Satellitenschüssel © Astra
Pay-TV-Sender suchen ein Zuhause

Die Zeit ist reif: Wo ist die Sky-Alternative via Satellit?

 

Discovery und Sky haben sich Ende Januar in letzter Minute doch auf eine weitere Verbreitung über die Sky-Plattform geeinigt - wohl nicht zuletzt, weil es via Satellit gar keine Alternative gibt. Dabei schafft Sky mit seiner neuen Strategie eine Lücke, die ein neuer Anbieter schließen könnte

von Uwe Mantel
21.02.2017 - 10:19 Uhr

Der überraschend öffentlich ausgetragene Machtkampf zwischen Discovery und Sky warf Ende Januar ein Schlaglicht auf die derzeitigen Machtverhältnisse im deutschen Pay-TV-Markt. Discovery drohte damit, neben dem Discovery Channel auch die Eurosport-Angebote - für die man in der jüngeren Vergangenheit mit dem Erwerb von Olympia- und Bundesliga-Rechten bekanntlich viel Geld in die Hand genommen hat und wofür man dann offenbar auch mehr Geld von Sky sehen wollte - von der Sky-Plattform zu nehmen, nachdem die Verhandlungen über einen neuen Distributionsvertrag festgefahren waren.

Letztlich einigte man sich in letzter Minute doch - und zwar, wie Sky genüsslich betonte, auf die gleichen Konditionen, die man auch vor dieser öffentlichen Eskalation bereits angeboten hatte. Discovery behielt sich lediglich vor, über die 40 erworbenen Bundesliga-Spiele nochmal gesondert verhandeln zu wollen. Discovery betonte schon im Vorfeld der Einigung tapfer, dass es einen "Plan B" gebe. "Vor drei oder vier Jahren hätte es vielleicht aufgrund des Marktes keinen Plan B geben können, inzwischen gibt es den aber", sagte Alberto Horta, der stellvertretende Discovery-Chef in Deutschland, im Gespräch mit DWDL.de. Doch das Problem, vor dem nicht nur Sky, sondern alle Betreiber von Pay-TV-Sender stehen, ist offensichtlich: Im Satelliten-Bereich gibt es derzeit noch keinen schon bestehenden Weg, der an Sky vorbei führt.

Wird ein Sender im Kabel nicht mehr via Sky verbreitet, dann bleiben die Pay-TV-Pakete der Kabelnetzbetreiber, in denen viele der nicht-Sky-eigenen Pay-TV-Sender ohnehin schon enthalten sind. Das bedeutet nicht, dass ein Abschied von Sky mit seinen inzwischen knapp fünf Millionen Abonnenten nicht auch dort schmerzen würde, doch auch die Kabelnetzbetreiber bringen durchaus ansehnliche Abonnenten-Zahlen mit. Via Satellit exisitiert ein Angebot wie das der Kabelnetzbetreiber aber nicht.

Im Jahr 2007 erkannte schon einmal ein Unternehmen diese Lücke. Dieses Unternehmen hieß Premiere, das als Antwort darauf Premiere Star als damals eigenständiges Angebot mit Pay-TV-Sendern anderer Anbieter auf den Markt brachte. Schon 2009 war das mit der Umfirmierung in Sky allerdings wieder Geschichte, die Drittsender wurden ins normale Sky-Angebot integriert - was zu der eigentlich kuriosen Situation führt, dass sich das Sky-Portfolio je nach Empfangsweg deutlich unterscheidet.

Problematisch wird das für die Betreiber der Pay-TV-Sender nun, weil Sky in der jüngeren Vergangenheit seinen Fokus erkennbar anders gesetzt hat. Im Mittelpunkt der Strategie stehen bei Sky nun stärker denn je exklusive Inhalte, die man auf den eigenen Sendern zeigt. Das zeigt sich nicht nur in der Produktion eigener Serien und seit neuestem auch eigener Shows, sondern auch im Start eines Senders wie Sky1. Für Drittsender ist Sky hingegen ein schwierigerer Verhandlungspartner geworden. Davon können schon viele ein Lied singen: ProSiebenSat.1 ist mit seinen Pay-TV-Sendern Sat.1 emotions, ProSieben Fun und kabel eins classics ebenso von der Sky-Plattform verschwunden wie Sony mit AXN, der MGM Channel hat sich nach dem Aus bei Sky gleich komplett aus Deutschland verabschiedet, Motorvision.TV ist nur noch über manche Empfangswege bei Sky verfügbar. Neuere Sender wie Geo Television oder der Sony Channel schafften es ohnehin nie ins Angebot. Die Zeit, in der es ein stetiges Anwachsen des Angebots an Drittsendern bei Sky gab, ist jedenfalls lange vorbei, Sky geht nun deutlich selektiver vor - wofür es ja auch gute Gründe geben mag.

Dieser neue Fokus von Sky macht aber die Tür auf für ein neues Angebot, das Pay-TV-Sendern via Satellit eine neue oder auch nur eine weitere Heimat geben kann. Als natürlicher Anbieter böte sich da - analog zu den Kabelnetzbetreibern - der Satellitenbetreiber Astra an. Mit seiner Tochter HD+ ist der längst auch im Endkundengeschäft tätig und zählt dort immerhin inzwischen zwei Millionen zahlende Kunden für private HD-Sender - warum dort also nicht auch zusätzlich ein Pay-TV-Paket anbieten? Darauf angesprochen heißt es beim Unternehmen: "Aktuell ist HD+ eine Plattform, auf der Zuschauer ein zusätzliches Programm-Angebot in HD-Qualität empfangen können. Darüber hinaus gibt es aktuell keine Planungen." Doch ausgeschlossen ist eine solche Erweiterung nicht, denn "rein technisch lassen sich über HD+ verschiedene Geschäftsmodelle abbilden", wie es vom Unternehmen weiter heißt. Spätestens wenn weitere Sender aus dem Sky-Angebot fallen, dürften solche Überlegungen konkreter werden. Denn ein Pay-TV-Sender, dem die Verbreitung via Satellit fehlt, hat ohne Frage ein großes Problem: Er kann fast die Hälfte der TV-Haushalte in Deutschland gar nicht erreichen. Darüber können auch die alternativen Verbreitungspartner auf anderen Verbreitungswegen nicht hinwegtäuschen.

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