Der neue ProSiebenSat.1-Mehrheitseigentümer MFE hat seine Geschäftszahlen für 2025 vorgelegt und die fallen vor allem durch die Übernahme des Mehrheitsanteils an der deutschen Sendergruppe sehr gut aus. So stieg der Umsatz um rund 37 Prozent auf 4,03 Milliarden Euro. Im Jahr davor lag der Umsatz noch knapp unter der Marke von 3 Milliarden. Der hohe Anstieg ist damit zu erklären, dass ProSiebenSat.1 im vierten Quartal erstmals vollständig bei MFE konsolidiert wurde. 

Im laufenden Geschäftsjahr dürften die MFE-Zahlen nochmal wesentlich höher ausfallen, dann können die Italiener ProSiebenSat.1 für die gesamte Zeit mit einberechnen und nicht nur für die letzten Monate. MFE hatte im Herbst des vergangenen Jahres etwas mehr als 75 Prozent an ProSiebenSat.1 übernommen und damit eine jahrelange Hängepartie beendet. Bei der Vorlage der Geschäftszahlen betont MFE dann auch noch einmal die Wichtigkeit dieses Schrittes. 

So bezeichnete MFE-Boss Pier Silvio Berlusconi das Jahr 2025 als einen "Wendepunkt", man habe den ersten europäischen Broadcaster geschaffen. MFE ist mittlerweile nicht nur im deutschsprachigen Raum sowie in Italien und Spanien aktiv, sondern auch in Portugal. "Die Zahlen sind wichtig, aber sie allein reichen nicht aus. Für MFE sind sie heute auch deshalb von Bedeutung, weil sie eine Geschichte erzählen", erklärt Berlusconi. "Die Konsolidierung von ProSiebenSat.1 ist ein entscheidender Punkt. Es geht nicht nur um Wachstum: Es ist ein echter Schritt nach vorn."

Er meint damit, dass man durch die Integration von ProSiebenSat.1 in die MFE-Bilanz sieht, wie der Konzern als Ganzes gewachsen ist. So sprang auch der Nettogewinn in die Höhe und lag bei 301 Millionen Euro - das ist im Vergleich zum Vorjahr mehr als eine Verdopplung. Die Netto-Werbeeinnahmen gingen von 2,7 auf 3,24 Milliarden Euro nach oben, auch hier vor allem getrieben durch die ProSiebenSat.1-Integration. Weitere Anteile an der deutschen Sendergruppe wollen die Italiener aktuell übrigens nicht erwerben. 

Die Integration von ProSiebenSat.1 in den Gesamtkonzern und die weitere geschäftliche Entwicklung für den neuen, europäischen Medienriesen dürften jedoch kein Selbstläufer werden. So teilte MFE bei der Vorlage der Geschäftszahlen auch direkt mit, dass der Start ins neue Jahr in den verschiedenen Regionen sehr unterschiedlich verlaufen sei. Wären die Geschäfte in Italien positiv laufen würden, gingen sie in Deutschland und Spanien zurück. Das spiegelt die allgemeine Lage auf dem deutschen Werbemarkt wider, bislang konnte auch MFE diese Situation nicht drehen. MFE kündigte jetzt auch schon einmal an, dass es sich bei 2026 um ein Übergangsjahr handeln würde.