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Meine Woche in Serie

Vorfreude & Abschiede: Neues Jahr, neues Serienglück

 

Da kommt einiges auf uns zu: Viele neue vielversprechende Serien, aber auch einige Abschiede von liebgewonnenen Figuren. Ein persönlicher Ausblick auf das Serienjahr von unserer Kolumnistin Ulrike Klode.

von Ulrike Klode
12.01.2019 - 10:59 Uhr

Das Jahr 2019 wird so viele Serien bringen, dass kein Mensch sie alle in einem Jahr sehen kann. Viele, viele Serien sind bereits angekündigt, viele, viele werden noch angekündigt werden. Außerdem wird es sicher wieder einige Serien geben, die Netflix entweder unangekündigt oder mit nur wenigen Tagen Vorlauf plötzlich veröffentlicht. Aus dem, was bereits bekannt ist, habe ich eine kleine persönliche Vorfreude-Liste gebastelt. Nach der Vorfreude-Liste folgt eine Abschiedsliste, die ebenfalls sehr persönlich ist, ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit. 

Neue Serien 2019: Ich freue mich darauf, euch kennenzulernen!
(in alphabetischer Reihenfolge)

"8 Tage" - Die Apokalypse ist zum Greifen nah - was tun? "8 Tage" folgt einer Familie in Deutschland bei ihrer Flucht vor einem Asteroiden, der auf Europa zurast. Eigentlich sollte die deutsche Sky-Serie schon Ende 2018 zu sehen sein, wurde aber wegen der Fülle an Serienstarts in Herbst und Winter auf 2019 geschoben. Wann genau sie zu sehen sein wird, ist derzeit nicht bekannt.

"Catch-22" - Joseph Hellers Kriegssatire als Serie. Es ist so lange her, dass ich das Buch gelesen habe, dass ich mich nur noch an wenig erinnern kann - ich freue mich, dass ich die Lücken durch die Serie wieder füllen kann. Aber es gibt noch einige andere Vorfreude-Gründe auf die Miniserie: George Clooney, Hugh Laurie, Kyle Chandler. Im Frühjahr soll die Hulu-Serie in den USA starten, wann und wo in Deutschland, ist bisher nicht bekannt.

"Chernobyl" - Ich finde es gut, wenn Zeitgeschichte per Serie aufgearbeitet wird. Und wenn es dann auch noch ein historisches Ereignis ist, das einen Teil meiner Kindheit sehr stark geprägt hat - umso besser. Die Atomkatastrophe von Tschernobyl aus dem Jahr 1986 ist kein einfacher Stoff für eine Serie. Ich bin gespannt, wie die Koproduktion von HBO und dem britischen Sky Atlantic den Fall beleuchtet. Mit von der Partie: Jared Harris, Stellan Skarsgård und Emily Watson. Der Starttermin ist noch nicht bekannt.

"Die Barbaren" - Schon wieder Geschichte: die Schlacht im Teutoburger Wald zwischen germanischen Stämmen und den Römern. Das war zwar laaaaaaaaange vor meiner Zeit, nämlich vor mehr als 2000 Jahren. Finde ich trotzdem sehr gut, Serien über Wikinger gibt's ja bereits einige, jetzt sind mal die Germanen dran - Stoff genug gibt's ja. Die deutsche Serie ist ein Netflix-Projekt. Ob sie tatsächlich 2019 startet oder erst 2020, ist bisher nicht bekannt. 

"Freud" - Wieder ein Netflix-Projekt, dieses Mal aber ein österreichisches mit dem ORF als Partner: Regisseur Marvin Kren betrachtet Sigmund Freud, den Begründer der Psychoanalyse, anders, als man das bisher gewohnt ist. Bei ihm steht der junge Freud im Mittelpunkt eines blutigen Thrillers. Die Dreharbeiten waren für Januar angekündigt, dürfte also knapp werden mit 2019. Aber auch 2020 freue ich mich drauf. 

"Good Omens" - "Good Omens" ist ein wunderbar verrücktes Buch über den bevorstehenden Weltuntergang von Neil Gaiman und Terry Pratchett. Klar, man könnte skeptisch sein, ob eine Serie diesen besonderen Ton und diese Absurdität, die das Buch ausmachen, wirklich treffen kann. Aber Neil Gaiman persönlich ist Showrunner der Amazon-Serie, und die Fotos und Trailer sehen wirklich gut aus. Außerdem: David Tennant in der Hauptrolle als Dämon Crowley. Und: Jon Hamm in einer Nebenrolle als Erzengel Gabriel. Und dann auch noch Nick Offerman. Yay! Ein Termin ist bisher nicht bekannt. Trailer.

