Quelle der Daten für diesen Artikel: AGF Videoforschung

Auch wenn viele Spiele hierzulande in der Nacht liefen und andere exklusiv zahlender Kundschaft von MagentaTV vorbehalten blieben: Die Fußball-WM bestimmt das TV-Programm seit dem 11. Juni ganz maßgeblich. Weil in Konkurrenz zum Fußball erwartungsgemäß kaum Quote zu machen war, setzten die meisten Sender auf Schadensbegrenzung und füllten ihr Programm weit überwiegend mit kostengünstigen Wiederholungen, was sich auch in unserem Frische-Index widerspiegelt, für den wir jeden Monat den Anteil an Erstausstrahlungen und Free-TV-Premieren im Abendprogramm (20:15 bis Mitternacht) berechnen.

Trotzdem sind die Werte von RTL erstaunlich. Zwar ging auch hier der Frische-Anteil deutlich um 23 Prozentpunkte im Vergleich zum Mai zurück, er lag aber trotzdem noch bei fast zwei Drittel des Abendprogramms und damit auf dem gleichen Niveau wie beim Ersten und dem ZDF. So entschied sich RTL beispielsweise, neue Folgen von "Take me out" ebenso gegen den Fußball ins Rennen zu schicken wie das Reality-Format "Die Bachelors", Magazine wie "Extra" oder "Stern TV am Sonntag" blieben ebenfalls im Programm, dazu kam auch mancher Film in Erstausstrahlung.

Ob das mit Blick auf die Quoten-Ausbeute sinnvoll war, steht auf einem anderen Blatt, den Frische-Anteil hielt es aber auf Augenhöhe mit ARD und ZDF. Dort sei noch angemerkt, dass die nächtlichen WM-Übertragungen noch diverse Erstausstrahlungs-Stunden in der Nacht generierten, die es sonst nicht gab, durch die Betrachtung der Zeitspanne 20:15 bis 0 Uhr fällt das hier aber nicht ins Gewicht. Alle anderen Sender waren weit abgeschlagen, Sat.1 und ProSieben noch mit jeweils 28 Prozent des Abendprogramms, RTLzwei am und Kabel Eins am Ende des Rankings mit kaum mehr als zehn Prozent.

    FIX-Punkte
Juni 2026
Vergleich zum
Vormonat
Vergleich zum
Juni 2025
Jahresschnitt '26
(vs 01-06/25)
Das Erste 68 von 100 -7 +5 82
(+0)
RTL 64 von 100 -23 -17 84
(-6)
ZDF 63 von 100 -16 -3 83
(-3)
Sat.1 28 von 100 -18 -47 45
(-14)
ProSieben 28 von 100 -42 -23 46
(-6)
VOX 17 von 100 -24 -23 35
(-6)
kabel eins 12 von 100 -10 -10 22
(+0)
RTLzwei 11 von 100 -17 -20 26
(-10)

Frische-Index-Verlauf bis Juni 2026

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Quelle: DWDL.de-Recherche
dwdl.de/zahlenzentrale

Wie wir die Daten erheben und was sie aussagen

Wir werten Monat für Monat das Programm der acht großen Vollprogramme zwischen 20:15 Uhr und Mitternacht aus und ermitteln den Anteil an "frischem Programm", wozu wir Erstausstrahlungen und Free-TV-Premieren rechnen. Sendungen, die vorab gestreamt werden konnten, gelten hier ebenfalls als "frisches Programm". Über die Qualität des Programms sagt der Anteil der Erstausstrahlungen natürlich nicht unbedingt etwas aus, doch es ist eines von mehreren Indizien, mit welchem Aufwand ein Programm derzeit betrieben wird.

Zu beachten ist zudem: Der Frische-Index gibt einen Trend an, bildet die Situation aber nicht ganz genau ab. So gibt es beispielsweise einen systembedingten "Nachteil" für Das Erste und das ZDF: Aufgrund der Werbefreiheit müssen sie mehr eigenes Programm produzieren, um die Zeit zu füllen, während die Privatsender einen gar nicht so geringen Teil des Abends mit Werbeblöcken füllen. Eine Stunde Erstausstrahlung ohne Werbung im Ersten haben wir aber genauso gewertet wie eine Stunde Erstausstrahlung bei den Privaten mit Werbung.

Quelle für alle Daten in diesem Artikel, sofern nicht anders vermerkt: AGF SCOPE 1.9; Marktstandard: Bewegtbild; vorläufig gewichtete Daten; Tages-MA: Auswertungstyp TV-Zeitintervall; nutzungsbezogen; Sendungsdaten: Auswertungstyp TV; produktbezogen;