© Puls 4
Austria-Update vom 9. April

Topmodels kehren zurück, n-tv mit Österreich-Inhalten?

 

"Austria’s Next Topmodel" kehrt im Herbst zurück, die neue Staffel läuft nach einjähriger Pause bei Puls 4. Außerdem: n-tv könnte bald ein Österreich-Fenster starten, René Benko macht den Dichands ein Friedensangebot, die Digitalsteuer kommt und der neue ORF-eins-Vorabend startet solide.

von Timo Niemeier
09.04.2019 - 15:24 Uhr

Puls 4© Puls 4
Erst vor wenigen Tagen befragte DWDL.de ProSiebenSat.1Puls4-Chef Markus Breitenecker zu einer möglichen Rückkehr von "Austria’s Next Topmodel". Breitenecker sagte, es sei "gut möglich", dass man das Format wieder zurückhole. Mutmaßlich stand das TV-Comeback der Modelshow damals aber schon längst fest, man wollte es nur noch nicht kommuniziert wissen. Nun hat das Unternehmen nämlich eine neue Staffel angekündigt. Nachdem "Austria’s Next Topmodel" 2018 pausierte, kehrt das Format im Herbst dieses Jahres zurück. Puls 4 wird die neue Staffel zeigen - das ist durchaus interessant. Der letzte Durchlauf lief noch bei ATV - das war 2017 eine Art Willkommensgeschenk für den frisch übernommenen Sender und sollte auch ein Statement sein: Seht her, wir geben eine unserer stärksten Marken zu ATV. Nun also die Rückkehr bei Puls 4. Bewerben können sich ab sofort weibliche und männliche Models. Puls 4 spricht von der "luxuriösesten Staffel aller Zeiten", so wird man unter anderem an der Côte d'Azur drehen. Produziert wird wie schon in der Vergangenheit von RedSeven Entertainment.


n-tv Österreich© n-tv
Nachdem die Mediengruppe RTL jahrelang auf eigene Inhalte in Österreich verzichtet hat, könnte sich das schon bald ändern. Wie die Tageszeitung "Standard" berichtet, plant das Unternehmen ein Programmfenster bei n-tv. Gegenüber DWDL.de bestätigt der Nachrichtensender entsprechende Überlegungen und Planungen. Ein Lizenzantrag bei der KommAustria ist gestellt, hier hat die Behörde aber noch nicht final entschieden. Wie das Programmfenster bei n-tv aussehen könnte, steht derzeit noch nicht fest. In jedem Fall wäre es ein grundsätzlicher Strategieschwenk: Die Mediengruppe RTL würde dann nicht nur eigene Werbefenster betreiben, sondern auch erstmals Österreich-Programm veranstalten.

Rene Benko© Signa
Karstadt-Eigentümer René Benko hat der "Presse am Sonntag" ein Interview gegeben und darin den Dichands die Hand gereicht, zuletzt gab es ja eine öffentliche Auseinandersetzung um die "Krone"-Anteile, die von der Funke Mediengruppe gehalten werden (DWDL.de berichtete). Benko versicherte nun, Christoph Dichand bleibe auch dann Herausgeber und Chefredakteur, wenn er die kompletten Funke-Anteile übernehmen würde. Dass er das vorhat, erklärte er nun erstmals öffentlich. Für diesen Fall würde er eine "aktivere Gesellschafterrolle" anstreben, sagt Benko. Gleichzeitig versprach er den anderen Gesellschaftern eine "beträchtliche Friedensdividende", falls man die bisherigen Streitpunkte beilegen könnte. Also etwa den jährlich garantierten Vorabgewinn - Funke muss bis zu zehn Millionen Euro nach Wien überweisen, egal wie die "Krone" performt. Sein Verhältnis zu den Dichands sei "bis vor kurzem eigentlich gut" gewesen, so Benko in dem Interview. Er sei sich sicher, "dass wir die gegenwärtigen Spannungen überwinden können". Von der jüngsten Eskalation habe er abgeraten. Funke will inzwischen ganz offen Christoph Dichand loswerden, Dichand ebenso die deutschen Gesellschafter.

