
Die Monatsmarktanteile im Juni stehen natürlich unter dem Eindruck der Fußball-Weltmeisterschaft, die ARD und ZDF als übertragenden Free-TV-Sendern erwartungsgemäß steigende Werte bescherten. Ganz vorne rangiert das ZDF mit 17,9 Prozent beim Gesamtpublikum, dahinter folgt Das Erste, das es auf 14,7 Prozent bringt. Auch der Zugewinn fiel bei den Mainzern mit +3,7 Prozentpunkten höher aus als bei der ARD, die um 2,6 Prozentpunkte zulegen konnte.
Dabei liefen die beiden meistgesehenen WM-Spiele im Juni sogar im Ersten, vor allem das 7:1 der Deutschen sticht da mit nach der endgültigen Gewichtung rund 24 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauern heraus. Dafür hatte das ZDF das einzige Spiel ohne deutsche Beteiligung im Programm, das es sonst noch auf eine zweistellige Millionen-Reichweite brachte: Das Eröffnungsspiel zwischen Mexiko und Südafrika.
Generell fällt auf: Die Reichweiten waren zwar höher als bei der ernüchternden Winter-WM 2022, blieben aber hinter denen anderer Sommer-Turniere zurück, als die Primetime-Spiele auch ohne deutsche Beteiligung häufig zweistellige Millionen-Reichweiten einbrachten, diesmal bewegte man sich eher um die 7-Millionen-Marke. Eine Unbekannte ist dabei die Nutzung, die auf MagentaTV entfiel, das bekanntlich mehr Spiele als in der Vergangenheit exklusiv zeigte. Dadurch dürften auch der Anteil derjenigen gestiegen sein, die bei Parallel-Übertragungen bei den Öffentlich-Rechtlichen ebenfalls auf das Telekom-Angebot zurückgegriffen haben. Da MagentaTV nicht an der AGF-Messung teilnimmt, fließt diese Nutzung auch nicht in die Marktanteils-Berechnung ein.
Zurück zu dem, was gemessen werden kann: Die Ausschläge in der jüngeren Altersgruppe sind deutlich größer als beim Gesamtpublikum - weil ARD und ZDF hier von einem geringeren Niveau starten und weil der Fußball auch Leute vor den Bildschirm lockt, die sonst gar kein lineares Fernsehen mehr schauen. Das ZDF konnte so seinen Marktanteil im Vergleich zum Mai auf 15,0 Prozent glatt verdoppeln, Das Erste steigerte sich um 6,2 Prozentpunkte auf 14,7 Prozent. Bei den 14- bis 59-Jährigen lagen die Marktanteile bei 13,3 Prozent für Das Erste und 14,7 Prozent fürs ZDF.
Tiefstwerte für fast alle Privatsender
Im Umkehrschluss machte das den Privatsendern das Leben also vor allem in den jüngeren Altersgruppen schwer, wo sie sonst noch vergleichsweise gut unterwegs sind. Bei den 14- bis 49-Jährigen setzte es so für fast alle großen Privatsender Allzeit-Tiefs (vielleicht mit Ausnahme der allerersten Sendemonate). Das trifft auf RTL mit 7,5 Prozent ebenso zu wie auf ProSieben mit 4,8 Prozent, Sat.1 mit 4,5 Prozent, RTLzwei mit 3,1 Prozent und Kabel Eins mit 3,1 Prozent. ProSieben und RTL unterboten den vorherigen Tiefstwert dabei jeweils um satte 0,6 Prozentpunkte, alle anderen blieben in der Nähe der bisherigen Tiefstwerte.
Eine Ausnahme bildet nur Vox, das zwar ebenfalls einen deutlichen Marktanteils-Rückgang verkraften musste, mit 4,5 Prozent aber ein Stück über seinem eigenen Tiefstwert lag - und zudem Sat.1 immerhin wieder eingeholt hat. Dort waren die Verluste im Vergleich zum Vorjahres-Juni besonders groß, weil damals noch die U21-EM und Klub-WM die Quoten in die Höhe trieben.
