Wenn mehr als 25 Millionen Zuschauer ein und dieselbe Sendung schauen, dann lohnt sich ein genauer Blick auf die Zahlen. So wie im Falle des EM-Gruppenspiels zwischen Deutschland und Ungarn, das am Mittwochabend im ZDF übertragen wurde und den Marktanteil des Senders auf mehr als 70 Prozent. Auffällig ist, dass das Interesse mit dem Alter abnimmt: Zwar ist die Gruppe der über-70-Jährigen mit 5,33 Millionen Zuschauern am größten, doch hier fiel der Marktanteil des Spiels mit "nur" 62,3 Prozent am geringsten aus.

Am beliebtesten war die ZDF-Übertragung bei den 14- bis 19-Jährigen, wo der Marktanteil satte 90,7 Prozent betrug. Will heißen: Neun von zehn Zuschauern dieses Alters, die am Mittwochabend vor dem Fernseher saßen, verfolgten das EM-Spiel der Nationalmannschaft. Bei den 20- bis 29-Jährigen lag der Marktanteil ebenso wie bei den 30- bis 39-Jährigen noch bei jeweils mehr als 82 Prozent, bei den 40- bis 49-Jährigen wurden 77,3 Prozent erzielt. Weniger als 70 Prozent waren es dagegen bei den Zuschauern über 50 Jahren.

Im Geschlechtervergleich waren die Männer indes in der Überzahl: 12,83 Millionen Männer standen 11,98 Millionen Frauen gegenüber. Unterschiede gab es zudem mit Blick auf die Marktanteile, denn während der Wert bei den Frauen durchschnittlich 66,7 Prozent betrug, lag der Marktanteil bei den Männern sogar bei 75,2 Prozent.

Interessante Einblicke liefert auch der Blick auf den Bildungsgrad - und hier fällt auf, dass die höchsten Marktanteile bei jenen Zuschauern erzielt wurden, die ein Studium vorweisen können. In dieser Gruppe lag der Marktanteil des EM-Spiels am Mittwochabend bei starken 82,2 Prozent, während bei Zuschauern mit Volks- oder Hauptschulabschluss lediglich 65,8 Prozent Marktanteil erzielt wurden.

Trotz aller Unterschiede bleibt jedoch festzuhalten: Große Turniere wie die EM sind das letzte echte Lagerfeuer im deutschen Fernsehen. Dazu kommt, dass die wahre Zuschauerzahl ohnehin höher liegen dürfte, immerhin umfasst die Quotenmessung nicht all jene, die das EM-Spiel beim Public Viewing in Bars und Kneipen verfolgten - und das waren, trotz Corona-Pandemie, am Mittwoch durchaus einige. 

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