"His Dark Materials" - Wieder eine Adaption eines Buches, die schwierig ist: "His Dark Materials" ist eine Fantasy-Trilogie von Philipp Pullman, die die Abenteuer eines Mädchen und eines Jungen über Parallelwelten hinweg erzählt. Es gibt fantastische Wesen, ungewöhnliche Landschaften und Phänome - und jede Menge Kritik an institutioneller Religion. Pullman selbst ist an der Serie beteiligt, was hoffen lässt, dass die Umsetzung dem Buch gerecht werden kann. (Anders als die Hollywood-Film-Adaption des ersten Bandes mit Nicole Kidman und Daniel Craig.) Seit 2015 schon wird die Serie für die BBC entwickelt, 2018 wurden dann endlich neue Details bekannt: HBO ist in das Projekt mit eingestiegen, es werden gleich zwei Staffeln produziert, die Dreharbeiten für Staffel 1 wurden im Dezember abgeschlossen. Meine Hoffnung: Wenn BBC und HBO das gemeinsam machen, könnte das Budget ausreichend hoch sein, damit Besonderheiten wie Dæmonen (Tiermanifestationen der menschlichen Seele), Panserbjørnen (sprechende, riesige Eisbären mit Kampfrüstung) oder auf Libellen reitende Gallivespiere (Mini-Wesen mit Dornen an den Füßen) überzeugend aussehen. Mit: James McAvoy, Lin-Manuel Miranda und Ruth Wilson, die die verschlagene Mrs. Coulter spielen wird. Ein Ausstrahlungsdatum ist bisher nicht bekannt. 

"Picard" - Jean-Luc Picard kommt zurück! Wenn wir ehrlich sind, war das die wichtigste Serienmeldung des vergangenen Jahres, oder? Glücklicherweise soll es nicht um das Leben des jungen Picard und damit eine Art Prequel zu "Star Trek: The Next Generation" gehen, sondern um eine Art Fortsetzung: Sir Patrick Stewart wird wieder die Rolle des beliebten Sternenflotten-Kapitäns übernehmen, der nun in die Jahre gekommen ist. Das kann nur gut und warmherzig werden. Riesige Vorfreude! Ende des Jahres soll die Serie in den USA bei CBS All Access zu sehen sein - ein endgültiger Name steht übrigens noch nicht fest.

"Sex Education" - Gillian Anderson in einer Comedy-Serie. Das will ich sehen! Ist seit Freitag bei Netflix verfügbar. Trailer.

"Tribes of Europa" - Ja! Reden wir über Europa! Als glühende Europäerin, die nie auf die Idee käme, die Existenz der Europäischen Union in Frage zu stellen, finde ich es spannend, sich mit Zukunftsszenarien unseres Kontinents zu beschäftigen. Im Fall dieser deutschen Netflix-Serie ist das eine trostlose Zukunft: Nach einer Katastrophe haben sich nicht nur die Europäische Union, sondern auch die Nationalstaaten aufgelöst. Die Menschen organisieren sich in Stämmen, die gegeneinander um Macht und Ressourcen kämpfen. Im Mittelpunkt der Geschichte sollen drei Geschwister stehen, "die das Schicksal des neuen Europas verändern werden", wie es in der Netflix-Pressemitteilung von Oktober heißt. Viel mehr ist über die Serie bisher nicht bekannt. Auch nicht, ob es 2019 noch etwas wird oder erst 2020.

"Veronica Mars" - Oben hatte ich geschrieben, dass die Rückkehr von Jean-Luc Picard für mich DIE Serienmeldung des Jahres war. Das war nicht ganz richtig. Denn auch das Wiederbeleben der wunderbaren Noir-Krimi-Serie "Veronica Mars" ist für mich DIE Serienmeldung des Jahres - gleichauf mit "Picard". Hauptdarstellerin Kristen Bell ist dabei (Gott sei Dank!), Erfinder Rob Thomas ebenso. Da kann nichts mehr schiefgehen, würde ich als "Veronica Mars"-Fan sagen. Ich habe nur eine Sorge: Dass ich es wegen der vielen neuen Serien nicht schaffe, vor der Fortsetzung noch mal alle Folgen der drei bisherigen Staffeln anzuschauen. Wann die Hulu-Serie 2019 in den USA starten soll, ist noch nicht bekannt. Und wo und wann sie in Deutschland zu sehen sein soll, ebenfalls nicht. 

