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"DSDS" im Quotencheck

"DSDS 4" mit enttäuschender Entwicklung

 

Im Laufe der vierten "DSDS"-Staffel brachen die Zuschauerzahlen deutlich ein. Das Format überzeugte als Comedyshow - als Musikwettbewerb weniger.

von Uwe Mantel
07.05.2007 - 11:11 Uhr

Foto: RTLAuf den ersten Blick könnte RTL rundum zufrieden sein mit der vierten Staffel von "Deutschland sucht den Superstar". Durchgehend wurden in der werberelevanten Zielgruppe über 25 Prozent Marktanteil erreicht - selbst für RTL-Verhältnisse ein sehr guter Wert.

Doch bei genauerem Hinsehen fällt auf: "DSDS" hat im Verlauf der vierten Staffel einen deutlichen Zuschauer- und Quotenrückgang hinnehmen müssen. Angefangen hatte alles sehr vielversprechend. Das erste Casting verfolgten 6,24 Millionen Zuschauer und in den ersten Wochen stiegen die Zahlen sogar noch an. Am 24. Januar waren 7,43 Millionen Zuschauer vor den Bildschirmen mit dabei, der Marktanteil in der Zielgruppe stieg in der Castingphase bis auf grandiose 38 Prozent an. Über 5 Millionen werberelevante Zuschauer waren am 17. und 24. Januar mit dabei.

In dieser Phase gleicht "Deutschland sucht den Superstar" inzwischen aber eher einer Comedyshow als einem Musikwettbewerb. Je näher der rückte, desto schwächer wurden allerdings die Quoten. Als Schwachstelle erwiesen sich wieder einmal die vier "Top 20"-Shows. Während die erste noch von 6 Millionen Zuschauern verfolgt wurde, kam die letzte nur noch auf 4,96 Millionen Zuschauer. Der Marktanteil in der Zielgruppe sank auf 27,1 Prozent ab.


Mit Beginn der großen "Mottoshows" am 24. Februar ging es dann zunächst wieder deutlich nach oben. Die zweite Show am 10. März kam auf 5,97 Millionen Zuschauer - der Höhepunkt dieser Phase von "DSDS". Selbst das Finale sollte an diesen Wert nicht mehr herankommen - doch selbst zu diesem Zeitpunkt fehlten bereits 1,5 Millionen Zuschauer auf die Höchststände während der Castingphase. Die Marktanteile lagen während der ersten drei Mottoshows noch über der 30-Prozent-Marke in der Zielgruppe.

Doch je länger der Wettbewerb dauerte, desto geringer wurde das Interesse - eine Situation, die an die sehr enttäuschende Entwicklung während der zweiten Staffel erinnerte. Sicher: Das hochsommerliche Wetter drückte auf die Zuschauerzahlen - doch RTL würde es sich zu leicht machen, die massiven Zuschauerrückgänge allein damit erklären zu wollen. Der Tiefpunkt wurde am 7. April mit nur noch knapp über 4 Millionen Zuschauern erreicht und auch die Marktanteile in der Zielgruppe lagen zu diesem Zeitpunkt längst deutlich unter der 30-Prozent-Marke.

Bis zum Halbfinale sollten die Zuschauerzahlen dann zwischen 4 und 4,5 Millionen vor sich hindümpeln, ehe wenigstens da noch einmal 5,38 Millionen Zuschauer einschalteten - von steigender Spannung und damit einhergehenden steigenden Quoten war in dieser Staffel in jedem Fall nichts zu sehen. In der Zielgruppe hatte man meist weniger als 3 Millionen Zuschauer, im Vergleich zu den Castingreports hatte sich die Zuschauerzahl hier mehr als halbiert.

Zur Hauptsache ist mittlerweile offenbar das eigentliche "Vorgeplänkel", also die Castings geworden. Das war auch schonmal anders - etwa in der ersten Staffel. Damals wurden die Castings noch von weniger als 4 Millionen Zuschauern verfolgt, dafür stiegen mit Beginn der Mottoshows Woche für Woche die Zuschauerzahlen bis auf unglaubliche 12,9 Millionen Zuschauer an.

Verglichen damit war die Entwicklung von "DSDS" diesmal enttäuschend. Keinen Gefallen getan hat man sich offenbar auch damit, die Sendung auf den vermeintlich attraktiveren Sendeplatz um 20:15 Uhr vorzuverlegen - an sommerlichen Frühlingstagen ein Schuss, der nach hinten losging, steigt die Fernsehnutzung da doch im Laufe des Abends erst an. Auch im Vergleich mit der dritten Staffel kann RTL diesmal nicht wirklich zufrieden sein. Während der Castings lief es zwar noch deutlich besser als im Vorjahr, doch während sich in Staffel 3 die Zuschauerzahlen immerhin relativ konstant hielten über den Wettbewerb, zeigt die Kurve diesmal klar nach unten.

Die fünfte Staffel von "DSDS" ist nach RTL-Angaben bereits sicher - doch man würde in Köln gut daran tun, das Konzept der Sendung auf den Prüfstand zu stellen wie man es auch nach der enttäuschenden zweiten Staffel getan hat. Damals hatte die Finalshow im übrigen nur 50.000 Zuschauer weniger.

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