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Zwischenauswertung der agma

Corona-Krise beschert auch Print-Titeln höhere Reichweite

 

Dass Fernsehen und Online-Angebote in der Corona-Krise deutlich stärker genutzt werden, ist durch aktuelle Zahlen schon belegt. Doch auch Print-Titel werden laut einer Zwischenauswertung der agma deutlich stärker genutzt. Zeitschriften profitieren stärker als Zeitungen

von Uwe Mantel
08.04.2020 - 17:53 Uhr

Dass die TV-Nutzung in Corona-Zeiten deutlich höher ist, lässt sich beim täglichen Blick auf die Quoten nachvollziehen, dass die Reichweiten der Online-Nachrichtenangebote regelrecht in die Höhe schoss, lässt sich auch anhand aktueller IVW-Zahlen nachlesen. Doch auch gedruckte Titel werden in der derzeitigen Krise offenbar deutlich stärker genutzt. Das geht aus einer Zwischenauswertung hervor, die die Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse nun völlig außerhalb ihres eigentlichen Zyklus der Media-Analysen veröffentlicht hat.

Zahlen für Einzeltitel gibt es nicht, allerdings ergibt sich für den Erhebungszeitraum zwischen dem 8. und 30. März eine um 25 Prozent gesteigerte Reichweite für die Gesamtheit der Publikumszeitschriften im Vergleich zur letzten Media-Analyse, in die Daten aus dem Zeitraum September 2018 bis Juli 2019 eingeflossen waren. Damit profitieren Zeitschriften sogar deutlich stärker als die tagesaktuellen Zeitungen, deren Reichweite um 10 Prozent anstieg. Nationale Abozeitungen liegen dabei leicht sogar leicht unter dem letzten MA-Wert, während Kauf- sowie regionale Abozeitungen um 13 bzw. 11 Prozent an Reichweite zulegten.

Im Zeitschriftenbereich suchen die Leser derzeit offenbar weniger nach Information - die ist angesichts der sich überschlagenden Ereignisse ja ohnehin besser im Web oder im TV zu finden - sondern nach Zerstreuung. So ist es das Segment der 14-täglichen Frauenzeitschriften, das mit einem Plus von 57 Prozent besonders stark zulegen konnte. Die Weeklys aus dem Bereich legten um 39 Prozent zu. Und da sich alle gerade besonders lange zu Hause aufhalten und feststellen, was dort alles verbessert werden müsste, gehören auch Wohn- und Gartenzeitschriften zu den ganz großen Gewinnern (+41 Prozent). Nachrichtenmagazine legten hingegen "nur" um 10 Prozent zu, auch Programmzeitschriften (+16 Prozent) verbuchten eher unterdurchschnittliches Wachstum - sind angesichts der Flut an kurzfristigen Programmänderungen aktuell aber ohnehin kaum verlässlich. Die Wirtschaftspresse liegt 18 Prozent im Plus.

Wie üblich sind die Zahlen der MA mit Vorsicht zu genießen, da sie auf Umfragen basieren - und häufig kaum mit den tatsächlichen Verkaufszahlen in Einklang zu bringen sind. Man darf also gespannt sein, wie sich die tatsächlichen Auflagen entwickeln. Einen ersten Einblick gibt's in gut zwei Wochen, wenn die IVW die Auflagenzahlen fürs erste Quartal veröffentlicht. Doch diese Zwischenauswertung sind angesichts der seit Jahren einbrechenden Print-Reichweiten zumindest ein Lichtblick - der jetzt nur noch von den Werbekunden goutiert werden müsste.

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