Sie ließen sich einen Donut unter die Stirn verpflanzen, hingen an einem menschlichen Karabinerhaken oder ließen sich von einem Hai attackieren. Joko und Klaas haben im Fernsehen schon einiges über sich ergehen lassen. Irgendwann war offenbar aber auch für sie genug. Ihr "Duell um die Welt", bei dem sie die gefährlichen Aufgaben am Ende lieber an andere Promis delegierten, ist inzwischen endgültig Geschichte. Ganz ohne Weltreise kommen die beiden allerdings noch immer nicht aus.

Mit dem früheren Irrsinn hat das allerdings wenig zu tun. Im Gegenteil: Der Titel "Joko und Klaas machen Urlaub" ist Programm. Ein gemeinsamer Roadtrip zweier Showstars, die die Welt entdecken wollen. Oder zumindest einen kleinen Teil davon. In der ersten Staffel, die bereits vor ein paar Tagen bei Joyn angelaufen ist, bringen die beiden direkt zu Beginn ganz gut auf den Punkt, worauf es ihnen bei ihrer neuen Sendung ankommt. "Wie schaffen wir es weiterhin, uns die Welt anzuschauen – aber ohne dass man bereits auf dem Hinweg aus dem Flugzeug geworfen wird?", beschreibt Klaas die Ausgangsfrage. Und Joko betont: "Wir dürfen die Planung nicht den anderen überlassen. Wir müssen das selber machen."

Gesagt, getan. Wenig später sieht man das Duo in Island auf dem Parkplatz eines Camper-Verleihs, ehe die gemeinsame Rundfahrt über die Insel auch schon startet. Keine Spiele, keine Wettbewerbe, keine Punkte. Für eine Show mit Joko und Klaas ist das fast schon revolutionär. Und genau darin liegt der Reiz. 

Joko und Klaas machen Urlaub © Joyn / Florida TV Joko und Klaas machen Urlaub - und nichts anderes.

Denn tatsächlich reicht alleine schon die Unterschiedlichkeit der beiden aus, um für denkwürdige Situationen zu sorgen, sei es beim Einkaufen oder beim Sightseeing. Als beide auf einem riesigen Berg erkalteter Lava stehen, wird Klaas plötzlich philosophisch: "So wird die Welt gemacht! Da kann man zugucken, wie die Welt gemacht!" Joko hingegen hat offenbar genug gesehen und entschwindet gelangweilt Richtung Camper. Wenig später sind die Rollen vertauscht: Als es um Elfen geht, um die sich viele sagenumwobene Geschichten ranken, gerät Joko regelrecht ins Schwärmen. Hier ist es schließlich Klaas, der plötzlich das Gespräch einstellt. "Da habe ich gedacht: Langsam wird er alt", fasst Joko den unerwarteten Moment der Stille zusammen.

So setzt sich die Island-Reise fort. Viel passiert dabei streng genommen nicht. Und trotzdem gelingt es dem Format erstaunlich gut, zu unterhalten. Vielleicht liegt es auch daran, dass sich "Joko und Klaas machen Urlaub" nicht so recht in eine Schublade stecken lässt. Selbst die beiden Stars wissen nicht so recht, was sie da gerade eigentlich abliefern: Irgendwo zwischen Reisemagazin, Reportage und der "ersten Joko-und-Klaas-Realityshow" verorten sie die Sendung. Im weitere Verlauf führt sie das an mitunter skurrile Orte - etwa in ein Restaurant, das ausschließlich Gerichte und Drinks aus Tomaten anbietet Was nach einer harmlosen kulinarischen Kuriosität klingt, endet damit, dass beide schon vor der Ankunft auf dem ersten Campingplatz so betrunken sind, dass lieber ein Teammitglied das Steuer übernimmt.

Mit den "Wunderschön"-Reportagen, wie sie im WDR laufen, hat das spätestens jetzt nichts mehr zu tun. Dafür ist "Joko und Klaas machen Urlaub" zu albern, zu beiläufig und vor allem zu sehr auf seine beiden Hauptdarsteller angewiesen. Beeindruckende Bilder gibt’s trotzdem. Und wer Joko und Klaas mag, bekommt reichlich Gelegenheit, über genau das zu lachen, was die beiden schon immer gut konnten: sich gegenseitig auf die Nerven zu gehen. Nur mit Donuts in der Stirn ist eher nicht zu rechnen.

"Joko und Klaas machen Urlaub" auf Joyn und mittwochs um 20:15 Uhr bei ProSieben