Beim Gesamtpublikum ging es für die Privaten ebenfalls durch die Bank bergab. ProSieben fiel auch hier mit nur noch 2,1 Prozent auf ein neues Allzeit-Tief und blieb damit erneut hinter Kabel Eins und RTLzwei. Größter unter den Privaten blieb RTL mit 7,2 Prozent, Sat.1 kam auf 4,1 Prozent, Vox auf 3,8 Prozent. Auch bei den 14- bis 59-Jährigen hatte RTL im Privatsender-Vergleich mit 7,5 Prozent Marktanteil die Nase vorn, hier folgt Vox vor Sat.1, RTLzwei bildet mit 3,0 Prozent das Schlusslicht knapp hinter Kabel Eins.
Die Monatsmarktanteile im Überblick
| Gesamt | +/- | 14-49 | +/- | 14-59 | +/- | ||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Das Erste |
14,7 | VM: +2,6 VJ: +3,1 |
14,7 | VM: +6,2 VJ: +7,8 |
13,4 | VM: +4,4 VJ: +5,1 |
|
| ZDF | 17,9 | VM: +3,7 VJ: +3,3 |
15,0 | VM: +7,5 VJ: +7,7 |
14,5 | VM: +5,4 VJ: +4,8 |
|
| RTL | 7,2 | VM: -1,0 VJ: -0,7 |
7,5 | VM: -1,9 VJ: -1,7 |
7,5 | VM: -1,4 VJ: -1,1 |
|
| Sat.1 | 4,1 | VM: -0,7 VJ: -1,2 |
4,5 | VM: -2,0 VJ: -3,1 |
4,7 | VM: -1,1 VJ: -1,7 |
|
| ProSieben | 2,1 | VM: -0,4 VJ: -0,7 |
4,8 | VM: -1,6 VJ: -2,6 |
3,7 | VM: -0,9 VJ: -1,6 |
|
| Vox | 3,8 | VM: -0,3 VJ: -0,4 |
4,5 | VM: -1,1 VJ: -1,7 |
4,8 | VM: -0,7 VJ: -0,8 |
|
| RTLzwei | 2,2 | VM: -0,5 VJ: -0,1 |
3,1 | VM: -1,3 VJ: -0,7 |
3,0 | VM: -0,6 VJ: -0,4 |
|
| Kabel Eins |
2,3 | VM: -0,3 VJ: -0,1 |
3,1 | VM: -0,5 VJ: -0,7 |
3,1 | VM: -0,6 VJ: -1,0 |
Die Spalte +/- gibt die Veränderung im Vergleich zum Vormonat bzw. zum Vorjahresmonat an. Quelle: AGF / DWDL-Recherche
Die meistgesehenen Sendungen des Monats
| Gesamt | 14-49 | 14-59 | |
| Das Erste | Fußball-WM: Deutschland - Curacao | Fußball-WM: Deutschland - Curacao | Fußball-WM: Deutschland - Curacao |
| ZDF | Fußball-WM: Deutschland - Elfenbeinküste | Fußball-WM: Deutschland - Paraguay | Fußball-WM: Deutschland - Paraguay |
| RTL | RTL Fußball: USA - Deutschland | RTL Fußball: USA - Deutschland | RTL Fußball: USA - Deutschland |
| Sat.1 | Julia Leischik sucht: Bitte melde dich | Der Sat.1-Kreuzfahrt-Check | Der Sat.1-Kreuzfahrt-Check |
| ProSieben | Gladiator II | Joko & Klaas gegen ProSieben | TV Total |
| Vox | Ab ins Beet! Die Garten-Soap | Kitchen Impossible | Kitchen Impossible |
| RTLzwei | R.E.D. 2 - Noch älter. Härter. Besser. | Armageddon - Das jüngste Gericht | Armageddon - Das jüngste Gericht |
| Kabel Eins | Das Wunder von Bern | Die Tribute von Panem - Catching Fire | Das Wunder von Bern |
Quelle: DWDL-Recherche / nur vorläufig gewichtete Quoten
Quelle für alle Daten in diesem Artikel, sofern nicht anders vermerkt: AGF SCOPE 1.9; Marktstandard: Bewegtbild; vorläufig gewichtete Daten; Tages-MA: Auswertungstyp TV-Zeitintervall; nutzungsbezogen; Sendungsdaten: Auswertungstyp TV; produktbezogen;
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