Quizmaster, Andreas Moravec © ServusTV / Florian Wieser
Überraschung bei ServusTV: Der Salzburger Privatsender stellt seine Vorabend-Quizshow "Quizmaster" zum Jahresende ein. Gegenüber dem "Standard" bestätigte der Sender das Aus und erklärte, dass man den Vorabend ab 2027 gezielt weiterentwickeln wolle. So soll das Magazin "Servus am Abend" künftig "deutlich mehr Sendefläche" erhalten. "Gleichzeitig setzen wir weiterhin auf starke Quizunterhaltung und konzentrieren uns dabei künftig mit der ‘Quizjagd’ auf ein Quizformat im Vorabend", so die ServusTV-Stellungnahme. Die Entscheidung kommt auch deshalb überraschend, weil "Quizmaster" regelmäßig zu den reichweitenstärksten Formaten des Senders zählt. Quizshows haben es im österreichischen TV damit weiter schwer, zuletzt hatte der ORF das Aus seiner Vorabend-Quizformate angekündigt (DWDL.de berichtete). "Quizmaster" wird von der Wiener Produktionsfirma Interspot produziert. Im vergangenen Jahr rühmte man sich beim Sender noch, dass "Quizmaster" das reichweitenstärkste Quizformat im österreichischen Vorabend sei. 

Disney+ © DWDL
Disney+ führt demnächst in Österreich eine werbefinanzierte Abo-Option ein, bislang gibt’s im Land lediglich die werbefreien Standard- und Premium-Optionen. Ab November soll es nun auch einen vergünstigten Tarif geben, bei dem die Nutzerinnen und Nutzer Werbung sehen. Zum Preis machte das Unternehmen keine Angaben, die bisherigen Tarife entsprechen aber denen in Deutschland. Hierzulande kostet das Werbe-Abo monatlich 6,99 Euro, wobei das erste halbe Jahr etwas günstiger ist. "Die Einführung unserer werbefinanzierten Abo-Option markiert ein aufregendes neues Kapitel für Disney+ in Österreich. Es bietet Abonnentinnen und Abonnenten noch mehr Auswahl und eröffnet Werbetreibenden in Österreich erstmals die Möglichkeit, Zielgruppen in unserem hochwertigen Streaming-Umfeld zu erreichen", sagt Eun-Kyung Park, Senior Vice President, Direct-to-Consumer & Networks & Country Manager Germany, Switzerland and Austria.

Pflegeleicht © ORF/Roman Zach-Kiesling
Der ORF hat sein Programm für die kommenden Wochen und Monate vorgestellt. Neu angekündigt hat man mit "TATsache" eine True-Crime-Reportagereihe sowie unter dem Titel "Die großen Musikmetropolen der Welt" eine Kultur-Dokureihe. Hinzu kommen diverse neue Kinder-Formate. In der Fiction setzt man einen Schwerpunkt auf die neue Krankenhausserie "Pflegeleicht" (Foto links), die man schon 2025 angekündigt hatte. Anders als zunächst geplant soll die erste Staffel nicht mehr in diesem Jahr, sondern erst 2027 zu sehen sein. Eine zweite Staffel ist unterdessen schon fixiert und auch schon im Dreh. Andere Fiction-Projekte wie "Alles finster", "School of Champions", "Biester", "SOKOs" etc. gehen weiter, sind aber nicht neu. Im kommenden Jahr kehrt auch "Dancing Stars" nach der ESC-bedingten Pause in diesem Jahr wie geplant zurück. Der ORF hat darüber hinaus ein neues Creator- und Talent-Netzwerk angekündigt, das noch in diesem Jahr an den Start gehen soll. Damit wolle man junge Talente fördern, gemeinsam mit ihnen Inhalte entwickeln und "öffentlich-rechtlichen Mehrwert genau dort schaffen, wo junge Menschen täglich unterwegs sind – in ihren Feeds".

Stefanie Groiss-Horowitz © ORF/Thomas Ramstorfer Stefanie Groiss-Horowitz
Für ORF-Programmdirektorin Stefanie Groiss-Horowitz sind es derweil die letzten Monate im ORF, der neuen Geschäftsführung wird sie nicht mehr angehören. Gegenüber dem "Kurier" hat sie nun angekündigt, das Unternehmen zu verlassen, "um meine jahrzehntelange Erfahrung sowohl im privaten Sektor als auch im Öffentlich-Rechtlichen auch anderen Unternehmen zur Verfügung zu stellen". Im Interview bestätigt Groiss-Horowitz jetzt aber auch noch einmal offiziell, dass die Zukunft der "Millionenshow" auf dem Prüfstand steht. Sie muss es zwar nicht mehr entscheiden, die aktuelle Programmdirektorin befürwortet aber offenbar ein Ende der langlebigen und beliebten Show, die in Köln produziert wird. Man müsse für ein junges Publikum, das Medien anders nutze, den öffentlich-rechtlichen Kernauftrag neu definieren sowie non-linear und reportoirefähig liefern. Man habe zudem eine Verpflichtung gegenüber der österreichischen Produzentenlandschaft. "Darauf zählt die ‘Millionenshow’ aber kaum ein", so Groiss-Horowitz. Die Österreich-Version von "Wer wird Millionär?" wird von Endemol Shine Germany produziert.

