Sie war ein Original, eine Größe im deutschen Produktionsgeschäft, die sich auch deshalb kaum angemessen würdigen lässt, weil kaum jemand so lange aktiv war wie sie: Regina Ziegler hat über Jahrzehnte hinweg Fernseh- und Filmgeschichte(n) geschrieben, eine Karriere mit so viel Wucht und Wagemut, dass man beim Versuch dieser gerecht zu werden, also beim Schreiben von Zeilen wie diesen, innehält. Ihr Lebenswerk allein würde jeden Nachruf füllen.
Persönlich bleibt die nie endende Neugier in Erinnerung. Zieglers Präsenz war unübersehbar, egal ob es bei den LA Screenings in Kalifornien um Serientrends aus Hollywood ging, sich die Branche in Südfrankreich zu den Fernsehmessen traf oder in New York das Beste der internationalen Community bei den iEmmys gefeiert wurde. Die Grand Dame war immer dabei, ein regelmäßiger Austausch entstand.
Sie trug die Wahrheit mitunter locker auf der Zunge. Angesprochen auf ihr bemerkenswertes Reisepensum, empörte sie sich bei einem Treffen in den kanadischen Rocky Mountains (anlässlich eines Festivals bei dem sie die Fahne für deutsche Produktionen hochhielt) schon vor Jahren über den Begriff der „Work Life Balance“. Dumm sei der, sagte sie. Wohl dem, der seine Arbeit so liebt.
Das war kurz nach ihrem 70. Geburtstag. Mit dem Alter häuften sich die Ehrungen und Jubiläen, die Anlass zum Rückblick boten. Doch obwohl es so leicht gewesen wäre, sich darin zu verlieren, richtete Regina Ziegler den Blick weiter nach vorn. Erst vergangene Woche, wenige Tage vor ihrem Tod, formulierte sie einen Wunsch für die Branche. Es sollte einer der letzten Impulse sein, den Regina Ziegler hinterlässt.
Wie viele Kolleginnen und Kollegen aus dem Produktionsgewerbe formulierte sie einen der „25 Wünsche für morgen“ der Produktionsallianz zum Jubiläum des Medienmagazins DWDL.de. In 25 Gastbeiträgen geht es um die zentrale Frage „Wie gestalten wir das Morgen?“ Ziegler hatte eine konkrete Idee, die sich nun liest wie ein Vermächtnis. Nach Rücksprache mit Tanja Ziegler veröffentlichen wir ihren Beitrag, der so kurz und knapp wie entschieden ist:
„Wenn sich die schönen Wünsche für morgen erfüllen und sich das System der Filmförderung dementsprechend verändert, würde ich einen Ziegler-Filmpreis im Jahr 2028 in Höhe von 50.000 € stiften für den Spielfilm, der frei finanziert ist, ohne Förderung, und mindestens 500.000 Besucher in 12 Monaten erreicht hat.“
Regina Ziegler, Oktober 2026
Wie laut sie nachhallt, die Zuversicht in diesen Zeilen von Regina Ziegler: Unbeirrt nach vorne gewandt, ermutigend und gestaltend. Ein Versprechen; ein Vermächtnis, das ihre Tochter Tanja nun übernimmt, wie sie versichert.

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