Susanne Aigner-Drews © Discovery
DWDL.de-Interview mit Discovery-Führungsduo

Aigner-Drews über DAZN-Deal: "Wir sind nicht gescheitert"

 

Discovery verkauft seine Bundesliga-Rechte an DAZN. Von einem Scheitern will Discovery-Chefin Susanne Aigner-Drews dennoch nicht sprechen. Im Interview erklärt sie gemeinsam mit Deputy General Manager Alberto Horta, warum der Deal für das Unternehmen gut sein soll.

von Timo Niemeier
18.07.2019 - 14:52 Uhr

Frau Aigner-Drews, Herr Horta, Sie sprechen davon, mit DAZN eine Partnerschaft eingegangen zu sein. Aber Hand aufs Herz: Die Integration von Eurosport 1 und Eurosport 2 in den Streamingdienst hätten Sie doch auch ohne den Verkauf der Bundesliga-Rechte aushandeln können, oder?

Susanne Aigner-Drews: Der Deal mit DAZN umfasst viel mehr als nur die Bundesliga-Rechte. Wir sprechen hier von einer langfristigen Partnerschaft in vier Ländern, also neben Deutschland und Österreich auch Spanien und Italien. In diesen Ländern werden wir Eurosport 1 und Eurosport 2 als Livestream auf die DAZN-Plattform bringen.

Aber was war nun der ausschlaggebende Grund, auch die Bundesliga-Rechte zu verkaufen? Sie hätten die Spiele ja noch zwei Spielzeiten lang zeigen können.

Horta: Es geht uns um die strategische Partnerschaft mit DAZN über mehrere Märkte hinweg.

Aber Eurosport ist doch damals mit großen Erwartungen angetreten. Und nun folgt nach der Hälfte der Rechte-Laufzeit schon der Ausstieg. Das ist doch das Eingeständnis eines Scheiterns.

Aigner-Drews: Nein, ein Scheitern ist das bestimmt nicht. Wir haben immer gesagt, dass wir offen sind für Partnerschaften. Noch einmal: Der Deal betrifft nicht nur Deutschland, sondern auch die anderen, bereits genannten Länder. DAZN ist für uns künftig ein sehr wichtiger Distributionspartner.

Alberto Horta© Discovery
Horta: Wir sind damals mit dem Eurosport Player angetreten, hatten aber immer auch andere Partnerschaften, etwa mit Amazon und HD+ in Deutschland oder der Swisscom in der Schweiz. Diese Partnerschaften gehören zur DNA von Eurosport und Discovery.

Auf wie viele Jahre ist die Partnerschaft mit DAZN angelegt?

Horta: Die Integration der Eurosport-Sender geht über einen längerfristigen Zeitraum. Die Sublizenzierung der Bundesliga-Rechte läuft bis zum Ende der aktuellen Rechte-Periode.

Welche Auswirkungen hat die Sublizenzierung auf die kommende Ausschreibung der Bundesliga-Rechte? Ist Discovery da raus?

Aigner-Drews: Wir werden uns das selbstverständlich mit großem Interesse ansehen. Nach allem, was wir bislang wissen, wird es andere Rechtepakete geben als bislang. Noch ist die Ausschreibung aber nicht öffentlich. Nach wie vor ist das Thema Sport für Discovery sehr wichtig.

Horta: 2020 wird in Sachen Rechte wieder sehr spannend. Und wenn Sie Eurosport in anderen Ländern verfolgen, sehen Sie, dass wir auch weiterhin in Premium-Rechte investieren. Und die werden wir uns auch für Deutschland ansehen.

"Den Eurosport Player gibt es in ganz Europa und das wird auch so bleiben."
Alberto Horta, Deputy General Manager Discovery Communications Deutschland

Wie geht es denn langfristig mit dem Eurosport Player weiter? Wird die Plattform nach der Rechte-Periode eingestellt?

Aigner-Drews: Den Eurosport Player gibt es schon seit 2009, wir hatten damit damals die erste OTT-Sportplattform im Markt. Es gab ihn also schon vor der Bundesliga und es wird ihn auch danach geben.

Horta: Auch da wieder der europäische Kontext: Den Eurosport Player gibt es in ganz Europa und das wird auch so bleiben.

Wie geht es nun für die Bundesliga-Kunden von Eurosport weiter?

Aigner-Drews: Die Kunden stehen für uns im Mittelpunkt und wir wollen, dass sie so wenig Unannehmlichkeiten wie möglich haben. Es wird ein außerordentliches Kündigungsrecht geben, über das wir auf unseren Plattformen umfassend informieren. Für Amazon-Kunden ändert sich nichts. Wer jetzt über Amazon ein Eurosport-Player-Abo hat, wird die Bundesliga auch künftig über Eurosport 2HD Xtra sehen können. Einziger Unterschied ist, dass DAZN der Produzent ist und die Übertragungen entsprechend gelabelt sind. Auch über HD+ und Swisscom/Teleclub in der Schweiz wird die Bundesliga weiterhin zu sehen sein.

Welche Auswirkungen hat die ganze Sache auf die Streamingplattform Joyn? Dort sollte ja auch der Eurosport Player integriert werden. Attraktiver macht der Wegfall der Bundesliga-Rechte Joyn nun jedenfalls nichts.

Horta: Zu unserem Investment in Joyn stehen wir weiterhin uneingeschränkt – finanziell und strategisch. Mit dem Management von Joyn  und unserem Partner ProSiebenSat.1 werden wir weiter intensiv an dem Ausbau der Plattform arbeiten. Auch das ist ein langfristiges Invest.

Vielen Dank für das Gespräch!

Über den Autor

Timo Niemeier schreibt mit kleiner Unterbrechung seit 2014 für DWDL.de, er lebt in Wien und ist damit der Alpen-Beauftragte. Mag seichte Unterhaltung ebenso wie anspruchsvolle High-End-Serien, kann sich aber auch in Geschäftsberichten verlieren.

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