Quelle der Daten für diesen Artikel: AGF Videoforschung

Nicht nur die privaten Vollprogramme bekamen im Juni die harte Konkurrenz durch die Fußball-Weltmeisterschaft bei ARD und ZDF zu spüren. Auch bei den Spartensendern dominierten die roten Vorzeichen. Besonders hart traf es beispielsweise den RTL-Männersender Nitro, der in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen im Vergleich zum Mai einen halben Prozentpunkt einbüßte - ebensogroß fiel das Minus bei Kabel Eins Doku und One aus. Der Marktanteil des Disney Channels sackte sogar um 0,6 Prozentpunkte ab, was den Sender zum größten Verlierer des Monats in der Sparte machte.

Und doch gab es im Juni ganz vereinzelt auch Erfolgsgeschichten. Dazu gehört etwas überraschend Vox Up, ein Sender, der vor allem auf Wiederholungen bekannter US-Serien und Vox-Eigenproduktionen setzt. Warum der Marktanteil ausgerechnet im WM-Monat Juni mit 0,9 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen so hoch ausfiel wie noch nie, während ähnlich positionierte Spartenkanäle teils kräftig einbüßten, ist durchaus ein kleines Rätsel. Im Vergleich zum Mai verbesserte sich Vox Up jedoch um 0,2 Prozentpunkte. Noch stärker lief es in der erweiterten Zielgruppe der 14- bis 59-Jährigen, wo der Sender zwar keinen neuen Rekord aufstellte, mit einem Marktanteil von 1,1 Prozent aber ausgesprochen stabil performte. Hier bewegte sich Vox Up auf Augenhöhe mit DMAX und ProSieben Maxx.

Und auch bei Eurosport kann man mit Blick auf die Juni-Performance jubeln - und zwar ganz ohne WM-Rechte. Dank des fulminanten French-Open-Erfolgs von Alexander Zverev löste Eurosport 1 zu Beginn des Monats eine regelrechte Tennis-Euphorie aus, die am Finaltag des Turniers dazu führte, dass der Sender mit einem Tagesmarktanteil von 6,9 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen den erfolgreichsten Tag seiner Geschichte feiern konnte. Über den gesamten Monat hinweg lag der Marktanteil bei immerhin 0,8 Prozent - übrigens auch beim Gesamtpublikum. In beiden Gruppen lag Eurosport 1 damit weit vor Sport1, das mit einem weitgehend auf Sparflamme gefahrenen Programm nur jeweils 0,3 Prozent erzielte.

