Beim Blick auf die Quoten vom Donnerstag dürfte man sich nicht nur bei ARD verwundert die Augen reiben. Die Krimireihe "Nord bei Nordwest" hat das Kunststück fertiggebracht, die Marke von zehn Millionen Zuschauern zu überspringen und damit eine Flughöhe einzunehmen, auf der sonst allenfalls der "Tatort" unterwegs ist - und das auch nur an besonders guten Tagen. Genau genommen verzeichnete die Folge "Im Namen des Vaters" im Schnitt 10,08 Millionen Zuschauer, die den Marktanteil des Ersten auf herausragende 29,5 Prozent trieben.

Der erst in der vorigen Woche aufgestellte Bestwert konnte damit mal eben um eineinhalb Millionen Zuschauer überboten werden. Möglich war das wohl auch deshalb, weil im ZDF nicht der ebenfalls quotenstarke "Bergdoktor" zu sehen war, sondern das Handball-WM-Spiel zwischen Spanien und Deutschland. Mit durchschnittlich 4,96 Millionen Zuschauern sowie 14,7 Prozent Marktanteil war zwar auch die Live-Übertragung erfolgreich, doch die Heimatserie lockte zuletzt noch fast zwei Millionen mehr vor den Fernseher.

Beim jungen Publikum war dagegen das WM-Spiel die Nummer eins: 1,49 Millionen 14- bis 49-jährige Zuschauer bescherten dem ZDF hier sogar noch etwas bessere 16,1 Prozent Marktanteil. Nur die "Tagesschau" zählte am Donnerstag mehr junge Zuschauer als die Handball-Übertragung. Doch auch der ARD-Krimi schlug sich ausgesprochen gut beim jungen Publikum: 1,27 Millionen Zuschauer und ein Marktanteil von 13,6 Prozent bedeuteten auch hier neue Bestwerte. Zugleich landete "Nord bei Nordwest" damit noch knapp vor der RTL-Serie "Der Lehrer".

Reihenweise Bestwerte seit Jahresbeginn

Die Fabel-Rekorde von "Nord bei Nordwest" reihen sich ein in eine ganze Riege an Spitzen-Quoten, die seit Jahresbeginn für diverse Krimireihen drin waren. Neben zwei "Tatorten" mit zweistelligen Millionen-Reichweiten zählten zuletzt bereits "Nord Nord Mord", Marie Brand", "Wilsberg", "Ein starkes Team" und "Die Toten vom Bodensee" jeweils mehr als acht Millionen Zuschauer. Noch stärker war der ZDF-Spielfilm "Requiem für einen Freund", der es in der vorigen Woche sogar auf über neun Millionen Zuschauer brachte.

Im Anschluss an "Nord bei Nordwest" lief es am Donnerstag zudem für das Politmagazin "Panorama" gut, das 4,58 Millionen Zuschauer verzeichnete, ehe die "Tagesthemen" noch 3,86 Millionen im Ersten hielten. Im ZDF waren nach Abpfiff des Handball-Spiels die Talkshows gefragt, allen voran "Markus Lanz", der am späten Abend mit 2,13 Millionen Zuschauern für starke 17,1 Prozent Marktanteil sorgte und auch bei den Zuschauern unter 50 einen sehr guten Marktanteil von 9,1 Prozent verzeichnete. Am Vorabend schrammte zudem die "SOKO Stuttgart" mit 4,68 Millionen Zuschauern nur knapp an einem neuen Rekord vorbei.

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