Die TV-Branche blickt jeden Morgen auf die Quoten des Vortages. Es handelt sich hier aber um "vorläufig gewichtete Daten". Drei Tage später werden diese durch endgültig gewichtete Werte ersetzt, die eigentlich maßgeblich sind, die aber kaum noch wahrgenommen werden. In diese Zahlen fließt zum Einen ein Teil der zeitversetzten Nutzung (Mediatheken ausgenommen) ein. Zum Anderen stehen sie auf einer etwas breiteren Basis, weil bis dahin Nutzungsdaten aus weiteren TV-Haushalten bei der GfK eingegangen sind, die die Hochrechnung genauer machen. Mehr dazu hier. Wir blicken immer donnerstags auf die größten Änderungen, die sich dadurch ergeben.

Die Zeiten, in denen RTL mit der "Supertalent"-Suche am Samstagabend mehr als sechs, sieben oder gar acht Millionen Zuschauer vor dem Fernseher versammelte und dem langjährigen Show-Flaggschiff "Wetten, dass..?" Beine machte, sind lange vorbei. Zuletzt markierte das Bohlen-Casting mit weniger als drei Millionen Zuschauern einen neuen Tiefstwert und musste sich in der Zielgruppe der ARD-Show "Klein gegen Groß" geschlagen geben. Auffällig ist, dass es dem "Supertalent" zudem kaum gelingt, eine nennenswerte zeitversetzte Nutzung zu generieren, was dafür verspricht, dass das Format vielen Zuschauern nicht so wichtig ist, dass sie es nachholen, wenn sie es verpasst haben.

Konkret wurde die Reichweite am Samstagabend nur um 30.000 Zuschauer nach oben korrigiert, weitere 50.000 Zuschauer wurden der Nacht-Wiederholungen nachträglich zugeschlagen. In der Zielgruppe stieg der Marktanteil in der Zielgruppe damit um 0,1 Prozent. Ungleich stärker ist die zeitversetzte Nutzung dagegen bei "The Voice of Germany": Die Ausgabe vom vergangenen Donnerstag landete mit einem nachträglich Plus von 310.000 Zuschauern im Wochen-Ranking auf dem vierten Rang. Hier wollen also ganz offensichtlich viele wissen, wie es mit den Kandidatinnen und Kandidaten weitergeht. Gleichzeitig zog der ProSieben-Marktanteil um einen Prozentpunkt auf 16,1 Prozent an.

Größte Zugewinne* bei Gesamtreichweite

  ab 3 14-49
  Sendung Datum RW MA RW MA
heute-show 20.11.
22:30
5,59
(+0,62)
21,8%
(+1,7%p.)
1,79
(+0,35)
22,6%
(+3,3%p.)
ZDF Magazin Royale 20.11.
23:05
2,78
(+0,37)
14,1%
(+1,4%p.)
1,33
(+0,30)
20,9%
(+3,5%p.)
The Voice of Germany 19.11.
20:15
2,72
(+0,31)
9,1%
(+0,8%p.)
1,39
(+0,14)
16,1%
(+1,0%p.)
Bauer sucht Frau 16.11.
20:15
5,22
(+0,24)
15,3%
(+0,4%p.)
1,73
(+0,11)
17,0%
(+0,6%p.)
Altes Land 16.11.
20:16
4,91
(+0,23)
14,1%
(+0,4%p.)
0,41
(+0,03)
4,0%
(+0,1%p.)
Der Kommissar und das Meer - Aus glücklichen Tagen 21.11.
20:15
6,67
(+0,20)
20,1%
(+0,2%p.)
0,55
(+0,02)
6,5%
(+0,2%p.)
Aktenzeichen  XY... ungelöst 18.11.
23:14
0,69
(+0,19)
6,2%
(+1,5%p.)
0,22
(+0,11)
7,0%
(+3,2%p.)
The Masked Singer 16.11.
20:15
3,45
(+0,17)
11,8%
(+0,3%p.)
2,03
(+0,08)
23,4%
(+0,3%p.)
Hochzeit auf den ersten Blick 18.11.
20:14
2,06
(+0,16)
7,3%
(+0,5%p.)
0,90
(+0,11)
10,9%
(+1,0%p.)
The Voice of Germany 22.11.
20:14
2,73
(+0,13)
8,5%
(+0,3%p.)
1,36
(+0,08)
13,7%
(+0,4%p.)

