Der RBB kommt bei seiner Neuaufstellung weiter voran. Aus dem ursprünglichen Plan, die neuen Leitungsfunktionen unterhalb des Direktoriums ab dem 1. April zu besetzen, ist zwar nichts geworden (DWDL.de berichtete), dafür steht nun fest, welche Männer und Frauen die neuen Positionen bekleiden werden. So hat der RBB jetzt bestätigt, dass Georg Heil neuer Chefredakteur des Senders wird. Sein Name war zuvor schon durchgesickert, Heil ist bislang Redaktionsleiter von "Kontraste". 

Darüber hinaus macht der Sender Jana Cebulla zur Leiterin des Programmmanagements. Sie ist damit nur eine von zwei Personen, die zuvor nicht beim RBB gearbeitet haben. Cebulla kommt vom MDR, wo sie bislang als Leiterin der Hauptredaktion Kultur und Jugend fungierte. Wer ihre Stelle beim MDR einnehmen wird, ist aktuell noch unklar. Als Leiterin des Bereichs Programm-Management soll Cebulla die organisatorische Grundlage für ein starkes und flexibles Programm sichern und die strategischen Ziele des RBB in redaktionelle Prozesse übersetzen. 

Leiter der Ressourcenplanung wird Robert Knaack, auch er kommt von extern. Er ist seit 2022 Abteilungsleiter Business Solutions & Performance / Contract Origination in der Mercedes-Benz Bank Service Center GmbH in Berlin. Im RBB plant und steuert er künftig Personal-, Finanz- und Sachmittelressourcen strategisch und schafft ein zentrales Ressourcenmonitoring, das es im Unternehmen so bislang nicht gibt. 

Alle anderen neuen Führungspersonen haben auch bislang schon im RBB gearbeitet. Die Leitung Programmentwicklung & Innovation übernimmt Torsten Amarell, er war bislang Leiter der sogenannten Contentbox Gesellschaft. Für die Leitung des Bereichs Technologie & Infrastruktur hat der RBB unterdessen Julian Hecker gewonnen. Er wechselt aus der Produktionsleitung Digitale Transformation im RBB, davor war er unter anderem für das Anforderungsmanagement und die technische Konzeption des Crossmedialen Newscenters im RBB verantwortlich. 

Die Leitung Operatives Geschäft liegt künftig in den Händen von Elke Werba. Sie leitete seit 2017 den Bereich Schnitt im Unternehmen, 2019 wurde sie Abteilungsleiterin Postproduktion & Gestaltung. In ihrer neuen Rolle soll Werba die strategischen Entscheidungen des Senders in effiziente und wirtschaftliche Produktions- und Serviceprozesse übersetzen sowie die Abläufe des täglichen Betriebs weiterentwickeln. 

Die letzte Leitungsposition betrifft den Bereich Immobilienstrategie, der temporär angelegt ist. Bis 2032 soll der Bereich eigenständig agieren, danach sollen die dann noch offenen Themen von der Leitung Technologie & Infrastruktur übernommen werden. Die Leitung der Immobilienstrategie übernimmt jetzt erst einmal Silke Borkmann, bislang und seit 2003 Leiterin der Hauptabteilung Gebäudemanagement im RBB. 

Fünf der sieben neuen Positionen werden mit Personen besetzt, die eine ostdeutsche Biografie haben. Die neue Struktur mache den Sender durch vernetztes Arbeiten und kürzere Entscheidungswege "schneller und flexibler", heißt es vom RBB. Mittelfristig wird es auch zu einer Reduktion der außertariflich bezahlten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommen. Dieser Effekt tritt allerdings erst mit Verzögerung ein, weil aufgrund des deutschen Arbeitsrechts die bisher in diversen Leitungspositionen tätigen Personen Anspruch auf gleiche Bezahlung haben - auch, wenn sie nun weniger Verantwortung tragen. Die Zahl der Leitungsstellen in der zweiten Führungsebene verringert sich jedenfalls von zwölf auf sieben bzw. perspektivisch nur noch sechs. 

Die neuen Führungspersonen, bei denen der RBB übrigens noch nicht angekündigt hat, wann sie ihre jeweiligen Stellen tatsächlich antreten, sollen auch die weitere Neuaufstellung des RBB koordinieren. Dazu werden sie nach Senderangaben zunächst Regeln der Zusammenarbeit untereinander entwerfen und dann mit den Mitarbeitenden des Senders die bisherigen Arbeitsabläufe überprüfen und an die neuen Strukturen anpassen. Für diesen Prozess will man sich zunächst bis zum Jahresende Zeit nehmen. 

Spannend ist bei der Besetzung der Leitungsstellen jetzt natürlich auch, wer künftig nicht mehr in der zweiten Führungsebene des RBB vertreten sein wird. Dazu zählt beispielsweise David Biesinger, der ehemalige Chefredakteur des Senders. Von diesem Posten trat er vor rund einem Jahr im Zuge der fehlerhaften Berichterstattung rund um den Grünen-Politiker Stefan Gelbhaar zurück. Biesinger fiel jedoch weich und wurde interimistisch mit der Leitung der Hauptabteilung Programmressourcen beauftragt. Diesen Bereich gibt es künftig in der Form nicht mehr. Und auch die aktuell noch kommissarisch agierende Chefredakteurin, Stephanie Pieper, findet sich künftig nicht mehr auf der zweiten Führungsebene des RBB wieder. 

RBB-Intendantin Ulrike Demmer sagt: "Hier übernehmen exzellente Fachleute und ausgewiesene Teamplayer Verantwortung im rbb. Wir stehen gemeinsam vor der weitreichendsten Veränderung in unserer Geschichte und starten aus einer guten Position: Unsere Programme sind reichweitenstark und relevant, wir haben in einer gemeinsamen Kraftanstrengung die Finanzen des Senders so geordnet, dass dem Programm zusätzliche Mittel zur Verfügung stehen. Dazu hat gute Zusammenarbeit mit Arbeitnehmervertretungen und unseren Gremien beigetragen. Dank gilt vor allem denen, die den rbb an verantwortlicher Stelle im Haus bis hierhergeführt haben und jetzt zurückstehen. Die neue, schlankere Organisation baut auf deren wirksamer Arbeit auf und wird durch sie erst möglich - das nehmen wir mit in die neuen Abläufe."