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Austria-Update vom 14. Januar

Dschungel in Österreich stark, der doppelte Assinger

 

Auch in Österreich erzielt RTL mit dem Dschungelcamp gute Quoten. Außerdem: Armin Assinger war am Montag sowohl im ORF als auch bei Puls 4 zu sehen und der Screenforce-Österreich-Chef beklagt einen "schlechten Streaming-Witz".

von Timo Niemeier
14.01.2020 - 11:55 Uhr

Walter ZingglDie Gattungsinitiative Screenforce hat sich zu den von DAZN kommunizierten Nutzungszahlen geäußert und diese als Beweis herangezogen, dass Streaming im Vergleich mit dem Fernsehen noch immer ein Nischenprodukt sei. Unter der Überschrift "Der schlechte Streaming-Witz", sagt Walter Zinggl, Chef von IP Österreich und Sprecher von Screenforce Österreich, dass es einen Grund habe, warum Streaminganbieter lieber "utopische und virtuelle Unternehmensbewertungen als harte Nutzer- und Nutzungszahlen" angeben würden. Zinggl rechnet vor: Den etwas mehr als 500 Millionen Nutzungsstunden bei DAZN würden 106 Milliarden konsumierte Stunden im Fernsehen alleine in Österreich und Deutschland gegenüberstehen. Die TV-Nutzungsdauer in Österreich erreichte mit 196 Minuten pro Tag zudem einen neuen Rekordwert. "Die steigende TV-Nutzung zeigt deutlich, dass der Streaminghype ein Medienphänomen ist, das nichts mit dem realen Nutzungsverhalten zu tun hat. Das gerne totgesagte lineare Fernsehen wächst sehr lebendig weiter - gemessen in transparenten und validen Zahlen. Genau diese Stabilität und Verlässlichkeit braucht die werbetreibende Wirtschaft", sagt Zinggl.


ORF 2ORF-2-Chef Alexander Hofer hat in einem Interview mit dem "Kurier" angekündigt, in den kommenden Wochen die Verlängerung der "Zeit im Bild" ergebnisoffen zu diskutieren. Anders als ORF-Chef Alexander Wrabetz bremst Hofer ein bisschen. "Er geht da immerhin um die erfolgreichste Zeitzone des gesamten ORF-Programms", sagt er. In der Primetime will er die Landesstudios stärker ins Boot holten. "Wir überlegen gemeinsam mit den Landesdirektoren, mehrmals im Jahr die Hauptabend-Strecke in ORF2 zu regionalisieren. Ein Treffen dazu wird noch im Jänner stattfinden. Umgesetzt werden soll das noch 2020." Eine Entscheidung soll es auch bald bezüglich "Klingendes Österreich" geben, hier braucht man einen neuen Moderator, nachdem der 89-jährige Sepp Forcher zuletzt seinen Abgang angekündigt hatte. Eine Entscheidung wird wahrscheinlich im März fallen. "Wir hoffen, dass wir auch die eine oder andere personelle Überraschung schaffen werden", so Hofer.

DaveDie Mockumentary "Dave" kehrt wohl noch in diesem Jahr zurück ins ORF-1-Programm. Das hat der Kabarettist David Scheid auf Instagram angekündigt, gegenüber dem "Standard" bestätigte er das. Der ORF testete das Format im Herbst 2018 mit soliden Quoten, nun steht offenbar die erste volle Staffel an, auch wenn der ORF das noch nicht final bestätigt hat. Laut "Standard" soll das Format im Herbst dieses Jahres voraussichtlich am späten Dienstagabend zurückkehren. Scheid trat in der Sendung 2018 als verwöhnter Sohn reicher Eltern auf, der eine Doku über sein Leben drehen lässt. 

Insider Mediengruppe ÖsterreichDie Mediengruppe Österreich hat unter dem Titel "Insider" ein neues News-Magazin gestartet, das ab sofort jeden Freitag erscheint. Die Druckauflage beträgt 133.000 Exemplaren. Wobei die Hälfte der Kauf-Ausgabe von "Österreich" beiliegen wird, die andere Hälfte geht in den freien Verkauf. Liefern will man "Insider-News" aus den Bereichen Politik und Wirtschaft. Die erste Ausgabe hat einen Umfang von 100 Seiten und wurde vom Chefredaktions-Duo Werner Schima und Angela Sellner gestaltet. Als Grafiker hat man offenbar Photoshop-Philipp engagiert, das Cover der Erstausgabe ziert eine mehr oder weniger gelungene Fotocollage von Kanzler Kurz und Vizekanzler Kogler, die die beiden als Hochzeitspaar zeigt. 

OktoWirbel um den kleinen Communitysender Okto: Die Wiener FPÖ hat das Unternehmen hinter dem Kanal wegen des "Verdachts auf missbräuchliche Verwendung" von Fördergeldern angezeigt. Tatsächlich konnte die Stadt Wien laut einem Bericht des "Standard" die Abrechnung der Förderung für die Jahre 2015 bis 2017 nicht abschließen, weil notwendige Unterlagen fehlten. Okto TV stellte demnach Bilanzgewinne und Rücklagen auf, hätte das als nicht-kommerzieller Sender aber nicht machen dürfen. Okto-Chef Christian Jungwirth bestätigte den Sachverhalt gegenüber dem "Standard", erklärte aber auch, man habe sich mit der Stadt geeinigt. 2018 seien demnach nur 500.000 Euro ausgezahlt worden - also die Hälfte der eigentlichen Fördersumme. Die Rücklagen mussten wieder aufgelöst werden. Den Vorwurf der FPÖ weist Jungwirth zurück. Zuletzt kürzte die Stadt Wien die Subventionen für den Nischensender, ab diesem Jahr erhält Okto nur noch 750.000 Euro. 

