Thomas de Buhr © DAZN
Pläne, Preise, Perspektiven

Es wird ernst: DAZN startet ins Bundesliga-Abenteuer

 

Überraschend erwarb DAZN kürzlich jene Bundesliga-Rechte, die bislang bei Eurosport lagen - und erhöhte prompt die Preise. Doch DAZN-Chef Thomas de Buhr glaubt, dass die Kunden den Schritt verstehen. Was der Streamingdienst nun plant...

von Alexander Krei
16.08.2019 - 00:00 Uhr

Manchmal ergeben sich im Leben Chancen, mit denen man noch zuvor nicht gerechnet hätte. So ähnlich muss sich das auch im Falle von DAZN und der Bundesliga verhalten haben. Denn obwohl die aktuelle Rechteperiode gerade mal zur Hälfte gelaufen ist, kam der Sportstreamingdienst jetzt an ein Paket, das 40 Live-Spiele pro Saison umfasst - allen voran die Freitagsspiele und die Relegation.

Möglich wurde das durch einen Deal mit Discovery, das mit seinen Übertragungen in den letzten beiden Jahren glücklos blieb und sein Paket vor wenigen Wochen überraschend sublizenzierte. Wie kurzfristig die Verhandlungen über die Bühne gegangen sein müssen, lässt sich schon daran erkennen, dass Eurosport noch vor nicht allzu vielen Tagen in Anzeigen auf die geplanten Übertragungenen der Freitagsspiele hinwies.

Wann genau man sich bei DAZN erstmals ernsthafte Hoffnungen darüber machte, die Bundesliga zeigen zu können, will Thomas de Buhr nicht sagen. Doch das Interesse war schon lange vorhanden. "Ich habe seit meinem Start bei DAZN nie verheimlicht, dass die Bundesliga das wichtigste deutsche Sport-Recht ist und wir den Fußball-Fans in Deutschland deshalb natürlich die Bundesliga live präsentieren wollen", sagt der Mann, der bei DAZN in Deutschland, Österreich und der Schweiz die Geschäfte führt, im Gespräch mit DWDL.de.

"Wir haben in den letzten Jahren sehr gute Erfahrungen mit den Übertragungen der UEFA Champions League, der Europa League oder auch der Premier League gemacht", so de Buhr. "Deshalb sind wir sicher, dass auch die Bundesliga auf DAZN ein Erfolg wird." Wie genau DAZN den Erfolg für sich definiert, ist nicht bekannt - und konkrete Abonnenten- oder Zuschauerzahlen hält der Sportstreamingdienst ähnlich geheim wie die meisten seiner Wettbewerber. 

Supercup 2019 bei DAZN

Spannend ist, dass DAZN im Zuge des Bundesliga-Erwerbs erstmals seit dem Markteintritt vor drei Jahren mehr Geld fürs Abo verlangt - anstelle eines Zehners müssen die Kunden nun knapp zwölf Euro pro Monat auf den Tisch legen, um das Angebot nutzen zu können. Sorge, das Wachstum dadurch zu verlangsamen, hat Thomas de Buhr allerdings nicht. "Wir haben aus Umfragen und auf Social Media Feedback bekommen, dass unsere Nutzer durchaus bereit sind, einen höheren Preis zu bezahlen."

Das resultiere daraus, dass der Umfang der Rechte, aber auch die Qualität der Übertragungen und das Level an Service über die letzten Jahre "erheblich verbessert" worden seien, wie der DAZN-Chef gegenüber DWDL.de betont. "Eine Preisanhebung erschien uns in diesem Zusammenhang und mit dem Erwerb der Eurosport-Rechtepaketes deshalb mehr als gerechtfertigt." Durch das neu geschaffenene Jahresabonnement gebe man den Fans allerdings die Möglichkeit, beim alten Preis zu bleiben. Es geht zudem noch günstiger, denn weil die Freitagsspiele auch weiterhin via Prime Video Channels im Eurosport Player zu sehen sind, können Fans hier schon den Zugang für 5,99 Euro pro Monat buchen.

"Das Stadion ist unser Studio"

Inhaltlich will sich DAZN weiterhin treu bleiben. Anders als Sky, das insbesondere am Samstagnachmittag auf Opulenz in der Berichterstattung setzt, will sich der Streamingdienst auf das Wesentliche konzentrieren. "Das Stadion ist unser Studio", sagt Thomas de Buhr. Es ist ein Satz, den man in diesen Tagen häufiger zu hören bekommt, wenn man sich bei DAZN umhört. "Wir setzen auf eine kurze und knackige Vorberichterstattung und auf viele unterschiedliche Perspektiven im Stadion, um die Fans ganz nah an das Spektakel heranzuholen."

Alle weiterführenden Inhalte können sich die Fans nach ihren eigenen Wünschen gestalten - so stehen diverse Berichte vor und nach den Spielen zum Abruf bereit und auch die Spiele selbst können nachträglich noch angesehen werden. Und dann ist da auch noch die Möglichkeit, eine zweite Tonspur anzubieten, so wie direkt zum Saisonstart beim Spiel zwischen Bayern München und Hertha BSC, das nicht nur Jan Platte und Ralph Gunesch kommentieren, sondern auch Reporter-Legende Fritz von Thurn und Taxis als Co-Kommentator an der Seite von Uli Hebel.

Unklarheit herrschte bis zuletzt allerdings noch darüber, ob die Freitagsspiele auch in Sportsbars mit Sky-Lizenz gezeigt werden dürfen. Offiziell gibt man sich bei DAZN noch zurückhaltend und verweist auf laufende Gespräch mit Partnern. Nach DWDL.de-Informationen gilt es jedoch als sicher, dass die von DAZN erworbenen Bundesliga-Partien auch in Bars und Kneipen zu sehen sein werden. Beim Supercup vor zwei Wochen fand sich schließlich auch eine Lösung.


Über den Autor

Alexander Krei ist seit 2009 Redakteur beim Medienmagazin DWDL.de. Liebt die große Fernsehshow ebenso wie das kleine Kammerspiel. Analysiert neue Formate und die Quoten am Morgen danach. Sport mag er am liebsten, wenn er in der Glotze läuft.

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