Herr Enßlin, die neueste HD-Offensive von Sky stützt sich auf eine Zusammenarbeit mit FreeTV-Sendern. Eine ungewöhnliche Entwicklung...

Wir möchten unseren Kunden den Zugang zu allen HD-Fernsehprogrammen ermöglichen, ohne dass sie dafür unterschiedliche Technologien verwenden zu müssen. Deswegen ist die Zusammenarbeit mit HD+ für uns ein konsequenter Schritt. Sky Kunden können dadurch jetzt alle öffentlichen-rechtlichen und privaten HD-Sender auf einem Receiver empfangen. Das entspricht unserer Auffassung von besserem Kundenservice.

 

Wobei das erneut ein Angebot nur für Satelliten-Kunden ist. Wird es nicht zunehmend zum Problem, dass das Markenversprechen von Sky sehr stark vom Empfangsweg abhängt?

Es ist richtig, dass wir bis Ende des Jahres über Satellit auf bis zu 30 HD-Sender kommen, während wir im Kabel je nach Anbieter weniger HD-Kanäle anbieten können. Bei Kabel Deutschland sind wir momentan auf dem Niveau von acht Sky Sendern in HD. Ein Positiv-Beispiel ist Kabel BW, hier rechnen wir damit, dass wir unser HD-Angebot noch in diesem Jahr auf bis zu 13 HD-Sender aufstocken können. Bei kleineren Kabelnetzbetreibern sind wir optimistisch ähnliche Ziele erreichen zu können. Es ist kein neues Phänomen, dass das Kabelangebot sich vom Satellitenangebot unterscheidet, richtig ist aber auch, dass wir intensiv daran arbeiten, allen unseren Kunden ein sich ständig verbesserndes Angebot machen zu können.

Da haben Sie bei Unitymedia besonders viel zu tun...

Bei Unitymedia haben wir nur einen HD-Sender verbreitet. Das ist in der Tat nicht das, was wir uns für unsere Kunden vorstellen. Unitymedia verfolgt eine HD-Strategie über deren Erfolg ich kein Urteil fällen vermag.

Das lässt sich ja auch so beobachten. Nach Ihrem Lob für Kabel BW dürften sie deshalb ja sehr gespannt verfolgen, ob Liberty Media sich Kabel BW einverleiben darf und hoffen, dass Liberty bei Kabel BW dann nicht die Unitymedia-Strategie umsetzen will...

(lacht) Also wenn wir uns etwas wünschen könnten, dann, dass wir in Nordrhein-Westfalen und Hessen ähnlich weit kommen würden, wie wir es in Baden-Württemberg schon sind. Wenn man sich die jüngsten Wachstumszahlen von Kabel BW anschaut, spricht das eigentlich für deren Strategie. Unsere Interpretation ist, dass man dort eine sehr schlüssige Strategie fährt, und dabei intensiv mit Partnern arbeitet. Wenn wir uns was wünschen könnten, dann wäre es, diese Strategie auch bei anderen Kabelnetzbetreibern zu sehen. Nicht nur bei Unitymedia, sondern übrigens auch bei KD.