Österreich in Zahlen

Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!Das Dschungelcamp ist auch bei RTL Österreich mit hervorragenden Quoten gestartet. Am Freitag sahen 289.000 Menschen zu, einen Tag später waren sogar 294.000 Zuschauer mit dabei. In der Zielgruppe der 12- bis 49-Jährigen waren zum Auftakt 25,0 Prozent Marktanteil drin und auch in den Tagen danach wurden mehr als 20 Prozent gemessen. "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" funktioniert damit auch in Österreich ganz wunderbar. Die Sendung war damit übrigens nicht nur am Freitag und Samstag, sondern auch am Sonntag und Montag die erfolgreichste überhaupt im österreichischen Privatfernsehen. 

BundeswirtshausspieleAm Montag ist bei Puls 4 die erste Ausgabe der "Bundeswirtshausspiele" zu sehen gewesen, zum Auftakt traten Armin Assinger und Leo Hillinger gegeneinander an. Die Show bescherte dem Sender auch direkt gute Quoten: 160.000 Zuschauer schalteten ein, damit holte Puls 4 in der für den Sender wichtigen Zielgruppe der 12- bis 49-Jährigen sehr gute 8,1 Prozent Marktanteil. Besonders spannend war das Duell mit ORF 2, dort war nämlich ebenfalls Armin Assinger mit seiner "Millionenshow" zu sehen. Insgesamt kam die Quizshow auf eine Reichweite von 583.000 Zuschauer, in der Zielgruppe lag der Marktanteil mit 6,6 Prozent aber unter dem der "Bundeswirtshausspiele". Insgesamt lag die "Millionenshow" aber natürlich bei weitaus besseren 19 Prozent. 

ZiB 2 mit Martin ThürSeit ziemlich genau einem Jahr zeigt der ORF auch sonntags die "ZiB 2", nun hat man ein sehr zufriedenes Quoten-Fazit gezogen. So kam die Nachrichtensendung, die meist von Martin Thür (Foto) moderiert wird, bislang auf durchschnittlich 610.000 Zuschauer, die Reichweite auf dem Sendeplatz wurde damit um 194.000 gesteigert. Der Marktanteil stieg von 12 auf durchschnittlich 21 Prozent. Von der starken Performance der "ZiB 2 am Sonntag" konnte auch das nachfolgende "Im Zentrum" profitieren, das 2019 um rund 70.000 Zuschauer und drei Prozentpunkte Marktanteil zulegte. "Wie wichtig und richtig die Einführung der ‚ZiB 2 am Sonntag‘ war, zeigt das innenpolitisch so turbulente Jahr 2019 mit vielen politisch brisanten Sonntagen. Umso schöner, dass auch ‘Im Zentrum’ spürbar vom erfolgreichen Vorlauf profitieren konnte, eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten", sagt ORF-2-Channelmanager Alexander Hofer. Auch die werktäglichen "ZiB 2"-Ausgaben steigerten sich 2019 um 80.000 Zuschauer, im vergangenen Jahr sahen im Schnitt 635.000 Menschen zu, der Marktanteil stieg auf 25 Prozent. 

Neujahrskonzert 2020Die finalen Quoten des Neujahrskonzert liegen vor - und sie fallen deutlich höher aus als ursprünglich gedacht. Zunächst wurden für die Übertragung 940.000 Zuschauer ausgewiesen, das wäre die niedrigste Reichweite aller Zeiten gewesen. Der ORF sprach aber schnell von einem Messfehler. Dieser wurde nun korrigiert und siehe da: Eigentlich waren 1,09 Millionen Menschen mit dabei, der Marktanteil lag dementsprechend bei starken 54 Prozent. Der zweite, traditionell stärkere Konzertteil kam auf durchschnittlich 1,18 Millionen Zuschauer. Für den ORF war das der beste Wert seit 2013 und die vierthöchste Neujahrskonzert-Reichweite aller Zeiten. 

Handball-EM 2020Die Handball-EM ist beim ORF recht schleppend angelaufen. Nur 109.000 Menschen sahen sich die erste Halbzeit des Auftaktmatchs der österreichischen Nationalmannschaft gegen Tschechien an, sechs Prozent Marktanteil wurden damit nur gemessen. Halbzeit zwei brachte es auf 122.000 Zuschauer und fünf Prozent. Durch den Sieg wurden aber offensichtlich viele Menschen auf die Handball-EM, die ja auch in Österreich stattfindet, aufmerksam. Spiel zwei zwischen Österreich und der Ukraine sahen am Sonntag bereits 324.000 (Halbzeit eins) bzw. 333.000 (Halbzeit zwei) Menschen zu. Mit 14 und 11 Prozent sah es schon deutlich besser aus. 

Was noch zu sagen wäre…

"Hoffentlich hält die Strumpfhose."
Der ORF hat die Vereidigung der neuen Regierung mit falschen Untertiteln versehen (DWDL.de berichtete). 

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