    Marktanteil
gesamt
+/- Vormonat
+/- Vorjahr
Marktanteil
14-49
+/- Vormonat
+/- Vorjahr
ZDFneo 2,8 VM: +0,2
VJ: -0,4
1,8 VM: -0,2
VJ: -0,4
RTLup 2,4 VM: ±0
VJ: ±0
1,6 VM: -0,1
VJ: -0,5
Sat.1 Gold 2,4 VM: -0,3
VJ: -0,1
1,4 VM: -0,3
VJ: -0,1
ZDFinfo 1,7 VM: ±0
VJ: -0,1
2,0 VM: -0,4
VJ: -0,4
Arte 1,5 VM: +0,1
VJ: ±0
0,8 VM: -0,1
VJ: -0,2
Nitro 1,3 VM: -0,3
VJ: -0,3
1,6 VM: -0,5
VJ: -0,5
n-tv 1,3 VM: ±0
VJ: -0,1
1,3 VM: -0,4
VJ: -0,7
3sat 1,3 VM: -0,1
VJ: -0,3
0,5 VM: -0,2
VJ: -0,4
One 1,2 VM: -0,2
VJ: ±0
0,4 VM: -0,5
VJ: -0,2
Welt 1,1 VM: ±0
VJ: ±0
1,2 VM: -0,3
VJ: -0,5
kabel eins Doku 0,9 VM: -0,1
VJ: ±0
1,1 VM: -0,5
VJ: -0,3
Super RTL 0,8 VM: -0,1
VJ: -0,1
1,2 VM: -0,5
VJ: -0,1
DMAX 0,8 VM: -0,2
VJ: -0,2
1,2 VM: -0,4
VJ: -0,5
Phoenix 0,8 VM: -0,2
VJ: -0,2
0,9 VM: -0,1
VJ: -0,1
Eurosport1 0,8 VM: ±0
VJ: ±0
0,8 VM: +0,1
VJ: +0,3
ProSieben Maxx 0,7 VM: -0,1
VJ: -0,1
1,4 VM: -0,4
VJ: -0,4
Vox Up 0,7 VM: ±0
VJ: +0,1
0,9 VM: +0,2
VJ: +0,1
Tele 5 0,7 VM: -0,2
VJ: -0,1
0,8 VM: ±0
VJ: ±0
sixx 0,6 VM: -0,1
VJ: -0,1
1,1 VM: -0,3
VJ: -0,3
TLC 0,5 VM: ±0
VJ: -0,1
0,7 VM: -0,2
VJ: -0,2
tagesschau24 0,5 VM: ±0
VJ: -0,1
0,4 VM: -0,1
VJ: -0,3
Comedy Central 0,4 VM: ±0
VJ: ±0
1,7 VM: -0,1
VJ: -0,1
Disney Channel 0,4 VM: -0,2
VJ: -0,2
0,7 VM: -0,6
VJ: -0,4
KiKa 0,4 VM: ±0
VJ: -0,1
0,6 VM: ±0
VJ: -0,3
N24 Doku 0,3 VM: ±0
VJ: ±0
0,5 VM: ±0
VJ: +0,1
Sport1 0,3 VM: -0,2
VJ: +0,1
0,3 VM: -0,2
VJ: +0,1
HGTV 0,3 VM: -0,1
VJ: ±0
0,2 VM: -0,1
VJ: ±0
Nickelodeon 0,2 VM: ±0
VJ: ±0
0,4 VM: ±0
VJ: -0,2
ARD alpha 0,2 VM: ±0
VJ: ±0
0,2 VM: +0,1
VJ: ±0
DF1 0,2 VM: ±0
VJ: ±0
0,1 VM: ±0
VJ: ±0
Deluxe Music 0,1 VM: ±0
VJ: ±0
0,2 VM: -0,1
VJ: -0,1
MTV 0,1 VM: ±0
VJ: ±0
0,1 VM: ±0
VJ: -0,2
Toggo Plus 0,1 VM: ±0
VJ: ±0
0,1 VM: -0,1
VJ: -0,1

Völlig unbeeindruckt von der Fußball-Weltmeisterschaft zeigte sich daneben außerdem der Spitzenreiter unter den Spartensendern: Mit einem Marktanteil von 2,8 Prozent verbesserte sich ZDFneo sogar auf den stärksten Monatswert seit dem vergangenen November. Dabei half nicht zuletzt die sehr konsequente Krimi-Programmierung, mit der ZDFneo regelmäßig bei einem breiten Publikum punktete, das sich nicht für die WM begeistern ließ. Unterm Strich ließ ZDFneo damit sogar ProSieben, RTLzwei und Kabel Eins deutlich hinter sich und lag im Ranking aller Sender auf einem starken sechsten Platz. Starke Quoten gab's zudem für ZDFinfo, das trotz spürbarer Verluste als einziger Spartensender bei den 14- bis 49-Jährigen einen Marktanteil von 2,0 Prozent schaffte.

