MDR legt kräftig zu, RBB erneut Schlusslicht

Die Dritten Programmen bekamen die Sport-Konkurrenz durch die Olympischen Spiele und die Fußball-Europameisterschaft im Sommer zu spüren - mit einer Ausnahme: Als einzigem Sender ist es dem MDR Fernsehen gelungen, seinen Marktanteil im Jahr 2016 sogar deutlich auszubauen. Auf starke 9,5 Prozent brachte es das Dritte im eigenen Sendegebiet, was einem beachtlichen Plus von einem halben Prozentpunkt gegenüber 2015 entsprach. Nach ZDF, dem Ersten und RTL ist der MDR in Mitteldeutschland Vierter - und überholte damit erstmals Sat.1.

Noch beachtlicher sind übrigens die Quoten, die das MDR Fernsehen am Hauptabend von 19 bis 22 Uhr erzielt: In dieser Zeitspanne landete der Sender im zurückliegenden Jahr mit einem Marktanteil von 12,7 Prozent sogar auf dem dritten Rang und war somit erfolgreicher als sämtliche privaten Anbieter. In Thüringen ist der MDR mit 13,5 Prozent Marktanteil sogar gemeinsam mit dem ZDF Spitzenreiter - ein beachtlicher Erfolg, zumal die anderen Dritten wie erwähnt sogar Einbußen hinnehmen mussten.

  MA 2016
ab 3
+/-
Vorjahr
MDR 9,5 +0,5
NDR
7,6 -0,2
BR 6,9 -0,6
SWR 6,8
-0,2
HR 6,4
-0,6
WDR 6,2
-0,4
RBB
5,5
-0,8

Marktanteil im jeweiligen Sendegebiet; Quelle: DWDL.de.

Während NDR und SWR mit jeweils 0,2 Prozentpunkten moderat verloren, traf es das RBB Fernsehen besonders hart: Um 0,8 Prozentpunkte ging es auf gerade mal noch 5,5 Prozent Marktanteil im Sendegebiet nach unten. Der RBB bildet damit das Schlusslicht, hat aber bereits angekündigt, mit neuen Programmen Gegenmaßen einleiten zu wollen. Den vorletzten Platz belegt indes das WDR Fernsehen, das 0,4 Prozentpunkte abgab - innerhalb von zwei Jahren ging es für den Sender im Westen sogar um einen ganzen Prozentpunkt nach unten. Das hr Fernsehen verlor indes ebenso wie das BR Fernsehen 0,6 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr.

Super RTL zurück an der Spitze, Nickelodeon leidet

Im vorigen Jahr durfte der Kinderkanal noch darüber jubeln, erstmals die Marktführerschaft im Kids-Segment erobert zu haben. Nun, zum 20. Geburtstag des Senders, muss man der privaten Konkurrenz wieder die Spitzenposition überlassen, auch wenn der Kika im Laufe des Jahres erneut mehrfach vor Super RTL landete. Unterm Strich steht aber ein leichtes Minus von 0,4 Prozentpunkten in der Kernzielgruppe der 3- bis 13-Jährigen: Mit einem Marktanteil von 19,7 Prozent lag der Kika knapp einen Prozentpunkt hinter Super RTL, das vor allem von einer starken ersten Jahreshälfte mit Spitzenwerten von bis 22,2 Prozent profitierte.

  MA 2016
3-13
+/-
Vorjahr
MA 2016
14-49
Super RTL
20,6 +1,3 2,1
Kika
19,7 -0,3
1,1
Disney Channel
9,5
+/-0
1,2
Nickelodeon 7,9
-1,3 1,1

Die Spalte +/- gibt die Veränderung im Vergleich zum Vorjahr an. Berücksichtigt wird bei den 3- bis 13-Jährigen die Zeit zwischen 6 Uhr und 20:15 Uhr, bei den 14- bis 49-Jährigen zwischen 3 und 3 Uhr. Quelle: DWDL.de-Recherche

Der Disney Channel trat 2016 hingegen auf der Stelle und erzielte wie schon im Jahr zuvor einen Marktanteil von 9,5 Prozent bei den Kindern. In den letzten Monaten des Jahres lag der Sender zudem stets unter den Vorjahreswerten. In München zeigt man sich jedoch zufrieden - nicht nur, weil man trotz EM und Olympia stabil blieb, sondern auch, weil es gelang, den Vorsprung auf Nickelodeon auszubauen. Die Viacom-Konkurrenz beendete das Jahr mit einem Marktanteil von 7,9 Prozent bei den 3- bis 13-Jährigen, was einem kräftigen Minus von 1,3 Prozentpunkten entsprach. Gefragt ist der Disney Channel nicht zuletzt bei den 9- bis 13-jährigen Mädchen, die den Sender am Vorabend mit 17,3 Prozent Marktanteil in dieser Zuschauergruppe zum Marktführer machten.

Am Abend gelang es dem Disney Channel unterdessen, seinen Marktanteil auszubauen: Mit einem Primetime-Marktanteil von 1,1 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen steigerte sich der Sender gegenüber 2015 leicht, während Super RTL im Gegenzug einen minalen Verlust hinnehmen musste und auf 2,1 Prozent kam. Betrachtet man den gesamten Tag, dann verzeichnete Super RTL im zurückliegenden Jahr einen Marktanteil von 2,1 Prozent in der klassischen Zielgruppe, während der Disney Channel auf 1,2 Prozent kam. Nickelodeon lag mit 1,1 Prozent nur knapp hinter der Disney-Konkurrenz.

Bundesliga siegt im Pay-TV, Syfy stärkster Sender

Die auf der Sky-Plattform vertretenen Pay-TV-Sender verzeichneten im Jahr 2016 zusammengenommen einen Marktanteil von 3,0 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen. An der Spitze der Fiction-Kanäle rangierte erstmals Syfy - und löste damit den ebenfalls von NBCUniversal betriebenen Serien-Sender 13th Street ab, der zuvor fünf Jahre unangefochten die Spitzenposition innehatte. Die meistgesehene Pay-TV-Sendung markiert indes das Bundesliga-Spiel zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern vom 25. Spieltag der Vorsaison, das alleine im linearen Fernsehen im Schnitt 1,87 Millionen Zuschauer erreichte.

  MA 2016
14-49
MA 2016
ab 3
Syfy
0,3 0,2
Sky Sport Bundesliga 1
0,2 0,2
13th Street
0,2
0,1
FOX 0,1
0,1
Sky Krimi 0,1 0,1

Dahinter folgen zwei Bundesliga-Konferenzen, die von jeweils rund eineinhalb Millionen Zuschauern gesehen wurden. Gleichzeitig gelang es Sky aber auch mit der Champions League mehrfach die Millionen-Marke zu knacken. Ende März verzeichneten Einzelspiele und Konferenz im Schnitt 1,26 Millionen Zuschauer. Als stärkster Film ging die Premiere von "Minions" hervor, die bei ihrer Erstausstrahlung auf 650.000 Zuschauer kam. "Jurassic Park" landete mit einer halben Million Zuschauern auf dem zweiten Platz, gefolgt von "San Andreas" mit 450.000 Zuschauern. Im Serien-Bereich hat FOX die Nase deutlich vorne: Bis zu 450.000 Zuschauer zählte der Sender mit "The Walking Dead". Auch der Spitzen-Marktanteil von 3,5 Prozent in der Zielgruppe kann sich sehen lassen.