© Scholz & Friends
Media-Update vom 26. März

Wirbel um "GNTM"-Motive, OWM-Mitglieder meiden Youtube

 

Das Bundesverkehrsministerium wirbt mit einer "GNTM"-Kandidatin für Fahrradhelme und erntet einen Shitstorm. Außerdem: Nach den Pädophilie-Vorfällen bei Youtube meiden nun einige OWM-Mitglieder die Video-Plattform. Und Thomas Gottschalk wirbt jetzt für Hörgeräte.

von Timo Niemeier
26.03.2019 - 10:27 Uhr

Fahrradhelme bei GNTM© Scholz & Friends

Bei "Germany’s Next Topmodel" ging es am vergangenen Donnerstag um eine Kampagne des Bundesverkehrsministeriums. Die Siegerin eines Fotoshootings wurde Teil dieser Kampagne, die auf die Wichtigkeit von Fahrradhelmen hinweisen sollte. In den Tagen nach der Ausstrahlung haben die Motive aber auch für Kritik gesorgt, Politiker von Grünen und SPD beschwerten sich etwa, die Fotos seien sexistisch. Die männlichen und weiblichen Models sind darauf leicht bekleidet und eben mit Helm zu sehen. Motto: "Looks like shit. But saves my life". Ab sofort sollen die Motive als City-Light-Poster in Berlin, Hamburg, Köln und München zu sehen sein. Das Verkehrsministerium erklärte, auch weiter hinter den Motiven zu stehen, sie würden Aufmerksamkeit erzeugen. Außerdem verweist man auf die 1,78 Millionen Zuschauer im Alter von 14 und 49 Jahren, die die Show gesehen haben. Die angepeilte Zielgruppe habe man damit "sehr gut erreicht". Auch der Deutsche Rat für Public Relations sowie die Gesellschaft Public Relations Agenturen verteidigten die Kampagne.

YouTube© YouTube
Vor rund einem Monat wurde wurde bekannt, dass Youtube in bestimmten Bereichen seines Angebots ein Problem mit Pädophilen hat. Infolgedessen erklärten viele Unternehmen, vorerst keine Werbung mehr auf der Videoplattform schalten zu wollen (DWDL.de berichtete). Eine OWM-Umfrage hat nun ergeben, dass nach wie vor Werbungtreibende ihre Youtube-Kampagnen aufgrund der Vorfälle pausieren. Das genaue Ergebnis der (nicht repräsentativen) Umfrage unter den OWM-Mitgliedern, an denen sich rund 30 Prozent der Befragten beteiligt haben: Rund ein Drittel der Unternehmen, die Kampagnen schalten, würden diese derzeit pausieren. OWM-Geschäftsführer Joachim Schütz sagt: "Diese Zahl zeigt sehr klar die hohe Relevanz von markensicheren Umfeldern und speziell Legal Safety für Werbungtreibende. Besonders die Live-Dokumentation der tragischen Ereignisse in Christchurch und deren millionenfache Verbreitung haben noch einmal deutlich vor Augen geführt, wie ein Worst Case des Missbrauchs sozialer Netze aussehen kann und welche großen Schwierigkeiten Plattformen haben, dieser Herr zu werden."

Gottschalk-Werbung für GEERS© GEERS
Gummibärchen waren gestern, Hörgeräte sind heute: Thomas Gottschalk wirbt mit dem Bekenntnis "Ich trage GEERS" für Hörgeräte - und einen selbstbewussten Umgang damit. Das Unternehmen Sonova Retail Deutschland, das unter der Marke GEERS Hörgeräte vertreibt, möchte mit dem "Bekenntnis" eines prominenten Gesichts Berührungsängste abbauen und Menschen dazu ermutigen, sich bei Hörproblemen frühzeitig um gutes Hören zu kümmern. "Thomas Gottschalk steht seit Jahrzehnten für Entertainment und Lebensfreude wie kaum ein anderer. Die Leichtigkeit, mit der er alle Themen angeht, macht ihn zum idealen Partner für unsere Kampagne", erklärt Axel Imming, Chief Marketing Officer bei Sonova Retail Deutschland. Entwickelt wurde die Kampagne von der Hamburger Kommunikationsagentur Schipper Company.

