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Analyse der neuen Audio-MA

WDR 2, SWR 3 & Spotify legen zu, R.SH & Bayern 1 verlieren

 

Die neue Audio-MA attestiert WDR 2 und SWR 3 deutliche Zugewinne und die Rück-Eroberung der Millionen-Marke. Noch stärker legte radio ffn zu. R.SH und Bayern 1 gehören zu den größeren Verlierern. Aufgepasst, Radiosender: Spotify legte massiv zu.

von Uwe Mantel
11.07.2018 - 11:41 Uhr

Seite 1 von 6

Am Mittwoch wurde zum zweiten Mal die neue Audio-MA veröffentlicht, die in diesem Jahr die bisherige Radio-MA abgelöst hat. Damit gibt es jetzt einen konvergenten Datensatz, der sowohl die Reichweiten klassischer Radiosender, die Reichweiten von Online-Audio-Angeboten sowie konvergente Zahlen umfasst. Die Zahl "Hörer in der Durchschnittsstunde Mo-Fr 6-18 Uhr", die für die Vermarktung und die traditionellen Vergleiche maßgeblich ist, wird ohnehin weiterhin nur für klassische Sender ermittelt, somit ergibt sich hier also das übliche Bild.

Und das bedeutet, dass die höchste Reichweite weiterhin das Lokalsender-Konglomerat Radio NRW auf die Beine stellt. Mit 1,68 Millionen Hörern in einer durchschnittlichen Stunde werktags zwischen 6 und 18 Uhr blieb diese Reichweite im Vergleich zur letzten Ausweisung auch quasi unverändert. Dahiner gab es aber einige deutlichere Bewegungen. Nachdem WDR 2 und SWR 3 zuletzt unter die Millionen-Marke gefallen waren, legten beide Sender in der neuesten Ausweisung nun wieder massiv um 11,2 bzw. 13,5 Prozent zu und belegen mit jeweils rund 1,1 Millionen Hörern nun die Plätze 2 und 3. Konkret kann WDR 2 den Titel als meistgehörter Einzelsender für sich beanspruchen.

Zuletzt hatte Bayern 1 diesen Titel inne - nachdem der Sender zuletzt durch die Funkanalyse Bayern gute Zahlen attestiert bekam, weist die Radio-MA nun aber einen deutlichen Reichweiten-Rückgang um rund zehn Prozent aus - hier macht sich das Wirrwarr der zahlreichen unterschiedlichen ermittelten Werte und die fehler- und manipulations-anfällige Erhebung auf der Basis von Umfragen mal wieder bemerkbar. Bayern 1 hielt sich aber vor Antenne Bayern, das 5,3 Prozent verlor. Konkurrent Bayern 3 konnte leicht zulegen, liegt aber noch über 130.000 Hörer hinter Antenne Bayern.

Die 20 meistgehörten Radiosender in Deutschland laut Audio-MA 2018/I (Hörer ab 14 Jahre pro Stunde, Mo-Fr 6-18 Uhr):

  Hörer in Tsd.
ma 2018/II
Hörer in Tsd.
ma 2018/I
Veränderung
in Prozent
Radio NRW
1.680 1.683 - 0,2 %
WDR 2
1,101 990
+ 11,2 %
SWR 3
1.095 965
+ 13,5 %
Bayern 1
1.017
1.129 - 9,9 %
Antenne Bayern
947
1.000
- 5,3 %
1Live
859 867
- 0,9 %
NDR 2
815 818
+ 0,4 %
Bayern 3
815
799
+ 2,0 %
SWR 4 BW
442
461
- 4,1 %
Hit-Radio FFH
437
432
+ 1,2 %
radio ffn
420 339
+ 23,9 %
MDR Sachsen
408
374
+ 9,1 %
SWR1 BW
375
410
- 8,5 %
Antenne Niedersachsen
310
336
- 7,7 %
hr3
297 340
- 12,6 %
Klassik Radio
291
314
- 7,3 %
MDR Jump
285
288
- 1,0 %
radio SAW
242
224
+ 8,0 %
hr4
234 208 + 12,5 %
R.SH
223 269 - 17,1 %

