Hindenburg © RTL
DWDL.de-Interview

"Hindenburg"-Produzent Schwingel über das 10 Mio.€-Werk

 

Heute und morgen zeigt RTL mit "Hindenburg" die teuerste Produktion der Sendergeschichte. DWDL.de sprach mit Produzent Sascha Schwingel über den Event-Zweiteiler, der sich als raffiniertes Kammerspiel entpuppt und neue Projekte.

von Thomas Lückerath
05.02.2011 - 23:50 Uhr

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Sascha Schwingel
© Teamworx
Herr Schwingel, versteckt sich hinter "Hindenburg" nicht ein klassisches beinahe kleines Kammerspiel im Gewand eines großen Event-Zweiteilers? Das war mein Eindruck.

„Hindenburg“ ist beides. Die Zeppelin-Katastrophe zählt neben dem Untergang der Titanic und der Explosion der Challenger zu den drei größten Technik-Katastrophen weltweit. Zudem wurde dadurch das Ende der deutschen Luftschifffahrt eingeläutet.  Das ist der „Event“. Die Menschen mit ihren Hoffnungen, Sehnsüchten und Konflikten in dem begrenzten Raum des Luftschiffs ist das Kammerspiel. Die Katastrophe spektakulär in Szene zu setzen war unter filmischen Aspekten die „Pflicht“. Die Kür bestand darin ein Ensemble zu kreieren, dass den Zuschauer fesselt und mitnimmt auf die letzte Fahrt der „Hindenburg“.

Wie würden Sie den Zweiteiler beschreiben? Als Krimi?

„Hindenburg“ ist ein großes Drama voller Spannung und Action. 

 

 

Worin lag eigentlich die größte Herausforderung? Sicher doch in der Tatsache aus einem nur wenige Minuten langen Ereignis eine Story für den Zweiteiler zu entwickeln…

Das historische Ereignis dramaturgisch so aufzubereiten, dass daraus 180 spannende Minuten werden, war anspruchsvoll. Auf der anderen Seite gibt es auch immer nur einen begrenzten wirtschaftlichen Rahmen, der einem zur Verfügung steht. Es hat nicht umsonst fast 10 Jahre gedauert bis wir für die dramaturgischen und wirtschaftlichen Herausforderungen Lösungen gefunden haben. Es war irre anstrengend, aber es hat sich gelohnt.

Bei der Besetzung liest man neben prominenten Namen auch zahlreiche Newcomer bzw. dem deutschen Publikum nicht bekannte Namen.

Etwas wundervolles in meinem Beruf ist die Möglichkeit Schauspieler zu entdecken. Gerade bei „Hindenburg“ spielte das eine große Rolle. Wir haben für die männliche Hauptfigur viele Castings gemacht und letztendlich Maximilian Simonischek am Maxim Gorki Theater entdeckt. Auch Lauren Lee Smith habe ich erst durch die „Hindenburg“ kennengelernt. Nur mit mutigen Partner wie RTL und EOS kann man solche Entdeckungen dann auch besetzen und den Zuschauer überraschen.

An welcher Rolle/Figur im Film haben Sie persönlich den größten Spaß gehabt?

Mein Focus lag ganz klar auf Merten Kröger und Jennifer Van Zandt. Mit Merten geht man durch die Geschichte und mein persönlicher Ehrgeiz bestand darin eine Liebesgeschichte zu erzählen, die sich klar von den gängigen „Eventmustern“ abhebt. Mein heimlicher Liebling war die Figur von Gilles Broca, die durch Hannes Jaenicke zu einem echten Juwel gereift ist.

Der Zweiteiler beginnt mit einer kurzen Sequezenz von der Katastrophe. Danach jedoch dauert es allein gut 20 Minuten bis die Hindenburg das erste Mal zu sehen sein wird. Könnte da nicht mancher abschalten, der sich vielleicht andere Vorstellungen von dem Zweiteiler gemacht hat?

Im Zentrum unserer Geschichte stehen Menschen mit ihren Sehnsüchten und Konflikten, die ganz eng mit der Reise der „Hindenburg“ verbunden sind. Würden die Figuren nicht den Raum bekommen, den wir ihnen in unsere Geschichte geben, würden seelenlose Hüllen um einen aufgeblasenen Zeppelin herumtanzen, das wäre zu banal.

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