"What We Do in the Shadows" - Da reicht schon der Titel, finde ich: "What We Do in the Shadows" würde ich auch einschalten, ohne etwas über die Serie zu wissen. Aber jetzt weiß ich etwas mehr darüber: Es ist eine Comedy-Serie über eine Vampir-WG in New York. Und was ich ebenfalls gelernt habe: Die Serie basiert auf dem gleichnamigen Film, der sehr sehenswert sein soll und der in Neuseeland spielt. Den werde ich mir auf jeden Fall vorher anschauen (geschrieben von Jemaine Clement, der auch mitspielt und der mich in "Legion" beeindruckt hat). Und dann die Serie einschalten, in der Matt Berry eine Hauptrolle spielt, der mich wiederum in "The IT Crowd" und "Toast of London" begeistert hat. Die beiden Macher des Films, Taika Waiti und Jemaine Clement, sind übrigens auch an der Serie beteiligt: als Regisseure und Drehbuchautoren. Im März soll es in den USA auf FX losgehen. Teaser "Cash or Credit" - Teaser "Birthday".

Abschiede 2019: Bye-Bye, es war schön mit euch!
(in alphabetischer Reihenfolge)

"Crazy Ex-Girlfriend" - Ach, wie werde ich die Anwältin Rebecca Bunch (Rachel Bloom) vermissen. Und vor allem: die verrückten Musical-Einlagen, die nicht nur sehr witzig getextet, sondern auch aufwändig und toll inszeniert sind. Staffel 3 ist in Deutschland seit ein paar Tagen auf Netflix verfügbar. In den USA ist die vierte und letzte Staffel bereits gestartet. Ich hoffe auf ein bombastisches Finale, das im Ohr bleibt.

"Game of Thrones" - Das Ende einer Ära! Ich freue mich auf die letzte Staffel der spektakulären Fantasy-Serie. Aber ich freue mich auch, dass sie damit nach acht Staffeln zu Ende geht. Im April geht's los mit den sechs finalen Folgen.

"Homeland" - Mit "Homeland" und mir ist es kompliziert - anfangs hatten wir eine enge Beziehung, dann ging's bergab, 2016 haben wir es in Berlin nochmal miteinander versucht, aber seitdem ist Funkstille. Zum Abschied werde ich auf jeden Fall nochmal vorbeischauen. Vielleicht für die ganze achte Staffel, vielleicht aber auch nur für den Staffelauftakt und das Serienfinale. Im Sommer ist dann alles vorbei.

"Jane the Virgin" - Ich werde das ein oder andere Tränchen vergießen, da bin ich mir ganz sicher. Der Abschied von der wunderbaren Jane Gloriana Villanueva (Gina Rodriguez) wird mir schwerfallen. Die fünfte und letzte Staffel startet in den USA im April. 

"The Big Bang Theory" - Eigentlich wollte ich TBBT aus dieser Liste einfach rauslassen. Für mich hat die Serie schon vor ein paar Jahren geendet, ich hatte die Nase voll und bin ausgestiegen. Aber: Die allerletzte Folge nach zwölf Staffeln werde ich anschauen, daher steht die Fast-Endlos-Comedy nun doch hier. Das Finale ist für Mai geplant. 

"Unbreakable Kimmy Schmidt" - Diese Serie ist richtig gut, keine Frage, Kimmy Schmidt (Ellie Kemper) eine tolle Figur. Und doch endet die Serie zur richtigen Zeit, wie ich finde, weshalb ich darüber im Sommer in dieser Kolumne geschrieben habe. Ab 25. Januar ist der zweite Teil der vierten und letzten Staffel bei Netflix verfügbar.

"Veep" - Selina Meyer ist eine schreckliche Person, und sie wird von Julia Louis-Dreyfus herrlich gespielt. Es ist kein Wunder, dass Louis-Dreyfus dafür mit Emmys überhäuft wurde. Tolle Figuren, super besetzt, bissige Dialoge, absurde Szenen - die Polit-Comedy "Veep" ist wunderbar. Und ich finde es erstaunlich, wie sich die Serie in Staffel 6 neu erfunden hat. Nach Staffel 7 wird es vorbei sein, die soll im Frühjahr laufen.

"You're the Worst" - Hach! Gretchen (Aya Cash) und Jimmy (Chris Geere) sind etwas Besonderes. Genau wie die anderen Figuren, die Dialoge und die Art, wie hier unterschiedliche zwischenmenschliche Beziehungen und Probleme erzählt werden. Die Serie überrascht in jeder Folge, in jeder Staffel. Dennoch ist es vermutlich gut, wenn nach Staffel 5 nun Schluss ist. Damit könnte "You're the Worst" zu dem auserwählten Kreis derjenigen Serien gehören, bei denen jede Folge sehenswert ist. Die letzte Staffel ist am Donnerstag in den USA gestartet. 

Über die Autorin

Ulrike Klode ist freie Journalistin in Hamburg - und weil sie serienverrückt ist, schreibt und redet sie am liebsten über nichts anderes. Zum Beispiel in ihrer wöchentlichen Kolumne "Meine Woche in Serie" und im Podcast "Seriendialoge".

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