9Live-Geschäftsführer Ralf Bartoleit © 9Live
DWDL.de-Interview

9Live-Chef Bartoleit: Wir sind nicht in der Grauzone

 

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Ralf BartoleitNochmal die Nachfrage: Was hat denn zu dem Sinneswandel geführt? Erst waren Sie Befürworter, jetzt Gegner der Gewinnspielrichtlinien in ihrer jetzigen Form...

Nicht zuletzt aufgrund des Verhaltens einiger Wettbewerber befürworten wir das auch. Schauen Sie in andere Länder: In Belgien, in den Niederlanden, in England, in Rumänien, in Frankreich gibt es kein Call-TV mehr. In vielen Märkten ist Call-TV verschwunden. Deswegen begrüßen wir, dass es eine Regulierung gibt, weil auch wir wissen, dass Call-TV nur mit Regulierung eine Zukunft in Deutschland hat.

Ist Call-TV nicht eher deshalb international auf dem absteigenden Ast, weil das Image dieses Programm-Genres stark beschädigt ist durch zweifelhafte Methoden?

Nein, das hat in den verschiedenen Ländern ganz unterschiedliche Gründe. In England ist die Regulierung so scharf gewesen, dass es sich für die Sender nicht mehr gelohnt hat. In Belgien sind die Telefonregeln so geändert worden, dass Call-TV nicht mehr tragfähig war. 9Live gibt es jetzt neun Jahre, wir sind die Erfinder des Call-TV und haben auch in schwierigen Jahren unsere Marktführerschaft behauptet. Darum bin ich fest davon überzeugt, dass wir auf einer entsprechenden Kostenbasis Call-TV weiter erfolgreich betreiben können.

Wie wichtig ist das Auslandsgeschäft für 9Live? Eine Zeit lang haben Sie massiv expandiert...

Es ist immer noch ein relevantes Geschäft, aber sicher nicht der treibende Motor. Wie gesagt: Wir bauen 9Live um - und das Auslandsgeschäft ist dabei ein kleiner Pfeiler. Wir betreiben Call-TV in den Märkten, die zu unserer Gruppe gehören, also in Dänemark, Schweden und Ungarn. In diesen Ländern entwickelt sich das Geschäft nachhaltig, übrigens auch mit Regulierung.

Haben Sie eigentlich schon die von den Medienwächter gegen 9Live verhängten Bußgelder bezahlt?

Die Bußgeldverfahren laufen noch. Wir sind der Auffassung, dass wir die Richtlinien und Vorgaben erfüllt haben. Derzeit sind wir mit den Landesmedienanstalten in konstruktiven Gesprächen darüber, wie die Zukunft aussehen kann.

9Live ist bundesweit im analogen Kabelnetz. Die Umsätze sind weit von früheren Werten entfernt. Wäre es nicht eine Option den Kanal für ein anderes Programm zu nutzen?

Nein. Warum auch? Ein werbefinanziertes Programm ist für uns keine Alternative. Das Stichwort Diversifikation nehmen wir ernst – es steht für neues Wachstum, Vielfalt und für die Geschäftsmodelle, die 9Live entwickelt. Wir sind der einzige breit aufgestellte Transaktionssender, obwohl über Jahre bei IFA und Medienkongressen so viel über Interaktivität geredet wurde. Alles andere, was es an erfolgreichen Transaktionsmodellen im TV-Markt sonst noch gibt, ist Homeshopping - und sonst ist weit und breit Wüste.

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