Gala MenWäre da bloß nicht ausgerechnet Brad Pitt auf dem Cover! Damit ist "Gala Men" leider auf den ersten Blick nur eins unter vielen Männermagazinen. Und dann enttäuscht das Titelthema auch noch auf ganzer Linie: Eine sechsseitige Story beschränkt sich im Wesentlichen auf die  Beschreibung einer Begegnung mit Brad Pitt bei einem Interview - aus dem dann aber nur wenige Sätze im Artikel untergebracht sind. Stattdessen werden reichlich alte Interview-Aussagen eingebaut und aus der Ferne über ihn geschrieben und philosophiert, wie man es auch aus dem stillen Kämmerlein könnte. Ein völliger Reinfall, ein Totalausfall als Titelstory.

Andere Themen sind besser, aber nicht erwähnenswert. Es bleibt am Ende dabei: "Gala men" ist eine nette Mischung, in der, von der Titelstory abgesehen, kaum etwas auffällt. Vielleicht noch das Gruppen-Interview zum Start des Kinofilms "Männerherzen", der ganz gelegen kommt zur ersten Ausgabe. Doch ansonsten hat man alles schon einmal irgendwo gelesen. Allein die etwas andere Verpackung macht "Gala Men" da nicht zu einer Innovation. Auch weil nicht einmal die immer stimmig ist. Beim Seitendesign verwundert manch poppig-bunte Aufmachung etwas, weil sie so gar nicht die noch recht edle Versprechung der Titelseite hält. Hier hätte Feinsinn in der Optik gut getan.
 

 
Dafür ist das Magazin aber wiederum sicher so marktreif wie kein anderes der neuen Gruner+Jahr-Projekte. Auch wenn so eine hohe Erscheinungsweise offiziell nicht angedacht ist, würde nichts gegen eine monatliche Taktung sprechen, wie es bei den anderen Männermagazinen auch üblich ist. Irgendjemand kauft es schon. Hier kommt ein neuer Player auf einen bereits existierenden Markt. Die Erstausgabe ist übrigens zum Preis von 5 Euro erhältlich. Die Druckauflage liegt bei 120.000 Exemplaren.

Weit weniger beliebig als "Gala Men" ist der Titel Nr.3: "Business Punk". Auch dieser Titel ist wie "Beef!" aus dem letztjährigen Kreativwettbewerb "Grüne Wiese" hervorgegangen. Das Heft gliedert sich analog zum Heftmotto "Work Hard. Play Hard" in die zwei Teile "Work" und "Play". Thematisch geht es um Wirtschaft jenseits von Umsatzzahlen und Gewinnprognosen. Damit sollen im Kern Männer zwischen 25 und 39 Jahren angesprochen werden. Und als jemand, der zur Zielgruppe gehört, muss ich bekennen: Es spricht mich an. Was genau ist "Business Punk"? Es ist ein Lifestyle-Titel zwischen Männermagazin und Wirtschaftspresse.
 
"Business Punk" ist eine jüngere, eine leichter zugängliche und sicher nicht so tiefe Variante des Kult-Wirtschaftsmagazins "Brand Eins". Storys über Macher, über Menschen, die Erfolg haben und gerne erzählen, wie sie es geschafft haben, sind der Kern des Titels. Die Story des Virgin-Milliardärs Richard Branson" ist so eine Geschichte und macht sich bestens als Titelstory der ersten Ausgabe. Genügend weitere Persönlichkeiten wären für weitere Ausgaben denkbar. Von Apple-Boss Steve Jobs über Ryanair-Chef Michael O'Leary, den Red Bull-Erfinder Dietrich Mateschitz oder Facebook-Genie Mark Zuckerberg. Schön übrigens auch: Auf ganzen acht Seiten definiert man, wer und was eigentlich ein "Business Punk" ist.