Die TV-Branche blickt jeden Morgen auf die Quoten des Vortages. Es handelt sich hier aber um "vorläufig gewichtete Daten". Drei Tage später werden diese durch endgültig gewichtete Werte ersetzt, die eigentlich maßgeblich sind, die aber kaum noch wahrgenommen werden. In diese Zahlen fließt zum Einen ein Teil der zeitversetzten Nutzung (Mediatheken ausgenommen) ein. Zum Anderen stehen sie auf einer etwas breiteren Basis, weil bis dahin Nutzungsdaten aus weiteren TV-Haushalten bei der GfK eingegangen sind, die die Hochrechnung genauer machen. Mehr dazu hier. Wir blicken immer donnerstags auf die größten Änderungen, die sich dadurch ergeben.

In der vergangenen Woche startete "The Voice of Germany" zwar mit noch immer sehr guten, aber eben auch deutlich unter den Vorjahreswerten liegenden Quoten in seine neue Staffel. Die lineare Nutzung ist aber natürlich nur ein Teil der Wahrheit, die Show wird in nicht unerheblichem Maße natürlich auch zeitsouverän genutzt. Zu den Abrufzahlen bei Joyn liegen keine Daten vor, doch schon allein die zeitversetzte Nutzung auf klassischem Wege, die sich in den endgültig gewichteten Quoten niederschlägt, sorgt für einen erheblichen Nachschlag.

So wurde die Reichweite der Auftaktshow so noch um 370.000 auf 2,51 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer nach oben gesetzt, der Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen beträgt nach der endgültigen Gewichtung nun 18,2 statt 16,1 Prozent. Bei der Sonntagsausgabe in Sat.1, die generell schon eine höhere Reichweite erzielt hatte, fiel der Nachschlag etwas geringer aus, auch hier ging's aber ordentlich um 240.000 auf 2,87 Millionen Zuschauende nach oben. Der Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen wurde an dem stärker umkämpften Abend nun um 1,4 Prozentpunkte auf 15,3 Prozent nach oben korrigiert.

Größte Zugewinne* bei Marktanteil (14-49)

  ab 3 14-49
  Sendung Datum RW MA RW MA
heute-show 08.10.
22:30
4,60
(+0,79)
20,0%
(+2,5%p.)
1,45
(+0,50)
23,1%
(+6,5%p.)
ZDF Magazin Royale 08.10.
23:05
2,28
(+0,38)
13,0%
(+1,7%p.)
1,04
(+0,33)
21,4%
(+5,4%p.)
Markus Lanz 07.10.
23:17
2,07
(+0,13)
18,8%
(+0,2%p.)
0,34
(+0,09)
12,0%
(+2,2%p.)
The Voice of Germany 07.10.
20:15
2,51
(+0,37)
9,6%
(+1,1%p.)
1,21
(+0,22)
18,2%
(+2,1%p.)
The Taste 06.10.
20:14
1,28
(+0,17)
5,7%
(+0,6%p.)
0,73
(+0,14)
12,5%
(+1,7%p.)
The Voice of Germany 10.10.
20:15
2,87
(+0,24)
10,2%
(+0,6%p.)
1,15
(+0,15)
15,3%
(+1,4%p.)
Theresa Wolff - Home Sweet Home 09.10.
20:16
7,45
(+0,43)
27,8%
(+0,8%p.)
0,72
(+0,10)
12,4%
(+1,3%p.)
ZDF Magazin Royale 10.10.
22:19
0,36
(+0,09)
1,6%
(+0,3%p.)
0,20
(+0,08)
3,3%
(+1,3%p.)
The Biggest Loser - Family Power Couples 04.10.
22:09
0,52
(+0,13)
3,4%
(+0,7%p.)
0,18
(+0,05)
4,8%
(+1,2%p.)
Studio Schmitt 07.10.
22:08
0,26
(+0,07)
1,2%
(+0,3%p.)
0,14
(+0,07)
2,3%
(+1,1%p.)

*Vergleich vorläufig vs. endgültig gewichtete Quoten; Zeitraum: 04.10.-10.10.; Reichweiten-Angaben in Mio.; Sendungen zwischen 18:00 und 23:30 Uhr; Quelle: AGF/Berechnungen DWDL.de

Ein ganz erheblicher Faktor ist die zeitversetzte Nutzung auch bei "The Taste". Deutliche Aufwertungen im Nachhinein waren dort auch in den letzten Wochen schon zu beobachten, diesmal fielen sie aber noch höher aus als gewohnt: Der Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen der Sendung aus der vergangenen Woche zog nachträglich noch um 1,7 Prozentpunkte an und erreichte mit 12,5 Prozent nun einen neuen Bestwert. Die Gesamt-Reichweite erhöhte sich um 170.000 auf 1,28 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer.