ORF © ORF
Auf die Frage, was sie als Programmdirektorin gerne noch umgesetzt hätte, antwortet Stefanie Groiss Horowitz im "Kurier"-Interview etwas überraschend: "Ich hätte gerne noch die ‘Große Chance der Blasmusik’ gemacht, die wegen des Eurovision Song Contest aufgeschoben werden musste." (Mehr dazu hier). Bei der Programmpräsentation spielte diese Show nun keine Rolle. Groiss Horowitz sagt, sie habe das Format für eine junge Zielgruppe, "die sich vom ORF vielleicht nicht so wahrgenommen fühlt", öffnen wollen. Blasmusik sei ein zutiefst österreichisches Thema und auch vielfältiger, als manche das meinen würden, so die Programmdirektorin. 

Formel 1 © Red Bull Content Pool / Getty Images
Womit es in jedem Fall weiter geht, ist die Kooperation zwischen ORF und ServusTV in Sachen Formel 1. Die beiden Sender haben ihre bestehende Partnerschaft nun bis 2029 verlängert. ORF und ServusTV teilen sich damit auch in den kommenden Jahren die Rennen der Formel 1 auf. Bereits im Sommer kündigte ServusTV die Verlängerung der Rechte an, nun also auch die erneute Kooperation mit dem ORF. Die neue Aufteilung sieht vor, dass künftig 13 Rennen pro Saison live bei ServusTV zu sehen sind und 11 Rennen im ORF. Der Privatsender sichert sich damit ein Rennen pro Saison mehr als bislang. 

Rudi Roubinek © Puls 4/Jörg Klickermann
Puls 4 hat weitere Details zur Österreich-Version von "Das große Backen" verraten, die ab dem 27. Oktober beim Sender zu sehen sein wird. So führt Kabarettist Rudi Roubinek als Host durch die Sendung. Als solcher steht er an der Seite der acht Hobby-Bäcker, die die Show gewinnen wollen. Schon bekannt war, dass Eveline Wild der Jury angehören wird - wer darüber hinaus über die Ergebnisse der Teilnehmerinnen und Teilnehmer entscheidet, hat Puls 4 noch nicht verraten. Roubinek sagt zu seinem neuen Job: "Der Gugl hupft, der Apfel strudelt, dem Germknödel ist's Powidl. Kein anderes Land hat sich seine eigene große Back-Show so sehr verdient wie das unsrige, der Mehlspeis-Himmel! Denn die Österreicher:innen wissen genau: die Kuvertüre ist kein Briefschlitz und die Pofesen sind kein Gebirge. Also auf geht's, back ma's!"

Ingrid Thurnher © ORF/Roman Zach-Kiesling
ORF-Generaldirektorin Ingrid Thurnher hat mit deutlichen Worten Berichte von Boulevardmedien zurückgewiesen, wonach dem Sender ab 2027 plötzlich 70 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung stünden. Das sei "völliger Unfug" und "reine Fiktion", sagte sie im Publikumsrat. Hintergrund ist, dass der ORF bislang maximal 710 Millionen Euro an Beitragseinnahmen aus den Töpfen entnehmen durfte, künftig steigt diese Grenze auf 780 Millionen (DWDL.de berichtete). Tatsächlich rechnet der ORF 2027 aber nur mit Beitragseinnahmen von rund 713 Millionen Euro, bis 2029 sollen diese auf etwa 735 Millionen steigen. Tatsächlich muss der ORF sparen - deshalb auch das Aus für die Vorabendquizshows. Allein der kurzfristig beschlossene Wegfall der Vorsteuerkompensation sorgt ab 2027 für einen zusätzlichen Einsparbedarf von rund 93 Millionen Euro. Hinzu kommen Belastungen durch das Einfrieren des ORF-Beitrags bei 15,30 Euro bis Ende 2029. 

Justizia © Photocase
Der ORF und sein ehemaliger Generaldirektor Roland Weißmann sind sich in der vergangenen Woche mal wieder vor Gericht begegnet. Wie der "Standard" berichtet, verlangt Weißmann diesmal 240.000 Euro Kündigungsentschädigung. Weißmann war im März nach Vorwürfen sexueller Belästigung zurückgetreten und einen Monat später vom ORF gekündigt worden. Sein Anwalt argumentiert nun, der damalige ORF-Chef sei von den Stiftungsratsspitzen zum Rücktritt gedrängt worden. Der ORF weist das zurück und bezeichnet Weißmanns Verhalten gegenüber einer Mitarbeiterin als "untragbar". Im Januar 2027 sind weitere Verhandlungstermine angesetzt, bei denen mehrere prominente ORF-Persönlichkeiten gehört werden sollen. Es ist übrigens nicht der einzige Rechtsstreit: Weißmann klagt bereits gegen seine Kündigung, zudem beginnt am 7. Oktober ein drittes Verfahren wegen der Pressemitteilung, die der ORF nach dem Abgang Weißmanns veröffentlicht hatte. Dadurch sieht der ehemalige ORF-Chef seinen Ruf geschädigt. Insgesamt verlangt Weißmann rund 4 Millionen Euro vom ORF (DWDL.de berichtete).