Roland Brunhofer© ORF/Günther Pichlkostner
Der frühere ORF-Landesdirektor in Salzburg, Roland Brunhofer, hat seine Drohung wahr gemacht und sich bei der KommAustria über ORF-Chef Alexander Wrabetz und den Stiftungsrat beschwert. Konkret geht es um die Bestellung von Gerhard Koch zum Chef von ORF Steiermark. Wie Brunhofers Anwalt, Hubert Niedermayr, gegenüber den "Salzburger Nachrichten" bestätigt hat, fühle sich sein Mandant in "seinen Rechten verletzt". Hintergrund: Brunhofer hält sich ganz offensichtlich für den besseren Kandidaten, wurde aber von Wrabetz nicht für den Posten vorgeschlagen.

Geldscheine© Chobe / photocase.com
Auf EU-Ebene ist die Digitalsteuer gescheitert, in Österreich wurde sie nun von der türkis-blauen Regierung beschlossen. Die Abgabe auf Online-Werbeumsätze beträgt fünf Prozent und ist damit sogar höher als zunächst vermutet worden war. Die Steuer soll Unternehmen wie Google und Facebook treffen. Konkret müssen alle Unternehmen, die weltweit mehr als 750 Millionen Euro Umsatz machen - und 25 Millionen davon in Österreich - fünf Prozent auf ihre Onlineerlöse zahlen. Darüber hinaus hat die Regierung auch eine Ausdehnung der Einfuhrumsatzsteuer im Online-Handel sowie eine Haftungsklausel für Online-Vermittlungsplattformen (AirBnB) beschlossen. 200 Millionen Euro Einnahmen werden durch die Maßnahmen erwartet, 15 Millionen davon sollen in die österreichische Medienlandschaft fließen. Dazu soll ein neuer Digitalisierungsfonds entstehen.

Österreich in Zahlen

Lisa Gadenstätter und Stefan Lenglinger© ORF/Thomas Ramstorfer
Der neue Vorabend in ORF eins hat einen soliden Start hingelegt. Das neue "ZiB 18" sahen zum Auftakt 75.000 Zuschauer, "Magazin 1" steigerte sich Reichweite danach auf 85.000 Zuschauer. Das ist insgesamt noch nicht wirklich zufriedenstellend, die Marktanteile beim Gesamtpublikum lagen dann auch nur bei jeweils sechs Prozent. Die Reichweite war aber beispielsweise doppelt so hoch wie in den Tagen davor mit den "Simpsons". Beim jungen Publikum zwischen 12 und 49 Jahren lag der Marktanteil zudem bei rund zwölf Prozent.

Corinna Milborn© Puls 4
Gleich doppelten Grund zur Freude gab es in der vergangenen Woche bei Puls 4: "Pro & Contra" kam mit einem Sex-Talk ("Aufregung um Aufklärung - Was sollen unsere Kinder über Sex lernen?") auf 66.000 Zuschauer, der Marktanteil in der Zielgruppe lag bei 8,4 Prozent. Damit war die von Corinna Milborn moderierte Sendung so stark wie noch nie. Sex als Diskussionsthema scheint wohl noch immer ein Gamechanger zu sein. Einen Tag zuvor holte schon "2 Minuten 2 Millionen" sehr gute Werte: Die Gründershow unterhielt 251.000 Zuschauer, das entsprach 15,8 Prozent Marktanteil - das ist der zweithöchste Wert aller Zeiten. Bei den ganz jungen Zuschauer zwischen 12 und 29 sah es mit 20,4 Prozent sogar so gut aus wie noch nie. Weniger gut lief es für das neue ProSieben-Format "Design Dream", das man zusammen mit Ikea umsetzt. Zum Start lag der Marktanteil bei 5,3 Prozent und damit recht deutlich unter dem Schnitt von ProSieben Austria.

Was noch zu sagen wäre…

"Unabhängigkeit kann mit einem Gebührensystem gut funktionieren oder mit einer Budgetfinanzierung."
ORF-eins-Chefin Lisa Totzauer im DWDL.de-Interview

Teilen

Kommentarbereich anzeigen