Das Prime-Video-Comedyformat "LOL: Last One Laughing" konnte in Woche 3 seit dem Start der neuen Staffel seine Reichweite erneut steigern - und zwar deutlich. In der letzten Mai-Woche kamen der AGF-Messung zufolge 2,704 Millionen Personen mit "LOL"-Inhalten auf Prime Video in Kontakt, das waren nochmal 470.000 mehr als in der Woche zuvor. Amazon hat die sechs Folgen in drei Tranchen veröffentlicht, in der letzten Mai-Woche kamen also die letzten beiden dazu.

Dass ein solches Format aufgrund des Veröffentlichungsrhythmus im Verlauf an Nettoreichweite zulegen kann, ist aufgrund der Auswertungsform also nicht ungewöhnlich: Wer direkt mit Veröffentlichung der ersten Folgen startete und bis zum Ende dabei blieb, taucht in Woche 3 ebenso im Nettoreichweiten-Ranking auf wie jene, die erst abgewartet haben bis mehr Folgen zum Durchbingen verfügbar waren.

Anders gelagert ist es bei der Amazon-Serie "Off Campus": dort standen von Beginn an alle acht Folgen direkt zur Verfügung - dass die Nettoreichweite von Woche 1 zu Woche 2 deutlich anstieg, war also schon bemerkenswerter. In Woche 3 ging's nun wieder leicht runter, 1,057 Millionen erreichte Personen sind aber dennoch erneut ein ganz starker Wert. Zweitstärkste Fiction-Programmmarke war "GZSZ" von RTL mit 0,92 Millionen erreichten Personen.

Alles in allem führt "LOL" das angebotsübergreifende Ranking der im Streaming nettoreichweitenstärksten Programmmarken unterdessen mit einem haushohen Vorsprung von über 1,1 Millionen auf die zweitplatzierte Programmmarke "ntv Nachrichten" an. Die News-Marke von RTL lag damit im Nachrichten-Bereich wieder vor "Tagesschau" und "ZDFheute".

Das ZDF war diesmal besonders mit seinen Sport-Inhalten rund um die Champions League und das Länderspiel der deutschen Nationalelf gemeinsam: Mit Nettoreichweiten von 1,46 bzw. 1,31 Millionen belegt das ZDF die Plätze 3 und 4. Zur Erinnerung: Hier gehen alle On-Demand-Inhalte ein, die unter dieser Programmmarke veröffentlicht wurden, also nicht nur die Spiele selbst, sondern auch einzeln veröffentlichte Highlights, Interviews etc. Wie sich das genau verteilt, lässt sich auf Basis der veröffentlichten AGF-Daten nicht nachvollziehen.

Im Reality-Bereich ist es weiterhin RTL+, das den Ton angibt: "Prominent getrennt" gab im Vergleich zur Vorwoche minimal ab, hielt sich aber zum dritten Mal in Folge über der Millionen-Marke, das von RTLzwei zugelieferte "Kampf der Realitystars" rutschte nach vier Wochen erstmals wieder darunter, allerdings nur ganz knapp. Etwas weiter hinten im Feld erzielte "Temptation Island" die höchste Wochen-Nettoreichweite seit sechs Wochen und nur knapp hinter der angebots-übergreifenden Top 20 lauert die neue Staffel von "Ex on the Beach", die es auf 0,462 Millionen erreichte Personen brachte. Joyn schaffte es unterdessen wieder nur mit "Germany's Next Topmodel" ganz knapp in die Top 20.

Nettoreichweitenstärkste Programmmarken im Streaming in KW 22

Programmmarke Anbieter Nettoreichweite
Streaming only
LOL: Last One Laughing Germany Amazon 2,704
ntv Nachrichten RTL 1,562
Sportstudio UEFA Champions League ZDF 1,457
Fußball-Länderspiele der Männer ZDF 1,306
Tagesschau ARD 1,252
Off Campus Amazon 1,057
Prominent getrennt - Die Villa der Verflossenen RTL 1,052
ZDFheute ZDF 1,025
Kampf der Realitystars RTLzwei 0,981
Gute Zeiten, Schlechte Zeiten RTL 0,920
Sturm der Liebe ARD 0,754
Tatort ARD 0,739
heute-show ZDF 0,731
Temptation Island RTL 0,659
In aller Freundschaft ARD 0,629
Rote Rosen ARD 0,505
The Boys Amazon 0,505
Welt News Axel Springer 0,498
UEFA Champions League DAZN 0,495
Germany's Next Topmodel Joyn 0,485

Quelle: AGF Videoforschung; AGF SCOPE 1.15; 25.05.2026-31.05.2026; verschiedene Nutzungsfilter; Marktstandard: Bewegtbild; Auswertungstyp Programmmarke; nutzungsbezogen; Paketnummer: 17764 vom 08.06.2026

Programmmarken? Was ist das?

Die 2024 eingeführte Ausweisung der AGF soll Auskunft darüber geben, wie viele Menschen mit Video-Inhalten einer "Programmmarke" in Kontakt gekommen sind - unabhängig ob im linearen TV, den Mediatheken oder Websites der Sender; unabhängig davon, ob es sich um eine ganze Folge oder einen kurzen Schnipsel handelte; unabhängig davon, wie lang die Nutzung war. Spannend ist insbesondere auch die Auswertung rein auf Streaming-Ebene, weil hier bislang kaum öffentliche Daten vorlagen. Wichtig allerdings: Es geht hier nur um die Reichweite auf eigenen Plattformen, YouTube oder Soziale Netzwerke werden nicht erfasst. Und: Es handelt sich stets um Nettoreichweiten, die nicht vergleichbar sind mit der durchschnittlichen Sehbeteiligung, wie man sie aus der TV-Quoten-Berichterstattung kennt. Details dazu haben wir in einem eigenen Artikel erläutert.