Quelle: AG.MA, ausschließlich Werbeträger

Ein weiterer großer Gewinner kommt aus dem Norden und heißt "radio ffn". Das niedersächsische Radio konnte seine Reichweit (auf Basis Hörer pro Durchschnittsstunde) um sagenhafte 23,9 Prozent auf 420.000 steigern. Damit konnte der Vorsprung vor Antenne Niedersachsen, die bei der letzten Audio-MA noch fast gleichauf lagen, auf 110.000 Hörer ausgebaut werden. Einen zweistelligen prozentualen Zuwachs verzeichnete unter den größeren Sendern zudem hr4 mit +12,5 Prozent. Dafür muss man sich beim Hessischen Rundfunk zugleich mit einem Reichweiten-Rückgang um 12,6 Prozent bei hr3 herumschlagen. Der Rückstand zum Hitradio FFH wuchs damit wieder erheblich an, FFH legte im Gegensatz dazu nämlich leicht zu. Und bei Energy Deutschland, das in der letzten Ausweisung zu den großen Verlierern gehörte, kann man sich freuen: Die deutschen Energy-Sender in Hamburg, Berlin, Nürnberg, München und Stuttgart konnten sich zusammengenommen um 28,5 Prozent steigern.

Die größten Gewinner (in Prozent):

  Hörer in Tsd.
ma 2018/II
Hörer in Tsd.
ma 2018/I
Veränderung

Rockland Radio
51
32
+ 59,4 %
die neue welle
53
34
+ 55,9 %
Antenne Frankfurt
14
9
+ 55,6 %
delta radio
54
36
+ 50,0 %
Radio BOB!
180
122
+ 47,5 %
JAM FM Berlin
50
35
+ 42,9 %
Energy Berlin
64 46
+ 39,1 %
JAM FM
68
49
+ 38,8 %
Radio Hamburg
207
154
+ 34,4 %
Absolut relax
44
33
+ 33,3 %

Quelle: AG.MA, Angaben ohne Gewähr

Einen massiven Hörer-Verlust verzeichnete hingegen R.SH aus Schleswig-Holstein, 17,1 Prozent ging's für den Marktführer dort nach unten. Fast wäre R.SH damit noch in die Liste der zehn größten prozentualen Verlierer gerutscht, die aber auch diesmal wieder von kleineren Sendern dominiert wird. Fast die Hälfte der Hörer hat laut Audio-MA demnach Radio Cottbus verloren, fast jeden Dritten Hitradio RTL Sachsen.

Die größten Verlierer (in Prozent):

  Hörer in Tsd.
ma 2018/II
Hörer in Tsd.
ma 2018/I
Veränderung
in Tsd.
Radio Cottbus
11
21
- 47,6 %
Hitradio RTL Sachsen
65
94
- 30,9 %
baden.fm
14
20
- 30,0 %
Radio Salü
51 70
- 27,1 %
Star FM 87,9
63 85
- 25,9 %
LandesWelle Thüringen
69
90
- 23,3 %
RTL Radio
127
165
- 23,0 %
Radio Arabella
70
90
- 22,2 %
Radio Paradiso
28
35
- 20,0 %
Radio Ton
47
57
- 17,5 %

Quelle: AG.MA, Angaben ohne Gewähr

Konvergente Zahlen: SWR 3 vor 1Live und Antenne Bayern

Wie erwähnt umfasst die Audio-MA nun auch die Zahlen für Online-Audio-Angebote. Rechnet man die mit den klassischen Radiosendern zusammen, dann kommt der WDR insgesamt auf eine Tagesreichweite (nicht zu verwechseln mit den obigen Zahlen der Hörer/Durchschnittsstunde) von 8,351 Millionen Hörern (+0,4 Prozent), der SWR auf 6,897 Millionen (+1,7 Prozent), Radio NRW auf 4,755 Millionen (+0,1 Prozent). Bricht man es auf die einzelnen Wellen-Marken herunter, dann ist SWR3 alles in allem am erfolgreichsten: 3,655 Millionen Hörer werden hier online und auf klassischem Wege im Schnitt pro Tag erreicht, das war ein Plus von 8,9 Prozent. 1Live legte um 0,4 Prozent zu und landete mit 3,275 Millionen Hörern noch knapp vor Antenne Bayern mit 3,064 Millionen Hörern (+0,3 Prozent). Spotify konnte seine Tagesreichweite unterdessen massiv ausbauen: 1,688 Millionen Deutschsprachige über 14 geben an, an einem durchschnittlichen Tag Spotify zu hören. Das ist ein sehr massiver Zuwachs von 81,3 Prozent. Dass die tatsächliche Nutzung innerhalb weniger Monate derart stark angestiegen ist, ist freilich kaum glaubhaft, langsam dürften sich die Zahlen aber stärker auf ein real erscheinendes Niveau zubewegen.

Auf den folgenden Seiten: Ein Blick in die einzelnen Bundesländer 

Bitte beachten: Um auch die Sender ohne Werbung berücksichtigen zu können, blicken wir in den folgenden Tabellen auf die Tagesreichweite, nicht wie auf dieser Seite die Hörer pro Durchschnittsstunde.

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