Nickelodeon wächst gegen den Trend

Im Bereich der Kindersender konnte ausgerechnet das Schlusslicht als einziger zulegen - wenn auch nur leicht: Mit einem Marktanteil von 5,7 Prozent stellte Nickelodeon sogar einen Jahresbestwert in der Kernzielgruppe der 3- bis 13-Jährigen auf. Damit lag man letztlich nur zweieinhalb Prozentpunkte hinter dem Disney Channel, für den es erstmals seit Ende 2022 nur für einen einstelligen Marktanteil reichte. Super RTL und Toggo Plus waren zusammen zwar stärker, fielen mit gerade einmal 11,4 Prozent aber sogar auf den schwächsten Wert seit Jahrzehnten zurück. Ebenfalls mit Verlusten, aber völlig ungefährdet an der Spitze der Kindersender lag dagegen der Kika, der mit einem Marktanteil von 17,7 Prozent den Vorsprung auf die Kölner Konkurrenz bei über sechs Prozentpunkten hielt.

  MA 3-13
(6:00-20:15)
+/-
Vormonat
+/-
Juni 25
Kika 17,7 -2,7 -1,7
Super RTL (inkl. Toggo Plus) 11,4 -2,9 -6,2
Disney Channel 8,3 -1,9 -5,8
Nickelodeon 5,7 +0,3 +1,1

Die Spalte +/- gibt die Veränderung im Vergleich zum Vormonat bzw. zum Vorjahresmonat an. Quelle: DWDL.de-Recherche / AGF Videoforschung in Zusammenarbeit mit GfK; AGF SCOPE, 01.06.2026-30.06.2026

Dritte: MDR bleibt trotz Verlusten vorne 

Während ARD und ZDF durch die Fußball-WM steigende Quoten verbuchten, mussten die Dritten Programme Federn lassen. Im Juni ging der gemeinsame Marktanteil beim Gesamtpublikum um 1,2 Prozentpunkte auf 12,2 Prozent zurück, bei den 14- bis 49-Jährigen wurden sogar nur 4,7 Prozent erzielt. Mit Blick auf die einzelnen Sendegebiete gab es aber auch hier einen Sender, der gegen den Trend zulegte: Das HR Fernsehen kam - von einem niedrigen Niveau kommend - auf 5,4 Prozent Marktanteil in Hessen und steigerte sich damit gegenüber Mai um 0,4 Prozentpunkte.

  MA Sendegebiet
ab 3
+/-
Mai 26
+/-
Juni 25
MA ab 3 
bundesweit
MA 14-49 
bundesweit
MDR 8,1 -1,3 -1,0 1,8 0,6
NDR 7,6 -0,7 -0,7 2,4 1,0
WDR 6,6 -0,3 ±0 2,3 0,9
BR 6,5 -0,7 -0,6 1,8 0,7
RBB 6,2 -0,3 -0,5 1,2 0,5
SWR 5,5 -0,8 -0,3 1,8 0,6
HR 5,4 +0,4 -0,4 1,0 0,5

Die Spalte +/- gibt die Veränderung im Vergleich zum Vormonat bzw. zum Vorjahresmonat an. Quelle: DWDL.de-Recherche / AGF Videoforschung in Zusammenarbeit mit GfK; AGF SCOPE 1.4, 01.06.2026-30.06.2026

Die größten Abschläge musste dagegen der Platzhirsch hinnehmen: Für den MDR ging es um 1,3 Prozentpunkte auf 8,1 Prozent Marktanteil nach unten, was aber noch immer reichte, um im Dritten-Ranking vorne zu liegen. Dahinter folgte das NDR Fernsehen mit 7,6 Prozent. Nur knapp vor dem Schlusslicht HR positionierte sich derweil das SWR Fernsehen, dessen Marktanteil im Südwesten auf 5,5 Prozent absackte.

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Quelle für alle Daten in diesem Artikel, sofern nicht anders vermerkt: AGF SCOPE 1.9; Marktstandard: Bewegtbild; vorläufig gewichtete Daten; Tages-MA: Auswertungstyp TV-Zeitintervall; nutzungsbezogen; Sendungsdaten: Auswertungstyp TV; produktbezogen;