Die Wahlnacht ist vorbei - und fast alle Fragen offen. Ob Joe Biden oder Donald Trump die US-Präsidentschaftswahl gewonnen haben, weiß man auch am Morgen danach angesichts des sehr knappen Ergebnisses noch nicht. Und auch zwischen den übertragenden Fernsehsendern war es in der Nacht ein enges Rennen - das zumindest in der ersten Nachthälfte letztlich aber das ZDF alles in allem für sich entscheiden konnte. Um 0:17 Uhr begann dort die Sendung "Die Nacht der Entscheidung" und erreichte bis 3 Uhr - für die Zeit danach liegen noch keine Daten vor - im Schnitt 870.000 Zuschauer. Das entsprach einem Marktanteilvon 15,6 Prozent beim Gesamtpublikum, bei den 14- bis 49-Jährigen wurden 12,8 Prozent Marktanteil erreicht.

Das Erste war mit seiner Wahlberichterstattung schon früher ab 23:10 Uhr auf Sendung, daher sind die Zuschauerzahlen nicht ohne weiteres vergleichbar. Hier lag die durchschnittliche Reichweite bei 970.000 Zuschauern, also etwas höher - was aber eine naturgemäß höhere Reichweite zu Beginn der Sendung als in der Nacht zurückzuführen sein dürfte. Die Marktanteile jedenfalls fielen mit 11,9 Prozent beim Gesamtpublikum und 10,9 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen im Schnitt deutlich niedriger aus. Betrachtet man dann noch, dass Markus Lanz ab 23 Uhr im ZDF sogar 1,91 Millionen Zuschauer erreichte, dann lag das ZDF über die Dauer etwa zwischen 23 Uhr und 3 Uhr nachts deutlich vorn.

Zur Primetime wollten sich die Deutschen allerdings noch nicht so recht mit der US-Wahl beschäftigen. Das "ZDFspezial: Amerika wählt - Trump oder Biden" um 20:26 Uhr kam im ZDF mit 2,86 Millionen Zuschauern nicht über 8,3 Prozent Marktanteil beim Gesamtpublikum und 6,5 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen hinaus. Das anschließende "ZDFzeit: Trump gegen Biden" wollten sogar nur 2,63 Millionen Zuschauer sehen. Der Marktanteil beim Gesamtpublikum sank auf 7,8 Prozent, bei den 14- bis 49-Jährigen lag der Marktanteil bei 7,1 Prozent. Während das "heute-journal" die Reichweite dann kurzzeitig auf 4,57 Millionen Zuschauer nach oben trieb, tat sich "Die Anstalt", die sich dem US-Wahlsystem widmete, dann schon wieder deutlich schwerer und kam mit 2,41 Millionen Zuschauern auf einen Marktanteil von 10,3 Prozent beim Gesamtpublikum.

Ebenfalls schon früh auf die US-Wahl einstimmen wollte RTL seine Zuschauer. Dort meldete sich Peter Kloeppel bereits ab 20:15 Uhr immer wieder zu Wort, vor allem aber gab's mehrere Dokus zu sehen. Die Reichweite lag zu Beginn des Abends aber nur bei knapp zwei Millionen Zuschauern und sank dann langsam ab. Der Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen pendelte zwischen 8,8 und 11,7 Prozent Marktanteil, also etwa um die 10-Prozent-Marke herum. Das "RTL Nachtjournal" um Mitternacht bildete mit 13,6 Prozent Marktanteil in der Zielgruppe den Höhepunkt aus Quotensicht, die anschließende einstündige Sondersendung "Nachtjournal Spezial" kam noch auf 11,1 Prozent und insgesamt eine halbe Million Zuschauer.

Dass man ab 1:30 Uhr dann für eineinhalb Stunden nochmal die Dokus aus der Primetime wiederholte, war allerdings gar keine gute Idee - denn wer schon wach blieb, wollte sicherlich eher mit aktuellen Infos versorgt werden. Das ließ den Marktanteil in der Zielgruppe massiv auf zunächst 5,3 und dann 6,1 Prozent einbrechen. Gegen 3 Uhr waren mit Wiederbeginn der Live-Berichterstattung somit jedenfalls nur noch 150.000 Zuschauer übrig, der Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen lag zu diesem Zeitpunkt bei unter 5 Prozent. Wie es danach weiter ging, wird man wie erwähnt erst morgen wissen.

Vielleicht wäre es also zielführender gewesen, gleich gemeinsame Sache mit dem konzerneigenen Nachrichtensender ntv zu machen, der ja live auf Sendung blieb. Zwischen 1 und 3 Uhr erreichte der Nachrichtensender im Schnitt noch 140.000 Zuschauer, das entsprach beim Gesamtpublikum einem Marktanteil von 2,9 Prozent, bei den 14- bis 49-Jährigen wurden 4,1 Prozent erzielt. Welt hatte im gleichen Zeitraum zwar insgesamt im Schnitt rund 10.000 Zuschauer weniger und erreichte einen Gesamt-Marktanteil von 2,6 Prozent, dafür aber in der jüngeren Altersgruppe mit einem Marktanteil von 5,1 Prozent klar die Nase vorn.  Die Reichweite von Phoenix bewegte sich auf geringerem Niveau, auch dort waren die Werte bei den 14- bis 49-Jährigen aber deutlich höher als beim Gesamtpublikum und lagen nachts teils bei mehr als 2 Prozent.