*Vergleich vorläufig vs. endgültig gewichtete Quoten; Zeitraum: 16.11.-22.11.; Reichweiten-Angaben in Mio.; Sendungen zwischen 18:00 und 23:30 Uhr; Quelle: AGF/Berechnungen DWDL.de

Der Vorsprung auf das erstaunlich schwache Prominentenspecial von "Wer wird Millionär?" erhöhte sich dadurch sogar noch - auch, weil das RTL-Quiz bei den 14- bis 49-Jährige im Gegenzug 0,3 Prozentpunkte weniger zugesprochen bekam. Insgesamt erhöhte sich die Reichweite von "WWM" jedoch noch um 100.000 Zuschauer. Die Marke von vier Millionen Zuschauern blieb damit allerdings trotzdem unerreicht. Ungleich stärker fiel das Plus jedoch bei "Bauer sucht Frau" aus: Um 240.000 Zuschauer fiel die Reichweite der Kuppelshow höher aus als ursprünglich gedacht und in der Zielgruppe sah es mit einem Marktanteil von 17 Prozent trotz der ungewohnten Konkurrenz durch "The Masked Singer" noch besser aus als angenommen.

Mit Blick auf "The Voice of Germany" fällt unterdessen auf, dass die Sonntags-Ausgabe in Sat.1 von der zeitversetzten Nutzung nicht so stark profitierte. Hier bekam die Show nur 130.000 weitere Zuschauer zugesprochen - unterm Strich erreichten beide Ausgaben damit jedoch eine ähnliche Gesamt-Reichweite. Auf jeweils mehr als 2,7 Millionen Zuschauer kam die Musikshow bei ProSieben und Sat.1. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass das Interesse an "The Voice" - ähnlich wie beim "Supertalent" - inzwischen längst nicht mehr so groß ist wie noch vor einigen Jahren. In der Hoch-Phase hatte die Sendung einst noch mehr als fünf Millionen Zuschauer vor den Fernseher gelockt.

Größte Zugewinne* bei Marktanteil (14-49)

  ab 3 14-49
  Sendung Datum RW MA RW MA
ZDF Magazin Royale 20.11.
23:05
2,78
(+0,37)
14,1%
(+1,4%p.)
1,33
(+0,30)
20,9%
(+3,5%p.)
heute-show 20.11.
22:30
5,59
(+0,62)
21,8%
(+1,7%p.)
1,79
(+0,35)
22,6%
(+3,3%p.)
Aktenzeichen  XY... ungelöst 18.11.
23:14
0,69
(+0,19)
6,2%
(+1,5%p.)
0,22
(+0,11)
7,0%
(+3,2%p.)
Markus Lanz 19.11.
23:18
2,74
(+0,11)
21,3%
(+0,3%p.)
0,50
(+0,07)
13,8%
(+1,3%p.)
Hochzeit auf den ersten Blick 18.11.
20:14
2,06
(+0,16)
7,3%
(+0,5%p.)
0,90
(+0,11)
10,9%
(+1,0%p.)
The Voice of Germany 19.11.
20:15
2,72
(+0,31)
9,1%
(+0,8%p.)
1,39
(+0,14)
16,1%
(+1,0%p.)
Prince Charming 16.11.
22:11
0,39
(+0,06)
1,7%
(+0,2%p.)
0,23
(+0,06)
3,4%
(+0,7%p.)
heute-show 22.11.
23:12
0,48
(+0,05)
3,1%
(+0,3%p.)
0,10
(+0,03)
2,1%
(+0,6%p.)
Law & Order: Special Victims Unit 20.11.
20:14
0,88
(+0,09)
2,6%
(+0,2%p.)
0,37
(+0,06)
4,2%
(+0,6%p.)
Bull 17.11.
22:16
0,90
(+0,08)
3,8%
(+0,3%p.)
0,30
(+0,05)
4,5%
(+0,6%p.)

*Vergleich vorläufig vs. endgültig gewichtete Quoten; Zeitraum: 16.11.-22.11.; Reichweiten-Angaben in Mio.; Sendungen zwischen 18:00 und 23:30 Uhr; Quelle: AGF/Berechnungen DWDL.de

Könige der zeitversetzten Nutzung waren auch in der zurückliegenden Woche wieder einmal die Satire-Shows im ZDF, allen voran die "heute-show", deren Reichweite sich um 620.000 Zuschauer erhöhte, sodass am Freitagabend fast 5,6 Millonen Zuschauer einschalteten. Gleichzeitig bekam auch die Wiederholung am späten Samstagabend noch einmal 290.000 Zuschauer mehr zugesprochen als gedacht. Und auch das "ZDF Magazin Royale" funktioniert weiter bestens: Dort ging es um 250.000 Zuschauer nach oben. Bei den 14- bis 49-Jährigen gab's für beide Formate übrigens ein Plus von jeweils mehr als drei Prozentpunkten, sodass die 20-Prozent-Hürde locker genommen werden konnte.