MediaMarkt, Saturn© MediaSaturn
Das Beben bei Media-Saturn geht weiter. Wie der Konzern nun bestätigt hat, verlässt fast die gesamte Unternehmensführung die Redblue Gruppe, hier hat der Handelsriese seine Marketingaktivitäten gebündelt. Alexander Ewig, Christian Nicolas Heß, Markus Koch und Jan Störr verlassen Redblue auf einen Schlag, Manfred Bosch ist als einziger noch an Bord. "Die bisherigen Geschäftsführer der Redblue Gruppe werden die Media-Markt Saturn Retail Group verlassen und neue Herausforderungen außerhalb unseres Unternehmens übernehmen", bestätigte ein Unternehmenssprecher gegenüber "Horizont". Mit MediaSaturn steht einer der größten Werber Deutschland vor einem radikalen Umbruch. Zuletzt fuhr man die Werbeausgaben bereits drastisch zurück.

C&A© C&A
Neben Media-Saturn kommt es auch bei C&A, ebenfalls ein Big-Spender im Werbebereich, zu Veränderungen im Marketing. So setzt man künftig verstärkt auf eine dezentrale Strategie und will die einzelnen Länder-Organisationen stärken. Im Zuge dessen verlässt nun Aida Rizvo das Unternehmen, sie verantwortete zuletzt das C&A-Marketing in ganz Europa. Sie hatte diesen Job erst im Herbst 2018 übernommen. Einen direkten Nachfolger auf Europa-Ebene gibt es nicht, neuer Deutschlandchef wird Ralf Rothberger. Der war zuletzt Director Regional Merchandise Planning Deutschland. In seiner neuen Funktion berichtet er direkt an C&A-Deutschlandchef Jean-Marie Malbranke.

Justizia© Photocase
Wieder ein Prozess gegen eine Influencerin, dieses Mal aber mit einem etwas anderen Ausgang als vor einigen Wochen bei Vreni Frost (DWDL.de berichtete). Pamela Reif hat nun vor dem Landgericht Karlsruhe gegen den Verband Sozialer Wettbewerb verloren, dieser war gegen die vermeintliche Schleichwerbung auf dem Instagram-Kanal der Influencerin vorgegangen. Die Richter entschieden nun: Reif darf auf ihren Fotos keine Tags zu Marken setzen, ohne diese Beiträge als Werbung zu kennzeichnen. Zuvor hatte der Verband Sozialer Wettbewerb drei Unterlassungsverfügungen gegen die junge Frau erwirkt. Reif erklärte während des Prozesses, sie würde Beiträge als Werbung kennzeichnen, wenn sie dafür auch Geld erhalte. Das Gericht erwiderte: Die Influencerin ist mit ihren vier Millionen Followern so groß, da ist zwischen privat und geschäftlich kaum mehr zu unterscheiden. Die Fotos würden das Interesse an den getragenen Kleidungsstücken und Accessoires wecken. "Indem die Nutzer durch nur zwei Klicks auf die Herstellerseite gelangen können, werden Image und Absatz des jeweiligen Herstellers gefördert", so das Gericht. Reifs Anwalt kündigte an, in die nächste Instanz gehen zu wollen.

Unilever© Unilever
Klassische Medien werden auch weiterhin eine wichtige Rolle in den Mediaplänen von Unternehmen spielen, das sagt zumindest Unilever-Mediachef Arne Kircherm im Interview mit dem Branchendienst "Horizont". "Dass sich der Medienkonsum immer stärker Online abspielt, ist aber nun mal ein völlig unbestrittener Trend", sagt er und ergänzt: Das betreffe längst nicht mehr nur junge Zielgruppe. Wirklich hohe TV-Nutzungszeiten würde man heute eigentlich nur noch bei Zuschauern finden, die älter als 45 Jahre seien. "Es ist daher völlig klar, dass sich die Media-Budgets weiter ins Digitale verlagern werden. Darauf müssen sich auch klassische Medien wie Print und TV einstellen." Auf die ständig geführte Diskussion zu den US-Riesen sagt Kircherm: "Es ist ja nicht so, dass es zwischen diesen Plattformen keinen Wettbewerb geben würde." Heute würde etwa Amazon bei Search immer wichtiger werden, das sei vor Jahren noch undenkbar gewesen. Die Walled-Garden-Strategie der großen US-Dienste gefällt aber auch dem Unilever-Manager nicht. "Wir wollen nicht fünf unterschiedliche Silos mit jeweils eigenen Zielgruppen-Definitionen, sondern ein offenes System." Kircherm betont, dass Unilever "absolut eine gesellschaftliche Verantwortung" habe, dabei gehe es aber vor allem um Diversität in der Werbung, Nachhaltigkeit oder die Vermeidung von Plastikmüll. "Zu sagen, man gefährde die Demokratie, wenn man zu viel auf Facebook wirbt, halte ich aber in der Tat für sehr weit hergeholt." Einen ähnlichen Vorstoß tätigte G+J-Chefin Julia Jäkel 2017 und forderte Werbungtreibende auf, mehr in klassischen Medien zu werben (DWDL.de berichtete).

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