant. Zunächst hieß es, Discovery-Managerin Susanne Dinnage solle auf Scudamore folgen, doch Dinnage sagte im Januar ab. Pemsel tritt seinen neuen Job Anfang des kommenden Jahres an. 

Celebrity Race Across the World© BBC
BBC One hat eine Promi-Version von "Race Across the World" angekündigt. Eine Normalo-Variante der Show erreichte bei BBC Two Anfang dieses Jahres die höchsten Quoten eines Factual-Programms beim Sender seit 2016. Bei BBC Two steht demnächst auch eine zweite Staffel an, die Promi-Version läuft aber beim Schwestersender. In den sechs Folgen der Spezial-Staffel reisen vier bekannte Persönlichkeiten mit einem Freund oder Ehepartner vom Startpunkt zu einem Ziel, das mehrere tausend Kilometer entfernt liegt. Dabei dürfen sie keine Flugzeuge oder sonstige Dinge des modernen Lebens nutzen. Kreditkarten, Smartphone und Internet sind also ebenfalls tabu. Nur mit dem Gegenwert eines einfachen Fluges zum Endziel müssen sie unterwegs zusätzliches Geld verdienen und die Hilfe von Fremden in Anspruch nehmen, um das Rennen zu gewinnen. 

Foto: PixelQuelle© PixelQuelle
Der Discounter Aldi hat in Großbritannien den Verkauf sämtlicher Printmedien gestoppt, Zeitungen oder Zeitschriften gibt es seit wenigen Tagen nicht mehr zu kaufen. Grund für den Verkaufsstopp ist ein angeblicher Streit mit dem Vertriebshändler Fore UK. Laut dem britischen Branchendienst "Press Gazette" setzte Aldi mit Zeitungen und Zeitschriften aber ohnehin nur sehr wenig Geld um. Künftig wolle man den Platz in den Filialen besser nutzen, berichten die Kollegen. Aldi gilt in Großbritannien als die fünftgrößte Supermarkt-Kette, davor liegen Tesco, Asda, Sainsbury’s und Morrison. 

Teilen

Kommentarbereich anzeigen