Erst im vergangenen Jahr feierte "Immer wieder sonntags" in der ARD ihr 30-jähriges Jubiläum. Doch Fans der Open-Air-Show mit Moderator Stefan Mross müssen sich auf ein baldiges Ende einstellen: Überraschend hat der SWR das jetzt das Aus der von ihm verantworteten Sendung angekündigt. In diesem Jahr wird Mross noch einmal eine Staffel von "Immer wieder sonntags" präsentieren, ehe die Sendung nach weit über 300 Ausgaben eingestellt wird. 

Die Entscheidung hätten der federführende SWR und die ARD gemeinsam getroffen, hieß es in einer Mitteilung. "Die Einstellung von 'Immer wieder sonntags' ist eine schmerzhafte Entscheidung, die wir sehr sorgfältig abgewogen haben und die uns angesichts des großen Erfolgs nicht leichtfällt", sagte SWR-Programmdirektor Clemens Bratzler und führte finanzielle Gründe an, die zum Aus der Sendung führten. "Die wirtschaftliche Situation des SWR lässt uns aber keine andere Wahl. Wir gehen diesen Schritt mit großer Wertschätzung und Dankbarkeit gegenüber Stefan Mross und dem gesamten Team, die über viele Jahre Großartiges geleistet haben. Ich verstehe, dass viele treue Fans von 'Immer wieder sonntags' enttäuscht sein werden, weil wir ihnen aus finanziellen und strategischen Gründen einen Fixpunkt im Sommer nehmen."

Christine Strobl © ARD/Laurence Chaperon Christine Strobl
ARD-Programmdirektorin Christine Strobl erklärte: "Mehr als drei Jahrzehnte hat 'Immer wieder sonntags' den Sonntagvormittag in der ARD mit Musik, Nähe und Lebensfreude geprägt. Vor allem Stefan Mross hat der Sendung als Nachfolger von Max Schautzer mit seiner unverwechselbaren Art ihr Gesicht und ihr Herz gegeben. Er wurde in der 'Immer wieder sonntags'-Arena zu einem der großen Entertainer in der Schlagerwelt. Dafür gilt ihm, dem SWR, dem Europa-Park, Kimmig Entertainment und dem gesamten Team unser großer Dank. Zum Abschluss werden wir dieses besondere Stück Fernsehgeschichte gemeinsam mit dem Publikum gebührend feiern. Alles hat seine Zeit: Formate verändern sich, unser Unterhaltungsportfolio entwickelt sich weiter - aber das, was 'Immer wieder sonntags' für viele Menschen bedeutet hat, bleibt."

Clemens Bratzler © SWR/Patricia Neligan Clemens Bratzler
Geplant ist in der kommenden Saison neben zwölf Live-Ausgaben, die ab dem 31. Mai gezeigt werden, auch noch eine Extra-Ausgabe - gewissermaßen das Finale, das am 6. September steigen wird. Eine Woche später folgt schließlich noch ein Best-Of, ehe das Kapitel "Immer wieder sonntags" geschlossen wird. Man wolle das Format gemeinsam mit dem Publikum "noch einmal feiern und es so würdevoll verabschieden, wie es angesichts des langjährigen Erfolgs angemessen ist", sagte SWR-Programmdirektor Bratzler.

Seit 1995 ist "Immer wieder sonntags" in den Sommermonaten im Vormittagsprogramm des Ersten zu sehen - gewissermaßen als ARD-Pendant zum "ZDF-Fernsehgarten", der in diesem Jahr sogar bereits sein 40-jähriges Jubiläum feiert. Erfolgreich sind beide Formate bis heute, alleine "Immer wieder sonntags" verzeichnete im vergangenen Jahr Woche für Woche im Schnitt mehr als 1,3 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer auf dem Sendeplatz um 10 Uhr, der Marktanteil lag bei über 17 Prozent. Aus Quotensicht spricht daher eigentlich wenig für eine Einstellung der Show, die neben Max Schautzer und Stefan Mross zwischenzeitlich auch ein Jahr lang von Sebastian Deyle präsentiert wurde.

Dass nun trotz des Erfolgs Schluss ist, hängt mit massiven Einsparungen und Umschichtungen des Programmbudgets zusammen, die der SWR auch in den vergangenen Jahren bereits vorangetrieben hat. Im Zuge dessen stellte der öffentlich-rechtliche Sender bereits zahlreiche langlaufende Formate ein, darunter die Rateshow "Ich trage einen großen Namen" oder die "Eisenbahnromantik". Zuletzt reduzierte der SWR auch die Schlagzahl der Samstagabendshow "Verstehen Sie Spaß?", die - ebenso wie "Immer wieder sonntags" - von Kimmig Entertainment produziert wird.

Von Seiten des Senders hieß es dann am Freitag auch, dass die bisher für "Immer wieder sonntags" eingesetzten Mittel "teilweise eingespart und teilweise in die Entwicklung neuer digitaler Unterhaltungsformate investiert werden" sollen. Gleichzeitig erklärte der SWR, man wolle "auch unter wachsendem Kostendruck ein starker Anbieter von öffentlich-rechtlicher Unterhaltung und großen Live-Erlebnissen" bleiben. Dabei werde der Sender "neue Formate entwickeln und sich dabei strategisch an veränderten Mediennutzungsgewohnheiten orientieren".