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Media-Update vom 12. Juni

100 Mio Werbe-Euro durch WM, Pilot verteidigt ARD-Etat

 

Die Fußball-WM wird viel Geld in den deutschen Werbemarkt spülen, das hat nun eine Studie ergeben. Unterdessen zeigen sich die Vermarkter weiter sehr zufrieden. Außerdem: Pilot behält den ARD-Etat, muss ihn sich künftig aber teilen.

von Timo Niemeier
12.06.2018 - 12:59 Uhr

Foto: Pixelquelle
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Die am Donnerstag startende Fußball-WM wird rund 100 Millionen Euro zusätzlich in den deutschen Werbemarkt spülen, zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Mediaagentur Zenith. Weltweit sollen die Werbeausgaben durch das Turnier um rund 2,4 Milliarden US-Dollar zunehmen. Am größten fällt das Wachstum demnach in China aus, wo das Plus bei rund 835 Millionen Dollar liegen soll. "Wir erwarten viele bezahlte Aktivitäten rund um die Spiele in Social Media, da Marken versuchen, sich dem Gespräch anzuschließen", sagt Zenith-CEO Dirk Lux. Dort können dann auch Unternehmen werben, die nicht offizieller FIFA-Sponsor sind. "Die Fußballweltmeisterschaft gibt dem globalen Werbemarkt alle vier Jahre einen verlässlichen Auftrieb und wird in diesem Jahr für 10 Prozent des gesamten Wachstums der Werbeausgaben verantwortlich sein", sagt Jonathan Barnard, Head of Forecasting und Director of Global Intelligence bei Zenith.

Foto: Photocase/derfabseDas Highlight des Jahres ist die WM natürlich vor allem für das ZDF Werbefernsehen und die ARD-Werbung Sales & Services (AS&S). Dort verzeichnete man schon vor Wochen eine gute Buchungslage (DWDL.de berichtete). Uwe Esser, Chef von AS&S, sagt nun, dass man im Umfeld der deutschen Spiele "nahezu ausgebucht" sei. Im Interview mit DWDL.de sagte Esser kürzlich, dass man bei den Einbuchungen schon um 20 Prozent über den letzten Jahren liege. "Und das wird nach meiner Einschätzung noch intensiver werden, weil wir durch die günstigen Anstoßzeiten deutlich mehr Spiele in der Werbevermarktung haben." Christoph Lüken, Marketingleiter beim ZDF Werbefernsehen, sagt, die Situation im Umfeld der WM sei "wirklich sehr gut", gleichwohl könne man den Kunden noch Werbeplätze anbieten - auch bei den Spielen mit deutscher Beteiligung. Die großen Programmsponsoren wurden allerdings schon vor Wochen gefunden.

Sport1 Media
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Auch Sport1 Media meldet kurz vor dem Beginn der WM eine erfolgreiche Vermarktung sämtlicher Flächen. Der Sender wird auf seinen Online-Kanälen bekanntlich Highlight-Clips zeigen, hinzu kommen Sonderausgaben des "Doppelpass" und ein tägliches News-Format (DWDL.de berichtete). Nun vermeldet der Vermarkter, dass Unternehmen wie Check24, LG Electronics, bwin und Tipico beim Sender werben werden. So ist Check24 auch Sponsor der WM-Ausgaben des "Doppelpass", LG Electronics sponsert die Sendung "WM Aktuell". Patrick Fischer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Sport1 Media GmbH, sagt, man sei mit dem Vermarktungsstand "äußerst zufrieden". Fischer: "Das ausgezeichnete Vermarktungsergebnis bestätigt unsere Strategie rund um das Fußball-Großevent in diesem Sommer mit den umfassenden Programmflächen, die wir hier plattformübergreifend geschaffen haben. Die große Bereitschaft unserer Partner, sich auch hier zu engagieren, belegt eindrucksvoll die Attraktivität der qualitativ hochwertigen Fußball-Umfelder auf Sport1 für sportaffine Marken."

pilot Hamburg GmbH & Co. KG
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Die Hamburger Mediaagentur Pilot hat den Media-Etat der ARD verteidigt, muss ihn sich aber künftig mit zwei anderen Agenturen teilen. Neu im Boot sind nämlich auch die beiden Münchner Agenturen Mediaplus Media2 (Serviceplan) und Brainagency Media (Brain Group/Omnicom). Schon bei der Ausschreibung des Etats wurde deutlich, dass es künftig drei Mediaagenturen geben soll. Pilot bleibt aber wohl auch künftig die wichtigste der drei Agenturen, hält man dort doch auch den Media-Etat des MDR.

Media Impact
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199 sogenannte "Volks"-Produkte hat die "Bild" in den vergangenen Jahren schon unter seine Leser gebracht und noch in diesem Jahr soll das 200. auf den Markt kommen. Los ging alles 2002 mit einem Computer, den man gemeinsam mit der Handelskette Plus verkaufte. Nun sucht Media Impact einen Partner zum Jubiläum, noch bis Ende Oktober können sich Unternehmen beim Vermarkter um eine Teilnahme bewerben. Bislang wurden laut Media Impact in den rund 15 Jahren mehr als 60 Millionen Produkte verkauft, mit dabei waren Zahnbürsten, Pizzen und Autos. Zu den Werbepartnern der Aktion gehörten bislang unter anderem Media Markt, Panasonic, Aral und Coca Cola. Stephan Madel, Leiter Bild Division und Mitglied der Geschäftsleitung Media Impact, sagt zum anstehenden Jubiläum: "Die Volks-Aktion ist eine einzigartige Erfolgsgeschichte und für alle Beteiligten eine Win-Win-Situation. Ob Volks-Pizza oder Volks-Caddy – alles ist möglich. Wir sind gespannt mit welcher Marke wir unser Jubiläums-Produkt umsetzen werden und freuen uns ab sofort über jede Bewerbung."

Personalien

Susanne Grundmann
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OMD Germany holt Susanne Grundmann an Bord, die 37-Jährige wird Chief Strategy Officer bei der Mediaagentur. In der neu geschaffenen Position übernimmt Grundmann neben CEO Oliver Stroh und COO Thomas Hinkel standortübergreifende Verantwortung und wird sich vor allem auf die Themen Strategie und Neugeschäft konzentrieren. Ihr Hauptaugenmerk wird auf einer stärkeren Integration der datenzentrierten und technologiebasierten Produktlösungen von OMD in effektive Kommunikationsempfehlungen liegen. Grundmann arbeitete zuletzt als Chief Client Officer bei der Mediacom, zuvor war sie lange im Marketing bei Nikon beschäftigt. "Susanne ist die perfekte Ergänzung zu unserem Führungsteam. Ihre strategische Kompetenz, ihre Qualität in der Kommunikationsberatung und ihre Energie suchen ihresgleichen und werden fundamentale Bausteine für die weitere Entwicklung von OMD in Deutschland sein. Wir freuen uns sehr", sagt CEO Oliver Stroh. OMD hat erst kürzlich die Münchner Brainagency übernommen und damit seinen Standort in München gestärkt.

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