Angeführt wird die Liste der Sendungen mit der höchsten nachträglichen Aufwertung aber wieder von der "heute-show" - und das mit Dominanz. Dass die nachträgliche Erhöhung der Reichweite mit einem Plus von 790.000 Zuschauerinnen und Zuschauern auf 4,6 Millionen noch höher ausfiel als gewohnt, dürfte sich mit den vergangene Woche nachgebesserten Matching-Regeln der AGF erklären lassen. Bislang wurde zeitversetzte Nutzung an Folgetagen immer der letzten Ausstrahlung zugerechnet - wer sonntags die "heute-show" nachholte, wurde also der Wiederholung samstagnachts zugeschlagen. Nun ist es in der Regel die Erstausstrahlung, weil das plausibler erscheint. Das Problem der den Quoten der Erstausstrahlungen schädlichen Nachtwiederholungen, das wir an dieser Stelle schon vielfach thematisiert hatten, will die AGF so lösen. Unter diesen neuen Bedingungen schoss der Marktanteil der "heute-show" bei den 14- bis 49-Jährigen so nachträglich jedenfalls um sagenhafte 6,5 Prozentpunkte auf nun 23,1 Prozent. Beim "ZDF Magazin Royale" ging es um 5,4 Prozentpunkte auf 21,4 Prozent nach oben. Hier kamen nachträglich noch 380.000 Zuschauerinnen und Zuschauer hinzu.

Größte Zugewinne* bei Gesamtreichweite

  ab 3 14-49
  Sendung Datum RW MA RW MA
heute-show 08.10.
22:30
4,60
(+0,79)
20,0%
(+2,5%p.)
1,45
(+0,50)
23,1%
(+6,5%p.)
Theresa Wolff - Home Sweet Home 09.10.
20:16
7,45
(+0,43)
27,8%
(+0,8%p.)
0,72
(+0,10)
12,4%
(+1,3%p.)
ZDF Magazin Royale 08.10.
23:05
2,28
(+0,38)
13,0%
(+1,7%p.)
1,04
(+0,33)
21,4%
(+5,4%p.)
The Voice of Germany 07.10.
20:15
2,51
(+0,37)
9,6%
(+1,1%p.)
1,21
(+0,22)
18,2%
(+2,1%p.)
The Voice of Germany 10.10.
20:15
2,87
(+0,24)
10,2%
(+0,6%p.)
1,15
(+0,15)
15,3%
(+1,4%p.)
Jenseits der Spree 08.10.
20:16
5,45
(+0,24)
19,3%
(+0,3%p.)
0,43
(+0,03)
6,9%
(+0,2%p.)
Freies Land 04.10.
22:14
2,43
(+0,22)
15,6%
(+0,8%p.)
0,22
(+0,05)
5,8%
(+1,1%p.)
Das Sommerhaus der Stars - Kampf der Promipaare 07.10.
20:14
1,95
(+0,21)
6,8%
(+0,5%p.)
0,87
(+0,12)
12,3%
(+0,8%p.)
Das Sommerhaus der Stars - Kampf der Promipaare 06.10.
20:14
2,04
(+0,20)
7,7%
(+0,6%p.)
1,01
(+0,12)
15,0%
(+1,1%p.)
The Taste 06.10.
20:14
1,28
(+0,17)
5,7%
(+0,6%p.)
0,73
(+0,14)
12,5%
(+1,7%p.)

*Vergleich vorläufig vs. endgültig gewichtete Quoten; Zeitraum: 04.10.-10.10.; Reichweiten-Angaben in Mio.; Sendungen zwischen 18:00 und 23:30 Uhr; Quelle: AGF/Berechnungen DWDL.de

Neu gestartet ist in der vergangenen Woche auch die neue Staffel des "Sommerhaus der Stars". Die erste Folge sammelte nachträglich noch 120.000 Zuschauerinnen und Zuschauer ein, größer war der Nachschlag mit einem Plus von rund 200.000 Leuten dann für die Ausgaben vom Mittwoch und Donnerstagabend. Die Marktanteile in der Zielgruppe wurden um 0,9 bis 1,1 Prozentpunkte nach oben gesetzt und rangierten letztlich somit um die 15 Prozent-Marke für die ersten beiden Folgen und bei 12,3 Prozent am Donnerstag. Der nachfolgende Talk profitierte weniger stark von zeitversetzter Nutzung: Trotz des Nachschlags von 0,4 Prozentpunkten beim Marktanteil blieb die Sendung mit 7,5 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen ein Flop.